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Schlei-Bote

23. Oktober 2017 | 05:19 Uhr

Kappeln : Fahrradwerkstatt sucht Spender

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mit wachsender Zahl der Flüchtlinge steigt die Nachfrage.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2015 | 20:12 Uhr

Mehr als 80 reparierte Fahrräder haben die Werkstatt in Loitmarkfeld seit der offiziellen Eröffnung im Sommer schon verlassen. Im Juli initiierten Manfred Wachtel und Jürgen Raddatz – beide ehrenamtlich engagiert für die Flüchtlingshilfe – die kleine Werkstatt, in der Neukappelner aus Syrien, Afghanistan, Iran oder Irak gespendete Fahrräder reparieren und gegen ein Pfand nutzen können. Rückblickend stellt Jürgen Raddatz fest: „In der Summe lief es ganz gut.“ Doch bisher, sagt der 62-Jährige, seien einmal pro Woche neue Flüchtlinge in Kappeln eingetroffen, jetzt steige die Zahl aber sprunghaft an. „Sonst haben wir zwei bis drei Fahrräder pro Woche ausgegeben. Letzte Woche waren es schon dreizehn“, erklärt Raddatz. „Wenn es so weitergeht, sind wir in spätestens drei Wochen am Ende.“ Aktuell verfüge die Werkstatt über insgesamt 20 reparierte sowie weitere 25 reparaturbedürftige Räder. „Über weitere Spenden würden wir uns freuen“, sagt Jürgen Raddatz. Dabei sind nicht nur Fahrräder, sondern auch Werkzeug und Ersatzteile wie Schläuche, Mäntel, Ventile, Tretlager, Flickzeug, Pedale oder Fahrradkörbe für die Reparaturwerkstatt von Nutzen. Jürgen Raddatz fügt aber hinzu, dass nicht jedes Zweirad für die ehrenamtlichen Monteure sinnvoll ist: „Das Rad sollte schon halbwegs fahrbar sein. An gravierenden Mängeln hält man sich unnötig lange auf.“ Auf ein Fahrrad mit gebrochenem Rahmen deutend, stellt der Vorruheständler fest: „Für solche Sachen fehlt uns das Werkzeug und das nötige Fachwissen.“

Bei den Flüchtlingen besonders beliebt seien 20 Zoll Klappräder für Damen, stellt Jürgen Raddatz fest. „Viele Flüchtlinge, insbesondere die Frauen, können nicht Fahrrad fahren. In ihrer Heimat wären sie ins Gefängnis gekommen, wenn man sie auf einem Rad erwischt hätte.“ Auf dem kleinen Klapprad sei das Fahrenlernen nicht so beängstigend, erklärt der Kappelner, „weil man die Füße schnell am Boden hat.“

Da die Räumlichkeiten der Fahrradwerkstatt in Loitmarkfeld begrenzt sind, bittet Jürgen Raddatz alle Spender, sich zunächst im Sozial-Forum zu melden. „Wir können nicht alle Spenden schlagartig annehmen, sondern müssen die Lücken hier nach und nach auffüllen.“ Mit den Spendern werde dann individuell besprochen, wann die zur Verfügung gestellten Fahrräder, Ersatzteile oder Werkzeuge abgeholt werden. „Einfach die Telefonnummer beim Sozial-Forum hinterlassen, und ich rufe dann zurück“, erklärt Jürgen Raddatz.

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