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Schlei-Bote

12. Dezember 2017 | 19:16 Uhr

Flüchtlinge: Engpass bei Unterkünften

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Eckernförde muss mehr Menschen aufnehmen als geplant / Integrationskreis gegründet

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 17:50 Uhr

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde muss im laufenden Jahr deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen als zunächst geplant. Von 450 war Anfang des Jahres noch die Rede, mittlerweile ist die Zahl auf 820 gestiegen.

Auch die Stadt Eckernförde soll dazu ihren Anteil beisteuern: 74 Menschen soll sie unterbringen – 48 sind schon da, 26 könnten noch kommen. Allerdings ist diese Zahl nicht in Stein gemeißelt, wie die Erhöhung der Aufnahmequote zeigt. „Wenn das Soll erfüllt ist, heißt das nicht, dass keine Flüchtlinge mehr kommen“, sagt Klaus Kaschke, Leiter des Eckernförder Amtes für Ordnungs- und Sozialwesen.

Zu ihnen zählen nicht nur die Opfer von Krieg und Gewalt, sondern auch politisch Verfolgte. Viele in Eckernförde untergebrachte Flüchtlinge kommen aus Serbien, Tschetschenien und dem Jemen. Aus Syrien stammen zwölf Flüchtlinge. Elf Aussiedler kommen aus dem russischsprachigen Bereich. Um diese Menschen unterzubringen, hat die Verwaltung extra Wohnungen und Häuser angemietet – die vorhandenen Unterkünfte im städtischen Besitz, wie zum Beispiel das Gebäudeensemble im Schulweg, genügen da nicht. Und auch das kann nicht mehr allzu lange in Anspruch genommen werden, weil es für die Nooröffnung abgerissen werden soll. „Bei den Wohnungen leben wir von der Hand in den Mund, weil wir nie wissen, was auf uns zukommt“, so Klaus Kaschke. Immerhin muss die Stadt die Unterkünfte nicht selbst bezahlen – abgerechnet wird über den Kreis.

Doch die Unterkunft ist nur ein Aspekt. Wenn die Flüchtlinge in Eckernförde ankommen, beginnt eigentlich erst die Arbeit: Die meisten sprechen kein Deutsch, können sich nicht verständigen. Manche müssen mit Behörden kommunizieren, andere benötigen ärztliche Versorgung. Wer kümmert sich darum? „Die Stadt ist administrativ schon sehr gefordert“, erklärt Klaus Kaschke. „Die Unterkunftssuche nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Eine umfängliche Willkommenskultur zu schaffen, das können wir gar nicht leisten.“

Deshalb hat die Stadt einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, an dem sich auch soziale Einrichtungen – federführend der Verein Umwelt–Technik–Soziales (UTS) und die Arbeiterwohlfahrt (Awo) – beteiligen. Zusammen mit Freiwilligen wollen sie den Flüchtlingen helfen, sich zurechtzufinden. Dazu gehören auch die Sprachförderung und die Begleitung bei Behördengängen. Martin Klimach-Dreger, Vorsitzender des Awo-Kreisverbandes, sagt: „Es geht darum, den Flüchtlingen Selbstsicherheit zu geben, soziale Kontakte herzustellen, gemeinsam kulturelle Angebote wahrzunehmen und ihnen das Gefühl der Integration zu vermitteln.“ Deshalb werden Integrationspaten gesucht, die sich dieser Aufgabe widmen wollen. Schon eine Stunde pro Woche soll für eine wirkungsvolle Unterstützung genügen. Beim ersten Treffen des Arbeitskreises in der vergangenen Woche waren rund 25 Freiwillige gekommen – weitere Interessierte sind willkommen.


> Kontakt: Martin Klimach-Dreger (Awo): ✆ 0 43 51 / 31 32 und Sabine Bleyer (UTS): ✆ 0 43 51 / 72 60 55 www.willkommen-in-eckernfoerde.de

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