Luftfahrt : Flugplatzpläne in Jagel gescheitert

Fliegender Dienstleister für die Bundeswehr: Geschäftsführer Klaus Menzel vor einem von 13 Learjets der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD).
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Fliegender Dienstleister für die Bundeswehr: Geschäftsführer Klaus Menzel vor einem von 13 Learjets der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD).

Airgate SH beschließt eigene Auflösung. Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) aus Hohn will sich auf dem Fliergerhorst ansiedeln.

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17. Juni 2014, 09:15 Uhr

Eine zivile Mitnutzung des Militärflugplatzes in Jagel wird es nicht geben. Mit dem Antrag, die Planungsgesellschaft Airgate SH aus dem Handelsregister zu löschen, zogen die Gesellschafter jetzt die Konsequenz daraus, dass über Jahre keine Zugangslösung für den Flugplatz mit der Bundeswehr gefunden werden konnte. Rund 2,3 Millionen Euro wurden in den vergangenen elf Jahren bewegt, um Pläne zu entwerfen, Gutachten zu finanzieren und Genehmigungen zu erwirken. Vergeblich. Was bleibt, ist die Vision von Urlaubsflügen in den Süden, der Ansiedlung luftfahrtnahen Gewerbes und einer dadurch ausgelösten Belebung der Wirtschaft in der Region Schleswig.

Noch vor einigen Jahren wähnten sich die Vorkämpfer Arne Hansen und Dietrich Wachtel in einer guten Position. Zwar gestalteten sich die Verhandlungen mit dem Bundesverteidigungsministerium nach der Unterzeichnung eines Mitbenutzungsvertrages 2005 schwierig, doch das dämpfte den Enthusiasmus wenig. Bis die Pläne für die Stationierung des unbemannten Aufklärers „Eurohawk“ konkretisiert wurden. Die damit einhergehenden Planungen erschienen mit einer möglichen zivilen Nutzung nicht mehr vereinbar. Die Militärs auf dem Flugplatz gaben dem Projekt fortan kaum noch eine Chance.

Der Erwerb einer 56 Hektar großen Fläche außerhalb des Flugplatzgeländes erwies sich für die Airgate SH als Sackgasse, weil sich das Ministerium weigerte eine Verbindung auf das Flugplatz-Gelände zuzulassen. Auf dem Flugplatz-Areal begann man zudem, mit Millionen-Aufwand die eigene Infrastruktur auszubauen – ohne Rücksicht auf mögliche Belange der Airgate SH. Als sich das Eurohawk-Projekt dann im Mai 2013 als „500-Millionen-Euro-Fiasko“ (Der Spiegel) herausstellte, waren die Weichen auf dem Militärflugplatz bereits gegen die Airgate-Pläne gestellt.

Der Airgate-Vorstand versuchte zwar noch die Pläne zu modifizieren, um dem Grundstücks-Dilemma zu entgehen, das auf der Ostseite des Flugplatzes für die Blockade-Situation sorgte, doch auch dies blieb vergebens. Auf der Nordseite kam man nicht weiter, weil dem Verteidigungsministerium der Abstand zum Munitionsdepot zu gering war. Und auch im Südosten überwogen die Einwände des Militärs. Zu diesem Zeitpunkt hatte Luftfahrtexperte Dietrich Wachtel bereits das sinkende Schiff verlassen, entnervt von den zermürbenden Verhandlungen und der mangelnden politischen Unterstützung.

Noch-Geschäftsführer Arne Hansen bestätigte gestern das Aus der Gesellschaft. Das Projekt sei mit den Rahmenbedingungen nicht mehr vereinbar, sagte er. „Wir haben alles unternommen, was möglich war“, so Hansen, „und wir können das Kapitel erhobenen Hauptes schließen“.

Keine Drohnen, keine Urlaubsjets in Jagel – und doch könnte es bald einen privatwirtschaftlichen Zuwachs auf dem Flugplatz-Areal geben. Denn im Zuge der Bundeswehr-Neuausrichtung soll der Fliegerhorst in Hohn bei Rendsburg geschlossen werden. Neben dem Lufttransportgeschwader 63 (LTG 63) ist dort seit 1976 auch die GFD GmbH ansässig, die Gesellschaft für Flugzieldarstellung, deren Chartervertrag mit der Bundeswehr in zwei Jahren ausläuft.

Vor diesem Hintergrund erwägt Geschäftsführer Klaus Menzel einen Um zug seines Unternehmens auf den bestandssicheren Militärflugplatz in Jagel. Das Unternehmen (100 Mitarbeiter, darunter mehr als 30 Piloten) ist mit seinen 13 Learjets weltweit im Einsatz, teilt sich bislang eine Start- und Landebahn mit den Transalls des LTG. Auftraggeber ist zu 100 Prozent die Bundeswehr. „Wir haben unsere Fühler ausgestreckt“, bestätigt Menzel, „wir wollen nach Jagel“. Die Bundeswehr habe sich allerdings noch nicht abschließend positioniert, so der Geschäftsführer. Deshalb gebe es auch noch keinen Umzugstermin für sein Unternehmen. Eines sei sicher, sagt Menzel: „Vor 2016 wird das nichts werden.“

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