Abstand zu UKW-Drehfunkfeuern : Flugsicherung verhindert den Bau von Windmühlen

Rotgefärbte Landesmitte: Umweltminister Habeck zeigt, wo übermäßig Stickstoff in den Boden eingebracht wird.  Foto: Blu
Rotgefärbte Landesmitte: Umweltminister Habeck zeigt, wo übermäßig Stickstoff in den Boden eingebracht wird. Foto: Blu

Als neue Klippe für mehr Windkraft erweisen sich verschärfte Auflagen der Deutschen Flugsicherung (DFS).

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20. Juni 2013, 09:57 Uhr

Kiel/Eutin | Es geht um den Abstand zu UKW-Drehfunkfeuern. Sie helfen dem Flugverkehr beim Navigieren. Hatte die DFS bisher nur in einem Drei-Kilometer-Umkreis von UKW-Drehfunkfeuern ein Veto-Recht gegen Windräder, kann sie jetzt in einem Radius von 15 Kilometern sowohl neue Windeignungsflächen als auch das Repowering alter Flächen untersagen. In Gremersdorf (Kreis Ostholstein) muss das LLUR deshalb eine bereits erteilte Genehmigung zurücknehmen.
Wenn die UKW-Signale von den Rotoren reflektiert würden, könnten Flugzeuge vom Kurs abkommen, erklärt DFS-Sprecher Axel Raab. Er stellt klar: Die neue, von der internationalen Zivilluftfahrt-Organisation vorgegebene Praxis "bedeutet nicht, dass in dem 30-Kilometer-Radius überhaupt keine Windkraftanlage mehr entstehen darf. Es kommt jedoch an jedem Standort auf eine Einzelfallprüfung an". Dabei würden die Lage, die Höhe und die Menge der Anlagen eine Rolle spielen.

Kompromisse ausloten

UKW-Drehfunkfeuer in Schleswig-Holstein stehen in Bad Schwartau, Heringsdorf im nördlichen Ostholstein, in der Haseldorfer Marsch bei Pinneberg und auf Helgoland. Bei den beiden letztgenannten Standorten gibt es laut Energiewendeministerium bisher keine Hinweise auf Einschränkungen. In Ostholstein hingegen sind von der Ausweitung der Schutzzonen laut Kreis 14 Windeignungsflächen betroffen. "Das macht mir schon Bauchschmerzen", räumt Energiewendeminister Robert Habeck ein. "Das ist wieder eine Umdrehung mehr."
Die Landesplanung in der Kieler Staatskanzlei erklärt: Sie habe im Juli 2012 zu den neuen Windeignungsflächen in Ostholstein eine Stellungnahme von der DFS bekommen. "Für die Landesplanung war aus den 27 Einzelstellungnahmen kein kategorischer Ausschluss von Windkraftanlagen auf den betreffenden Flächen ersichtlich." Deshalb habe man alles Weitere den Einzelfallprüfungen überlassen. "Bei der Übertragung der Bewertungen in die Datenbank ist die Stellungnahme der DFS dann durch einen technischen Fehler nicht übertragen worden", heißt es in einer Stellungnahme der Staatskanzlei weiter. Daher habe das LLUR keine Kenntnis von den Vorbehalten gehabt.
Für den 25. Juni hat Habecks Ministerium ein Gespräch mit der DFS anberaumt, um Kompromisse auszuloten.

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