Kappeln-Kopperby : Feuerwehrleute bei Großbrand verletzt

Löschangriff von außen: Das Gebäude stand bereits in Vollbrand als die Wehren in Kopperby ankamen.
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Löschangriff von außen: Das Gebäude stand bereits in Vollbrand als die Wehren in Kopperby ankamen.

Bei einem Einsatz auf einem Resthof in Kopperby stürzen zwei Feuerwehrmänner und müssen ärztlich versorgt werden.

shz.de von
22. Mai 2018, 07:00 Uhr

Der Geruch nach Ruß lag auch gestern Nachmittag noch in der Luft, dabei war das Feuer schon gut zwei Tage her. Ein Resthof in Kopperby war am vergangenen Sonnabendmittag in Flammen aufgegangen. Neun Feuerwehren waren im Einsatz, zwei Kameraden verletzten sich dabei, einer davon schwer. Die Bewohner des Hauses kamen derweil mit dem Schrecken davon.

Gegen 11.25 Uhr am Sonnabend ging der Alarm ein: Feuer mit dem Hinweis, dass Menschenleben in Gefahr sei. Die Wehren Kopperby, Ellenberg und Olpenitz rückten gemeinsam aus – „aber“, sagte Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt gestern, „wir haben relativ schnell nachalarmiert“. Als die Feuerwehrleute draußen in Kopperby ankamen, stand das Haus bereits in Vollbrand. Glück im Unglück: Die beiden Bewohner, ein Ehepaar, 81 und 82 Jahre alt, hatten sich in der Zwischenzeit selber aus dem Haus befreien können. Andere Menschen waren zum Zeitpunkt des Brandes nicht anwesend.

Weil das Gebäude allerdings schon lichterloh brannte, schloss Schadewaldt es schnell aus, das Feuer von innen bekämpfen zu wollen – „das wäre zu gefährlich gewesen“. Also blieb der Angriff von außen. Das Problem: Der nächste Hydrant war 2,8 Kilometer entfernt – zu weit, um die Löschwasserversorgung schnell sicherzustellen. „Da haben wir die Teiche rundherum genutzt und alles andere, was wir finden konnten“, sagte Dirk Schadewaldt. Parallel zum Erfindungsreichtum der Feuerwehrleute wurden weitere Wehren hinzugerufen – die der Innenstadt, aus Mehlby und Stutebüll, außerdem aus Arnis, Grödersby und Oersberg. 120 Leute waren so am Ende im Einsatz, schätzte der Gemeindewehrführer – und sie waren allein deshalb nötig, um für die nötige Schlauchlänge zu sorgen und so doch noch den Hydranten nutzen zu können.

Neben den freiwilligen Feuerwehren hatten sich zudem Krankenwagen, Notärzte, Polizei und DRK-Bereitschaft auf dem Hofgelände eingefunden – und sie wurden gebraucht: Zwei Feuerwehrleute verletzten sich während des Einsatzes und mussten ärztlich versorgt werden. Ein Mitglied der Ortswehr Kappeln-Innenstadt, der als Maschinist auf der Drehleiter eingeteilt war, rutschte in etwa 1,50 Meter Höhe ab, als er sich aus seinem Sitz erhob. Er stürzte und fiel so unglücklich zu Boden, dass er sich nicht nur das Handgelenk brach, sondern auch einen Milzriss zuzog. Der Rettungshubschrauber brachte den 33-Jährigen in ein Flensburger Krankenhaus, wo er operiert wurde. Ein Feuerwehrmann der Ellenberger Wehr stürzte ebenfalls, als er damit beschäftigt war, Material aus einem Fahrzeug zu beschaffen. Er erlitt einen Muskelabriss und musste gleichfalls in eine Klinik gebracht werden. Gestern konnte Dirk Schadewaldt berichten, dass es beiden Feuerwehrleuten den Umständen entsprechend gut gehe.

Bis etwa 17 Uhr dauerte der Einsatz schließlich, von einem nahe gelegenen Stallgebäude konnten die Wehren das Feuer fernhalten, das Wohngebäude war jedoch nicht mehr zu retten. Schadewaldt sprach von einem wirtschaftlichen Totalschaden. Am Sonnabendabend stellten die Wehren gegen 21 Uhr bei einer Routine-Kontrolle des Einsatzortes fest, dass Flammen im Dach wieder aufgelodert waren: Erneut wurde mehrere Stunden bis in die Nacht hinein gelöscht. Was das Feuer ausgelöst hat, war gestern noch unklar, heute wird nach Schadewaldts Angaben die Kriminalpolizei das Gebäude untersuchen. Das Ehepaar ist fürs erste bei Verwandten in Schwansen untergekommen.

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