Integration : Flüchtlinge feiern deutsche Weihnachten

Scheckübergabe im Begegnungszentrum: Olga Lang (li.) freut sich über die Spende, die Debora Stock bei ihrer Weihnachtsveranstaltung gesammelt hat.
Scheckübergabe im Begegnungszentrum: Olga Lang (li.) freut sich über die Spende, die Debora Stock bei ihrer Weihnachtsveranstaltung gesammelt hat.

Kappelner Sozial-Forum lud zur Feier ein. Stadt verteilte Geldspenden vom Weihnachtshilfswerk.

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22. Dezember 2014, 12:15 Uhr

Es war eine bunt gemischte Runde, die sich am Freitagabend gemeinsam auf das Weihnachtsfest einstimmte. Eingeladen vom Verein „Sozial-Forum“, genauer von der dort angesiedelten Regiestelle des Flüchtlingshilfe-Projektes „Hand in Hand“, waren geschätzte 40 Menschen ins Begegnungszentrum gekommen – Menschen, für die jetzt das zweite Weihnachtsfest an der Schlei ansteht und Menschen, die bis vor wenigen Monaten noch in einem ganz anderen Land zu Hause waren. Zusammen mit ihren Paten der Aktion „Hand in Hand“, inzwischen 23 Aktive, tranken sie nun Kaffee und Kakao, aßen Kuchen und Kekse und stimmten „O du fröhliche“ an. Olga Lang vom „Sozial-Forum“ sagte: „Wir wollen ihnen die deutsche Kultur nicht aufdrängen, aber doch zeigen.“

Dafür, dass das Fest auch bei den Flüchtlingsfamilien, die so gut wie alles in ihrer alten Heimat zurücklassen mussten, ein besonderes, vor allem eines möglichst ohne schwere Gedanken werden kann, trug zusätzlich die Stadt Kappeln bei. Das heißt: Eigentlich die Bürger, die sich mit finanziellen Spenden am Weihnachtshilfswerk der Stadt beteiligt haben. Denn von diesem Topf sollten, so wünschte es sich die Stadt, nicht nur die Kappelner profitieren, die schon lange an der Schlei zu Hause sind, sich aber kein üppiges Weihnachtsfest leisten können, sondern eben auch die neu angekommenen Flüchtlinge. Helga Lorenzen von der Stadtverwaltung erklärte das so: „Diese Menschen sollen genauso berücksichtigt und nicht schlechter gestellt werden.“

Nicht das Weihnachtshilfswerk, aber ganz konkret die Sprachförderung oder die eventuell bei Ämtergängen nötige Unterstützung durch einen Übersetzer hatte Debora Stock im Auge, als sie im Advent in ihrer Töpferwerkstatt das traditionelle „Pötte, Punsch und Pannkoken“ veranstaltete. Fast den kompletten Verlaufserlös der dafür extra angefertigten Friedensbecher plus den Gewinn der vom „Lady Fit“ gebackenen Weihnachtskekse übergab Stock jetzt an das Projekt „Hand in Hand“: 1330 Euro, die, so formulierte es Stock, „allem, was der Verständigung dient“ zugute kommen sollen.

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