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Aktuelles Programm : Folk-Club setzt auf den speziellen Mix

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

In den 1500 Programmheften des Folk-Clubs Ostangeln steckt ein üppiges musikalisches Spektrum. Am Nikolaus-Tag steht das nächste Konzert an.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 18:11 Uhr

Der Folk-Club Ostangeln steht vor seiner neuen Saison. Das heißt, eigentlich ist sie schon im Oktober durchaus erfolgreich gestartet, wenn man Rüdiger Lange und Malte Dallmeyer vom Vereinsvorstand reden hört. Ende Oktober nämlich, noch bevor das aktuelle Programmheft auf dem Tisch lag, hatte ein skandinavisches Duo zu Konzert und Workshop geladen. Zehn Jugendliche nahmen am Workshop teil, beim abendlichen Konzert durften sie mit den Profis auf der Bühne stehen. Malte Dallmeyer lächelt, als er daran denkt: „Die Aussicht auf einen Auftritt war ein echter Ansporn für die Jugendlichen.“

Eben diese besonderen Konstellationen sind es, denen sich der Folk-Club verschrieben hat. Der Wunsch, Experten und Amateure zusammen zu bringen. Das Ziel, so unterschiedliche Künstler wie möglich nach Kappeln zu locken. Das Anliegen, jedes Jahr ein noch abwechslungsreicheres Programm auf die Beine zu stellen. Eindrucksvoller Beweis: der ebenfalls bereits zurückliegende Auftritt des finnischen Vokal-Quartetts „Suden Aika“. Rückblickend nennt Dallmeyer das Konzert „sehr ungewöhnlich“ und „gewöhnungsbedürftig“, aber auch „spannend“.

Das, was als nächstes ansteht, ist ein spezielles Gitarrenkonzert. Werner Lämmerhirt tritt am Nikolaus-Tag im Begegnungszentrum auf, und Rüdiger Lange gerät bereits jetzt ins Schwärmen. „Bei ihm denkt man, dass drei Leute spielen, aber tatsächlich ist es nur einer“, sagt Lange. Kein Wunder, dass Lämmerhirt den Beinamen „Tausendsassa auf der Gitarre“ trägt.

Das neue Jahr läutet der Folk-Club mit Klezmer ein. „Di Chuzpenics“ kommen aus Kiel und stellen ihre aktuelle CD vor. Auch dieses Quartett bietet im Vorfeld zu seinem Konzert einen Workshop an. Ans Jesse-Grell-Trio, das im März in Kappeln zu Gast sein wird, hat der Club eine Bitte heran getragen. „Wir haben uns einen Mix aus südamerikanischen und französischen Klängen gewünscht“, kündigt Lange an. „Zumal wir Lateinamerikanisches so selten haben.“ Als weiteren Pluspunkt sei das Trio unglaublich publikumsnah und animiere sein Publikum immer wieder zum Mitsingen. Mit „Phon & Zu“ steht im April eine frisch gegründete Gruppe auf der Bühne. Erst seit knapp zwei Jahren existiert das Quartett aus Achim Prigge, Christiana Voss, Laura Feuerhake und Volker Linde, das bei der „Folk Baltica“ 2012 sein Debüt feierte und in Kappeln ausschließlich Eigenkompositionen präsentieren will. Malte Dallmeyer sagt dazu: „Wir wollen auch neuen Gruppen eine Plattform bieten.“

Ob sich diese Gelegenheit auch bei der „Folk Baltica“ im kommenden Jahr bietet, ist noch offen. Erstmals wird das große Festival ohne Länderschwerpunkt auskommen, stattdessen das Motto „Bernsteinstraße“ mit dem Unterthema „Reisende“ ausgeben. Ein besonderer Umstand, der dem Zehn-Jahres-Jubiläum zuzuschreiben ist. Fest steht allerdings, dass Kappeln erneut Spielstätte der „Folk Baltica“ im Mai sein wird. Ein Zeichen, dass sich der Folk-Club als Festival-Partner durchaus etabliert hat.

Premiere feiert in dieser Saison dagegen die „Offene Bühne“ – eine Veranstaltung, die ursprünglich aus der Not entstanden ist. Im vergangenen Jahr musste ein angesetztes Konzert ganz kurzfristig abgesagt werden. Also stellten sich Folk-Club-Mitglieder spontan selbst auf die Bühne. Mehr noch: Es fanden sich weitere Musiker und Künstler, die ebenfalls ein Teil ihres Repertoires zum Besten gaben. Am Ende stand ein absolut ungezwungener Abend, der quasi nach einer Wiederholung schrie – wenn auch dieses Mal nach einer geplanten. Im Februar steht nun die „Offene Bühne“ an, und wer Lust hat, sich mit zwei bis drei Musikstücken, einer kurzen Lesung oder einer anderen Art der Darbietung zu beteiligen, ist dem Folk-Club willkommen.

Über Gäste freuen sich die Mitglieder übrigens auch beim monatlichen Folk-Treff im Begegnungszentrum. An jedem letzten Sonntag im Monat ist dann Mitsingen, Mitmusizieren und Zuhören angesagt. Und auch beim Mittsommernachtsfest im Juni ist Mitmachen gefordert, wenn die Gäste zum Tanz angeleitet werden. Und dann ist da noch die Kooperation mit den „Capitol-Lichtspielen“. Im März flimmert „WaderWeckerVaterland“ über die große Leinwand: eine Konzertreise mit den beiden Liedermachern Hannes Wader und Konstantin Wecker. Im Anschluss an den Film sind Gespräche und gemeinsames Singen geplant. Der Folk-Club freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Kappelner Kino, Malte Dallmeyer lobt die beiden Betreiber als „toll und so unkompliziert“.

Und so ist es offensichtlich, dass der Folk-Club auch in dieser Saison seinen Anspruch, ein möglichst breites musikalisches Spektrum zu präsentieren, offensiv nach außen trägt. 1500 Programmhefte sind inzwischen gedruckt und verteilt. Fehlen nur noch die Folk-Freunde, die für volle Säle sorgen sollen.

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