Kita Ellenberg : Feuchte Wände im Kindergarten

Kita-Leiter Mario Friedrich zeigt das Loch im Estrich, über das geprüft wird, ob die Feuchtigkeit auch in das Fundament gezogen ist.
Kita-Leiter Mario Friedrich zeigt das Loch im Estrich, über das geprüft wird, ob die Feuchtigkeit auch in das Fundament gezogen ist.

Ein hoher Grundwasserpegel und eine defekte Drainage setzen der Kita Ellenberg zu. Einige Kinder mussten umquartiert werden.

shz.de von
20. Februar 2018, 07:00 Uhr

Schnelles Handeln war vor Kurzem in der evangelischen Kindertagesstätte in Ellenberg gefragt: Mitarbeiter hatten in einem Krippenraum leichten Schimmelbefall bemerkt und sich sofort an ihren Träger, das Kindertagesstättenwerk Schleswig-Flensburg, gewandt. Der handelte umgehend und schloss vorsorglich den Raum. Intern wurde flexibel umgeplant, die Krippenkinder bekamen einen anderen Raum, ältere Kinder fanden als Übergangslösung Unterschlupf in der nahe gelegenen Gorch-Fock-Schule. Alle Eltern, die Kinder in der Kita Ellenberg betreuen lassen, wurden schriftlich über das Vorgehen informiert.

„Unsere erste Vermutung war, dass es sich um Kondenswasserrückstände durch schlechte Lüftung handeln könnte“, erklärt Gerd Nielsen, Leiter des Kita-Werks des Kirchenkreises. Da das Kita-Werk selbst nur Mieter der Kirchengemeinde Ellenberg ist, schaltete sich der Bauausschuss der Kirchengemeinde ein. „Die Untersuchung ergab, dass es durch die starken Regenfälle im Januar zu einem erhöhten Grundwasserspiegel gekommen war“, so Nielsen weiter. Eine Fachfirma führte eine Kamera durch die Drainage und stellte zusätzlich fest, dass Wurzelwerk die Rohre teilweise verstopft und zerstört hatte. „Das Wasser konnte nicht ablaufen und hat so die Wände durchfeuchtet“, erklärt Nielsen. Die Mitarbeiter waren entsprechend sensibilisiert, hatten auch ihre anderen Räume aufmerksam im Blick und stellten schließlich in einem zweiten Raum Feuchtigkeit fest. Auch dieser wurde sofort geschlossen, und wieder musste neu disponiert werden. Dass auch in diesem Fall die Gorch-Fock-Schule geeigneten Platz zur Verfügung stellen konnte, nennt Nielsen „Glückes Geschick“. „Ich kann mich nur bedanken. Das ging alles Hand in Hand. Die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der Kita, der Kirchengemeinde und der Schule war wirklich sehr gut.“

Die notwendigen Erdarbeiten für den Austausch der Drainage wurden zwar gleich im Auftrag gegeben, aber aufgrund der Witterung kann die Firma noch nicht starten. In den Räumen, die außer Handwerkern weder die Kinder noch die Mitarbeiter betreten dürfen, wurden die Wände mit 70-prozentigem Alkohol abgewischt und beobachtet, ob sich neuer Befall bildet. Durch eine Bohrung im Estrich wird geprüft, wie weit die Feuchtigkeit auch in das Fundament eingedrungen ist. Auch das Gesundheitsamt Flensburg wurde eingeschaltet und hat den Schaden gemeinsam mit der Bauabteilung des Kirchenkreises in Augenschein genommen. Erst wenn die Gefahr vorüber ist, können die Kinder wieder bedenkenlos einziehen. „Wir haben uns sofort gekümmert und haben die Lage im Griff“, verspricht Nielsen.

Der Leiter des Kita-Werks des Kirchenkreises betont noch einmal, wie hilfreich die Lösung mit der Gorch-Fock-Schule für Kinder, Erzieher und Eltern gewesen ist. „Denn die Alternative wäre gewesen: Wir betreuen nicht“, erklärt er rigoros. Auch unter diesem Aspekt ist er froh, dass die Planungen mit der Stadt, einen Kita-Neubau an der Gorch-Fock-Schule zu realisieren, angelaufen sind, und ein Auszug aus dem rund 60 Jahre alten Gebäude absehbar wird. Hier soll die Stadt Kappeln als Bauherr fungieren, das Kindertagesstättenwerk Schleswig-Flensburg soll aber Träger bleiben.

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