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Bockholmwik : Fördesteig: Ein Kultur- und Wanderweg

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Naturschutzbund feiert den von Hans Knöll-Fuglsang geschaffenen Küstenwanderweg, der von Krusau bis zur Geltinger Birk führt.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2015 | 12:30 Uhr

Nah an Wind, Wolken und Wellen feierte der Naturschutzbund die Fertigstellung des Fördesteigs in Bockholmwik in der Gemeinde Munkbrarup. Hans Knöll-Fuglsang, der Initiator des Wanderwegs und auch der Feier, hatte in ein Zelt mit Blick auf die Flensburger Förde mit Seglerhafen und die dänische Küste eingeladen. Rund 40 Naturfreunde waren gekommen.

Viel Dank wurde dem Glücksburger zuteil. Der Fördesteig sei das Ergebnis von Einfallsreichtum und Beharrlichkeit, sagte Hermann Schultz, Vorsitzender des Naturschutzbunds Schleswig-Holstein. „70 Kilometer zu verwirklichen, ohne dass es eines einzigen Kilometer neuen Weges bedurfte, ist eine geniale Idee“, sagte Schultz. Zumal die Strecke entlang der Flensburger Förde ausgeklügelt beschildert sei. Vielleicht werde der Fördesteig ja einmal Teil eines europäischen Ostseewanderwegs, hoffte der Landesvorsitzende und sah den Küstenwanderweg schon am Graswarder bei Heiligenhafen vorbeiführen.

Der Vater des Fördesteigs blieb gelassen. Den Gedanken habe er schon im Kopf, sagte Knöll-Fuglsang. Doch erst einmal werde er das nächste Stück bis nach Kappeln weiterführen.

Aus Dänemark war der Tourismusmanager Karsten Justesen (Sonderburg) gekommen. Wie der dänische Gendarmstien sei auch der Fördesteig einzigartig für die Region. „Es gibt nicht so viele schöne Routen, die auch an die Kulturgeschichte anbinden“, beglückwünschte der Tourismusmanager.

Die deutsch-dänische Verbindung betonte auch Dr. Wolfgang Riedel. Der Geograf hegte die Hoffnung, dass eines Tages von Fördesteig und Gendarmstien wie von einer Familie gesprochen werde. Mit wissenschaftlichem Hintergrund blickte Riedel, der als Professor für Landschaftsplanung und Landschaftsgestaltung an der Universität Rostock arbeitete und vor vielen Jahren an der Pädagogischen Hochschule Flensburg tätig war, auf den Weg: „Der Steig zeigt und lehrt uns die Schönheit der Landschaft.“ Trotz aller Veränderungen in den vergangenen 40 Jahren – Riedel sprach hier nicht optimal aufeinander abgestimmte Förderprogramme, übermäßigen Güllegebrauch, Vermaisung, übermäßige Errichtung von Windrädern und Fotovoltaikanlagen und Flächenversiegelung an – kennzeichne den Raum Flensburger Förde immer noch das Miteinander von Land und Meer. Die Region stehe für Kleinteiligkeit, Anmut, Höftländer, Inseln aber auch einen Reichtum an Erlebnis und Biodiversität. Bei aller Veränderung seien Holnis und der Sankelmarker See bis heute die Hits geblieben. Denn, so seine Frage, wer wandere denn noch richtig? In den Wäldern wüchsen die Pfade zu. Nur die großen Wege würden noch genutzt. Den Fördesteig hielt Riedel indes für Liebhaber von Schusters Rappen geeignet: „Künftig wird sich der Wanderweg mit den vorhandenen Pilgerwegen vernetzen.“

Wie schon einige seiner Vorredner bedauerte auch Edmund Link, dass große Teile der Landschaft zur Industrielandschaft geworden seien. „Deshalb brauchen wir nicht nur den Ausgleich für Tiere und Pflanzen, sondern auch für Menschen“, forderte der Naturschutzbeauftragte im Kreis Schleswig-Flensburg. Einen solchen Schutzraum dürfte der Fördesteig auf seinem Weg vom dänischen Krusau bis zur Geltinger Birk meistens bieten. Knöll-Fuglsang hat versucht, die Anzahl der Straßenkilometer möglichst klein zu halten. Nicht nur dafür sagte Dagmar Struß, Vorsitzende des Nabu Ostangeln, anerkennend: „Hans, es ist eigentlich dein Fördesteig.“

 

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