Eckernförde : Feuerwehr verhindert Flächenbrand

Dicht an dicht stehen die Häuser in der St.-Nicolai-Straße. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen der Flammen.
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Dicht an dicht stehen die Häuser in der St.-Nicolai-Straße. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen der Flammen.

Eine Dachgeschosswohnung in Eckernförde wurde von Flammen verwüstet.

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01. Juli 2015, 17:15 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde hat zusammen mit ihren Kollegen aus Barkelsby und Rendsburg in der Nacht zu gestern einen großflächigen Brand in der St.-Nicolai-Straße verhindert. In der Dachgeschosswohnung des Hauses Nr. 11 war aus bislang ungeklärter Ursache um Mitternacht ein Feuer ausgebrochen, Anwohner hatten daraufhin die Feuerwehr alarmiert. Mit vereinten Kräften und massivem Personal- und Wassereinsatz hätten die Feuerwehrleute ein Übergreifen des Feuers auf die direkt angrenzenden Nachbargebäude verhindert, erklärte Wehrführer und Einsatzleiter Meint Behrmann, der seinen Leuten nach Einsatzende um 6.30 Uhr ein großes Lob aussprach. Verletzt wurde niemand, der Sach- und Gebäudeschaden ist allerdings erheblich. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll es sich nicht um Brandstiftung handeln, das Feuer soll in der Küche der Wohnung ausgebrochen sein.

Der Bewohner der betroffenen Dachgeschosswohnung war zum Ausbruch des Feuers nicht zu Hause. Der Mieter der darunter liegenden Wohnung hatte Brandgeruch vernommen, das Haus umgehend verlassen und die Löscharbeiten von der Nicolaistraße aus verfolgt. Brigitte Hagemann bewohnt die Wohnung im ersten Stock. Sie hatte im Bett gelegen und ebenfalls Brandgeruch registriert, der von außen durch den Wintergarten in ihr Schlafzimmer gezogen war. „Dann gab es eine Explosion, es hat gebrannt, und ich bin auf die Straße gerannt. Über meiner Wohnung brannte es lichterloh“, beschreibt die langjährige Mieterin das dramatische Geschehen in der Unglücksnacht. Familie Braun, die gegenüber wohnt, hat ihre Nachbarin in der Nacht aufgenommen, die nächsten Tage wird sie bei einer Freundin unterkommen. Und dann? „Ich habe mich in der Wohnung und in dem Haus sehr wohl gefühlt. Ich hoffe nicht, dass diese Ära jetzt zu Ende geht und das Haus abgerissen werden muss“, sagt Hagemann.

Die beiden Geschäfte im Erdgeschoss – ein Barbier und der Accessoire-Laden „Meerwerk“ – sind bis auf Weiteres geschlossen. Das Gebäude ist wegen der Untersuchungen zur Brandursache vorübergehend beschlagnahmt und wird dann gutachterlich untersucht. Barbier Marvin Pollaschek, der gestern angesichts seines fünfjährigen Geschäftsjubiläums eigentlich einen Grund zum Feiern hätte haben sollen, war sichtlich betroffen. Er wohnt nebenan und hat die Löscharbeiten miterlebt. Auch gestern stand in seinem Geschäft noch das Wasser, das durch Decken und Wände bis nach unten gelaufen war. Auch nebenan bei „Meerwerk“ herrschte sehr gedrückte Stimmung. Mitinhaberin Anett Konopka sammelte ein paar Dinge zusammen. Ob das Gebäude eine Zukunft hat, und wie es mit den Geschäften weitergehen soll, dürfte sich in den nächsten Tagen klären. Eigentümer Dietmar Danisch, ein Architekt aus Barkelsby, ist zuversichtlich, dass er seine Immobilie mitten in der beliebten St.-Nicolai-Straße halten und sanieren kann.

Mehrere Zeugen, darunter auch Zeitungszusteller Erich Hölzl, Siegfried Braun aus der Nicolaistraße und die Nachbarn in der Gartenstraße, Doris und Kurt Magdeburg, haben den Ausbruch des Feuers miterlebt. Hölzl berichtet von einem lauten Knall und einer „meterhohen Flamme“, die aus dem Dachstuhl nach oben geschossen sei. „Das war schlimm.“ Auch Siegfried Braun sprach von einem „dumpfen Knall“ und anschließendem Feuer. Ebenso das Ehepaar Magdeburg, über deren Dachterrasse in der Gartenstraße der rückwärtige Löschangriff erfolgte. „Die Jungs waren klasse“, lobte Kurt Magdeburg die Feuerwehrleute.

Neben 66 Feuerwehrleuten aus Eckernförde, Barkelsby und Rendsburg waren auch Polizei, Rettungsdienst und Mitarbeiter der Stadtwerke vor Ort, die das Haus während des Einsatzes spannungsfrei schalteten. Einsatzleiter Meint Behrmann: „Der dumpfe Knall könnte von einem zerborstenen Fenster herrühren.“ Das Feuer hätte aufgrund der dichten Bebauung „verheerende Folgen“ für die St.-Nicolai-Straße haben können, wenn der Löscheinsatz nicht so massiv vorangetrieben worden wäre. Behrmann zeigte sich mit dem Einsatz seiner Leute „hochzufrieden“. Ein Lob gab’s auch von Kripo-Mann Thorsten Pardun: „Super-Arbeit der Feuerwehr. Es hätte schlimm ausgehen können.“

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