Kappeln : Förderzentrum verliert seine Eigenständigkeit

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17. März 2011, 07:08 Uhr

Kappeln | Das Förderzentrum wird aller Voraussicht nach im nächsten Jahr nicht mehr länger als eigenständige Einrichtung in Kappeln bleiben. Dies wurde auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Schulen (JKSS) publik.

Derzeit hat das Förderzentrum bei fallender Tendenz 50 Schüler. Aus diesem Grunde gab es schon auf Kappelner Seite Denkmodelle, wie das Förderzentrum als organisatorische Anbindung an die Gorch-Fock-Schule, die Gemeinschaftsschule oder an das Förderzentrum Süderbrarup weiter existieren könnte. Doch offensichtlich wurde auch schon anderer Stelle über die Zukunft des Kappelner Förderzentrums nachgedacht.

Kürzlich gab es zur Zukunft des Förderzentrums ein Treffen, an dem unter anderem Bürgermeister Heiko Traulsen, Christine Pluhar von der obersten Schulaufsicht des Landes, und die Schulrätin des Kreises, Christine Jesumann, teilgenommen hatten. In diesem Gespräch hatte Christine Pluhar als Vertreterin des Bildungsministeriums, die Kappelner Modelle dem Vernehmen nach als zu "kleingliedrig" verworfen. "Wir müssen die Förderzentren zu größeren Einheiten zusammenfassen. Für Kappeln kann ein Stützpunkt beibehalten werden", soll sich Pluhar in dem Gespräch geäußert haben. Nur größere Förderzentren mit einem größeren Lehrerpool seien sinnvoll. Pluhar schlug daher ein Zusammengehen mit dem Förderzentrum Sörup vor, dem sich bereits Glücksburg angeschlossen hat und das im Kreisgebiet zu den drei größten Einrichtungen dieser Art zählt. Pluhar nannte in dem Gespräch als Zeitfenster für dieses Zusammengehen der Förderzen tren das Schuljahr 2012/13.

Die Mitglieder im JKSS-Ausschuss äußerten sich betroffen über diese Entwicklung. Karen-Isela Nippert-Helmchen (CDU) sagte, dass in diesem Fall Manfred Kerl eine Schulleiterstelle verliert. "Das ist bitter für ihn." Ausschussvorsitzende Dagmar Ungethüm-Ancker (CDU) sprach von einem großen Verlust für Kappeln. Und Wiebke Christiansen-Hansen (CDU) war der Vorschlag des Bildungsministeriums offensichtlich zu großgliedrig, denn indirekt kritisierte sie die große Entfernung zwischen den beiden Förderzentren in Sörup und Kappeln. Bei einem Lehrerausfall ist es für Christiansen-Hansen "illusorisch", dass eben mal ein Kollege aus Sörup zur Vertretung nach Kappeln kommt.

Horst Trauzettel (CDU)meinte dagegen, dass sich nur die Organisationsform ändert. "Nachher geht es mehr um die materielle Auseinandersetzung: Wie kommen wir aus der Trägerschaft heraus, die wir erst vor wenigen Jahren vom Kreis übernommen haben ?" Trauzettel schlug dazu einen eigenen Schulverband mit Sörup nur für das Förderzentrum vor. "Wenn wir im Schulverband mit dabei sind, behalten wir auch unseren Einfluss, und unsere Schullandschaft ist am wenigsten berührt." Demnächst wird die Stadt wegen des Förderzentrums weitere Gespräche führen. Als erstes steht ein Treffen des Bürgermeisters mit dem Glücksburg-Beauftragten der Stadt Flensburg, John Witt, innerhalb der nächsten 14 Tage an. In dem Gespräch geht es darum, welche Erfahrungen die Stadt Glücksburg mit der Anbindung ihres Förderzentrums an Sörup gemacht hat.

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