Sorge um 143 Jahre alten Baum : Faulücker Friedenseiche leidet unter Baumpilz

Bürgermeister Peter-Martin Dreyer möchte die Lebenskraft der pilzbefallenen Faulücker Friedenseiche erhalten.
Bürgermeister Peter-Martin Dreyer möchte die Lebenskraft der pilzbefallenen Faulücker Friedenseiche erhalten.

Der „Wulstige Lackporling“ setzt dem attraktivsten Baum in Faulück zu.

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29. Dezember 2014, 07:30 Uhr

Die Einwohner von Faulück machen sich Sorgen um den Zustand ihres attraktivsten Baumes: der 1871 im Nahbereich des Dorfteichs gepflanzten Friedenseiche. Dieses botanische Prachtstück ist krank, es leidet unter einem bedrohlichen Pilzbefall. Bürgermeister Peter-Martin Dreyer war im Sommer von einem Einheimischen auf das Problem der Eiche aufmerksam gemacht worden. Was er vor Ort zu sehen bekam, erschreckte ihn: Im Erdbereich des Stammes hatte sich ein bräunlich glänzender Pilz angesiedelt – mit einem Kopfdurchmesser von 30 Zentimetern. Da musste man kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass dies ein gefährlicher Schmarotzer war, eine Art Blutsauger, der auf Dauer gesehen dem Baum den Garaus machen könnte.

Mit Hilfe der Unteren Naturschutzbehörde war bald ausgemacht, um welche Pilzart es sich handelte. Der Übeltäter ist der „Wulstige Lackporling“. Er hat keinen Stiel und wächst breit am Substrat an. Geradezu heimtückisch sucht er sich an Laub- und Nadelbäumen vorhandene Stammwunden aus, besiedelt diese Schwachstellen und erzeugt im befallenen Holz die sogenannte Weißfäule. Selbst auf Wirtsbäumen, die er sozusagen selbst „gefällt“ hat, kann er noch einige Jahre weiterleben.

Peter-Martin Dreyer ist überzeugt davon, dass die Faulücker Friedenseiche den Pilzbefall aufgrund ihres exponierten Standortes erlitten hat. Sie steht an der Straße, ist permanent den durch den Autoverkehr hervorgerufenen Erschütterungen und auch dem aufgewirbelten Schmutz ausgesetzt, auf diese Weise verwundbar geworden. Außerdem gelangt weniger Luft an die Wurzeln, was den Organismus zusätzlich schwächt.

Das kommunale Oberhaupt versuchte zunächst, dem Traditionsbaum mit dem Einsatz des Wirkstoffs Fungizid zu helfen. Er schüttete dieses Schädlingsbekämpfungsmittel über den Pilz und hoffte, dass damit die Sporen abgetötet würden oder wenigstens das weitere Wachstum des Schädlings verhindert werden könnte. Dreyer: „Nichts da. Das war ein Fehlschlag, denn der Lackporling wächst weiter.“ Inzwischen hat der Bürgermeister den widerspenstigen Pilzkörper teilweise vom Stamm entfernt.

Nach Expertenmeinung sei dem Baum nicht wirklich zu helfen. So bleibt den besorgten Faulücker Baumfreunden nur die Hoffnung, dass dem Kranken die Lebenskraft noch lange erhalten bleibt. Eine ständige Beobachtung seines Zustands ist nun erforderlich: Denn schließlich darf dieses botanische Denkmal nicht irgendwann zu einer Gefahrenquelle für die Dorfbewohner werden.

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