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Gelände Sandkoppel : Feriendorf: Projektvorstellung in Kiel

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Landesregierung signalisiert Wohlwollen mit Blick auf die Pläne von 35 Komforthäusern für die Sandkoppel.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 12:30 Uhr

Die Pläne zum Bau des „Ostsee-Feriendorfs Geltinger Bucht“ auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände „Sandkoppel“ stoßen bei der Landesregierung auf eine „wohlwollende Resonanz“. Der für die Gemeinde Nieby und den Investor Norbert Essing (Gut Roest) tätige Bauleitplaner Sönke Groth von der Flensburger Planungsgruppe Plewa berichtete anlässlich der jüngsten Sitzung der Niebyer Gemeindevertretung von der erfolgten Projekt-Vorstellung sowohl in der Kieler Staatskanzlei als auch beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Die ersten Ampeln für den Bau von 35 Komforthäusern auf dem sechs Hektar großen Areal stehen nach den Vorgesprächen in Kiel also auf „Grün“. Niebys Bürgermeister Volker Lippert bestätigte: Man sei dort „froh“, dass endlich eine Lösung für das Dauer-Problem Sandkoppel gefunden werde.
Doch entschieden ist noch lange nichts. Die Kommune hat die Planungshoheit inne und muss demnächst in einem ersten Schritt entscheiden, ob sie das millionenschwere Vorhaben mit einem Aufstellungsbeschluss für die vom Investor zu finanzierende Bauleitplanung anschieben will. Groth, von Lippert humorvoll zum „Fahrdienstleiter“ ernannt, verdeutlichte, dass der Aufstellungsbeschluss im Verfahren noch keine Grundsatz-Entscheidung „pro Sandkoppel-Projekt“ beinhalte.

Da in der kleinen Küstengemeinde kein Flächennutzungsplan existiert, verkürzt dieser Umstand den langfristigen Verfahrensweg beträchtlich. Trotzdem wird es zu einem Marathonlauf durch die Instanzen kommen. Zur Realisierug des Projektes muss die Entlassung aus dem Landschaftsschutzgebiet durchgeboxt werden. Zu prüfen sind zudem Belange des Artenschutzes und der Umweltverträglichkeit. In Sachen Bodenschutz wird der Frage nachgegangen, ob die Bundeswehr bislang unentdeckte Altlasten hinterlassen hat. Eventuell suchen Archäologen noch nach Bodendenkmälern. Aus Landessicht seien in der Planung jedoch keine K.O.-Kriterien enthalten. Auf die Frage des Gemeindevertreters Wolfgang Berthold (Freie Wähler Nieby), ob die Höhenlage von vier Metern über Normal Null als Hochwasserschutz in diesem sensiblen Bereich ausreiche, meldete sich Architekt Gunnar Dogs aus Markerup zu Wort: Eine derartige Untersuchung stehe noch bevor. Dogs: „Unser Planentwurf ist bisher nicht in Stein gemeißelt.“ Fest stehe nur die Zahl der Häuser mit einer Gesamtkapazität von 200 Betten.

In einem später abzuschließenden öffentlich-rechtlichen Vertrag der Gemeinde mit Essing werden mit dem Investor auch Fristen für die Realisierung des Bauvorhabens vereinbart. Wie Sönke Groth darlegte, habe die Kommune das Recht, bei Nichteinhaltung der Fristen den Bebauungsplan aufzuheben. In diesem Fall habe der Investor keinen Anspruch auf Entschädigungszahlungen. Die Gemeindevertreter wollen jetzt mit Geduld und Interesse die weitere Entwicklung bezüglich der Bauleitplanung abwarten und bewerten.



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