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Steinberg : Fischerholz ist „Wald des Jahres“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die schleswig-holsteinische Schutzgemeinschaft ehrt Gutsbesitzer Jörg Lempelius.

Großer Bahnhof für Jörg Lempelius: Im Namen der „Schutzgemeinschaft deutscher Wald Schleswig-Holstein“ zeichnete ihn gestern Mittag Landesvorsitzende Dr. Christel Happach-Kasan mit einem Preis aus, der dem Besitzer des Gutes Oestergaard eine hervorragende Arbeit in und mit seinem Privatwald bescheinigt. Er habe sich, wie Happach-Kasan sagte, den „Wald zu seiner Sache“ gemacht, erfülle beispielhaft die Kriterien der Nachhaltigkeit, bewirtschafte sein 23 Hektar großes Fischerholz wirtschaftlich effizient, sei sich seiner Verantwortung für die Natur bewusst und nenne einen Wald sein eigen, der gerne von Menschen besucht werde. Der besondere Reiz: Der Wald grenzt an die Ostsee.

Jörg Lempelius (44) ist Landwirt und bewirtschaftet eine 108 Hektar große Fläche. Als die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bei der Landwirtschaftskammer angefragt hatte, wer als vorbildlicher Waldbesitzer für die diesjährige Ehrung in Frage komme, fiel der Name Lempelius. „Eine gute Wahl“, sagte gestern Landesvorsitzende Christel Happach-Kasan. Lemeplius betonte, dass ein Wald eine Sache von Generationen sei. Wie sein Großvater und sein Vater, so behandele auch er seinen Mischwald mit Buche, Eiche, Esche und Ahorn. „Die Auszeichnung ist für mich ein Indiz, dass ich es richtig mache“, sagte er. Was die Wirtschaftlichkeit betrifft, so ernte er pro Jahr und Hektar acht bis zehn Festmeter. Seit vier Jahren gebe es zudem eine „Nebennutzung“ mit 0,3 Hektar Nordmann-Tannen. Zudem fühlt sich auch die Naturgruppe des Kindergartens Steinbergkirche in seinem Wald sehr wohl

Groß war die Freude über die Ehrung auch bei Steinbergs Bürgermeister Gerhard Geißler. Das Fischerholz, sagte er, sei an der Geltinger Bucht ein beliebtes Ziel, durch das auch der Ostseeküstenradwanderweg führe. Geißler: „Ich kann empfehlen, öfter mal nach Steinberg zu kommen, um intakte Natur zu erleben.“

Zur Stelle war auch der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes, Volker Looft. Das Fischerholz, sagte er, kenne er bislang nur vom Hören-Sagen. „Diesen Wald jetzt zu erleben, ist für mich einer großer Zugewinn“, sagte er. Und weil ihm der Seeadlerschutz besonders am Herzen liegt, ging er auch auf den Vorfall vor wenigen Wochen in Stangheck ein, wo Unbekannte eine alte Eiche absägten und damit den in dem Baum befindlichen Seeadlerhorst zerstörten. Er berichtete, dass Verbände, die sich dem Schutz des Seeadlers verschrieben haben, mittlerweile insgesamt 6000 Euro für Hinweise ausgelobt haben.

Bevor Jagdhornbläser erneut ihre Signale anstimmten und der Rundgang durch den Wald begann, gab es noch Lob von Christiane Holländer aus dem Landwirtschaftsministerium. Schleswig-Holstein sei mit 173.400 Hektar (elf Prozent der Gesamtfläche) relativ waldarm. Dass die Schutzgemeinschaft in diesem Jahr Jörg Lempelius ausgezeichnet habe, sei gut und richtig. Mir ihm sei ein privater Waldbesitzer geehrt worden, der sich in besonderem Maße engagiere.

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