zur Navigation springen

Neue Gegenwart : Fähranleger für Resort Olpenitz geplant

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im früheren Marinestützpunkt Olpenitz sollen neue Zeiten anbrechen. Dafür steht die Helma Ferienimmobilien GmbH, die aus Port Olpenitz das Ostsee Resort Olpenitz macht und alte Bauten abreißt.

Gleich rechts hinter dem blauen Eingangstor liegt nur noch ein imposanter Haufen Steine. Genau dort, wo bis noch vor gar nicht so langer Zeit ein uniformierter Wachmann saß. Einlasskontrolle gibt es nicht mehr, Port Olpenitz auch nicht mehr. Die neue Gegenwart heißt Ostsee Resort Olpenitz, und dort ist jeder erwünscht, heißt es jetzt. Im vergangenen Oktober hat die Helma Ferienimmobilien GmbH die insolvente Port Olpenitz GmbH aufgekauft, seitdem gehört dem Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen Lehrte das gesamte Areal mit Ausnahme des ursprünglich ersten Bauabschnitts im äußersten Nordosten. Allerdings: Auch dort hatte sich die Helma bereits im Mai 2012 mit 3000 Quadratmetern eingekauft.

Inzwischen sitzt Per Barlag Arnholm im gut geheizten früheren Musterhaus. Auf 120 Quadratmetern und zwei Etagen hat sich der geschäftsführende Gesellschafter der Helma mit seinen Mitarbeitern Büros eingerichtet. Dort, wo in der Vergangenheit Verkaufsgespräche geführt wurden, in der lang gezogenen Baracke links hinter dem Eingangstor, stehen große Container. Das Gebäude erhält derzeit ein neues Dach. Arnholm mistet aus und rüstet auf – ein in seinen Augen zwingend erforderlicher Vorgang. „Als ich früher zu unserem Grundstück auf dem ersten Bauabschnitt gefahren bin, habe ich die Augen zugemacht sobald wir das Eingangstor zum Gelände erreichten“, sagt er. „Es sah schlimm aus.“ Jetzt will er so schnell wie möglich sämtliche leerstehenden Bundeswehrbauten abreißen lassen, damit weder Bewohner des Resorts noch Besucher auf den immer weiter voranschreitenden Verfall blicken müssen.

Arnholm will die Vergangenheit abschütteln, auch deshalb hat er dem Projekt einen neuen Namen verpasst. „Port Olpenitz ist zu negativ behaftet“, glaubt er. Mit einem anderen Namen steht zumindest schon mal etwas anderes drauf. Was die Inhalte angeht, gibt er sich zurückhaltend. „Wir müssen erstmal beweisen, dass wir auch wirklich etwas hinstellen.“ Was das sein wird, nennt der gebürtige Däne „eine Planung auf vernünftigem Niveau“. Dass die ursprünglichen Pläne unvernünftig gewesen seien, sagt er nicht. Er lacht kurz, dann: „Ich hätte es nicht so gemacht. Es war ein bisschen groß angepackt.“

Jetzt also eine Spur kleiner, eine Spur erschwinglicher. Arnholm spricht von insgesamt 980 Wohneinheiten. Das entspricht in etwa der alten Planung. Doch sind die Einheiten nur halb so groß. Und deshalb wird das Feriendorf auch nur auf 4000 statt der ursprünglich einmal geplanten 7000 Betten kommen. Von den kleineren Wohneinheiten erhofft sich die Helma preiswertere Häuser und eine luftigeren Anblick der Ferienanlage. Auch Bungalows gehören zum Angebotssegment. „Viele Häuser werden eingeschossig und barrierefrei sein. Die Leute werden eben älter“, so Arnholm.

Zwischen 220.000 und 280.000 Euro soll ein Haus kosten. „Wir wollen Häuser und Wohnungen entwickeln, bauen und verkaufen“, sagt Arnholm. „Aber nicht für eine Million. Wir müssen wirtschaftlich denken.“ Für den Diplom-Ingenieur bedeutet das auch Rentabilität für den Verkäufer bei der späteren Vermietung. „Ein Haus wird zwischen 70 und 80 Euro pro Quadratmeter kosten, das ist dann auch wirtschaftlich für den Käufer, wenn er später sein Haus vermietet.“ Die Häuser sollen im Stil der Strandvillen in Holzbauweise errichtet werden. Dabei können die Gebäude auch bunt ausfallen, doch nicht so farbig wie bislang. Zur Höhe der Gesamtinvestition wollte Arnholm wegen fehlender Unterlagen keine Angeben machen. Doch dürfte diese deutlich unter den früher einmal veranschlagten 500 Millionen Euro liegen.

Wenn alles gut läuft, soll auch ein Hotel zur Anlage gehören. „Sollte das Hotel allerdings nichts werden, wären wir nicht überrascht und es täte uns auch nicht weh“, sagt Arnholm. Sätze, die äußerst pragmatisch klingen. Ähnlich verhält es sich mit den künstlichen Inseln. Diese fallen zunächst einmal aus der Planung heraus. Der Geschäftsführer der Helma nennt dafür Kostengründe. Es sei schlichtweg „nicht billig“, in siebeneinhalb Meter tiefem Wasser künstliche Inseln aufzuschütten und dafür Leitungen zu verlegen. Es sei aber möglich, dass zwei Inseln später vielleicht doch realisiert würden. Dafür wird die im Außenhafen geplante Marina in das innere Becken verlegt. Denn: „Im inneren Hafenbecken gibt es nicht so viel Schwell wie im äußeren.“

Und eine weitere Änderung plant Arnholm. Vom Ostsee Resort aus soll möglichst zwei Mal täglich eine kleine Fähre nach Dänemark gehen. „Mehrere Reedereien sind deswegen an Olpenitz interessiert. Ich kann mir eine kleine Autofähre mit zehn Autos vorstellen. Mehr aber nicht, wir wollen kein Fährhafen werden“, sagt der Däne.

In der Stadtvertretung galt die Helma vor der Entscheidung des Insolvenzverwalters nicht als Wunsch-Investor, weil das Unternehmen mit Partner zusammenarbeiten wolle, die darüber gar nicht informiert waren – so der Vorwurf. Arnholm versichert, dass es Partnerfirmen bei der Errichtung und der Vermietung der Häuser gebe, doch habe die Stadt nichts mit diesen Partnerfirmen zu tun. „Die Helma Ferienimmobilien GmbH ist alleinige Eigentümerin“, betont Arnholm. Und als geschäftsführender Gesellschafter der Investorenfirma stellt er der Stadt für die Zukunft Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in Aussicht. Zudem würden bei der Auftragsvergabe bevorzugt regionale Unternehmen zum Zuge kommen.

In möglichst acht Jahren soll das Projekt stehen. Seinen Optimismus speist Arnholm aus dem Interesse an dem Projekt. Obwohl die Vermarktung erst am 1. März startet, hätten sich bereits 60 bis 80 Kaufinteressenten gemeldet. „Dabei hatten wir keinen von denen angesprochen.“

 

zur Startseite

von
erstellt am 08.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert