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Schlei-Bote

19. November 2017 | 00:23 Uhr

„Freddy“ als Denkmal anerkannt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Traditionssegler ist seit 2013 als Kulturgut registriert / Verhandlungen wegen gemeinnützigen Betriebs laufen mit See-Berufsgenossenschaft

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 12:03 Uhr

68 Jahre ist die „Freddy“ alt und zählt in ihrem Sommerhafen Eckernförde zu den gern gesehenen Gästen an der Mole. Und das zu Recht. Ihr weißer Rumpf und die weißen Segel werden nicht selten von Passanten bestaunt und fotografiert. Doch Schiffseigner Hans Wulf hat ein ungutes Gefühl, wenn er über seinen Traditionssegler spricht. Der Grund dafür sind die Schiffssicherungszeugnisse der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft, ohne die kein Schiff auslaufen darf. Die „Freddy“ muss demnach ein historisches Wasserfahrzeug sein und darf nicht kommerziell betrieben werden. Die erste Voraussetzung hat der Zweimaster erfüllt, denn er wurde im Dezember 2013 von der Kulturbehörde der Stadt Hamburg zum historischen Denkmal erklärt. Dort hat das Schiff am Sandtorkai sein Winterquartier.

Als Kutter für die Kriegsmarine konzipiert, sollte die „Freddy“ für den Küstenschutz und als Minensucher an der Küste eingesetzt werden. Doch es kam anders: Das Schiff, das damals noch „Nordmeer“ hieß, wurde 1946 Teil einer neuen Baureihe, bei der zehn ketchgetakelte Zweimast-Segelschiffe entstanden. Danach fungierte der Traditionssegler als Gäste-Yacht. 1993 sind Hans Wulf, Claus Swierzy und Norbert Westrup, die alle bei der Benzin und Petroleum AG (BP) arbeiteten, auf den Segler aufmerksam geworden und kauften ihn, um ihn als deutsches Traditionsschiff zu erhalten. „Bis zum Jahr 2000 haben wir das Schiff mit drei Angestellten gewerblich betrieben, doch das ist nicht wirtschaftlich gewesen“, erzählt Wulf.

Deshalb wurde die Seglervereinigung SmH Freddy e.V. gegründet, in der Wulf das Amt des Vorsitzenden bekleidet. Das Ziel des Vereins ist es, den Erhalt der „Freddy“ durch ehrenamtliche Arbeit zu garantieren. Das könne jedoch nur gewährleistet werden, wenn der Traditionssegler regelmäßig Passagiere befördert, um so Geld für den Erhalt einzunehmen. Doch genau hier macht die See-Berufsgenossenschaft dem Verein einen Strich durch die Rechnung: Wulf erklärt, dass man ihnen mit den regelmäßigen Tagesfahrten gewerblichen Betrieb vorwerfe. Das habe zur Folge gehabt, dass die „Freddy“ nicht mehr als zwölf Personen befördern dürfe – was sich nicht rechne. Für die Besitzer von Traditionsseglern sei dies unzumutbar. „Wir brauchen die Einnahmen von den Fahrten, um das Schiff in Stand zu halten“, sagt Wulf. Schließlich müssten unter anderem Treibstoff und Liegeplätze bezahlt werden. Rund 25 000 Euro wurden pro Jahr in die „Freddy“ investiert. Am meisten ärgern Wulf jedoch die uneinheitlichen Richtlinien. Demnach dürften gewerbliche Fahrgast-Schiffe genauso viele Personen befördern, wie gemeinnützige Traditionssegler. Das führe zu Spannungen und Konkurrenzverhalten zwischen den Schiffseignern.

Die Anerkennung des Schiffs als Kulturgut ist laut Wulf wichtig, denn nur so würde das Finanzamt der „Freddy“ die Gemeinnützigkeit bescheinigen. Dies habe zum Vorteil, dass der Traditionssegler nun Fahrten, unter anderem zur maritimen Ausbildung, unternehmen darf, ohne dadurch einen Gewinn zu erzielen.

Wulf berichtete gestern zudem, dass zurzeit Verhandlungen mit der See-Berufsgenossenschaft laufen, um das Zeugnis der „Freddy“ zu ändern. Dafür muss die Satzung angepasst werden, um das Schiff finanzierbar zu machen und den Vereinszweck der Erhaltung des Zweimasters zu garantieren. Außerdem müssten einige Änderungen vorgenommen werden, zum Beispiel die Verlegung der Rettungsinsel. Wulf ist guter Dinge, dass die Verhandlung positiv ausgeht.

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