„Mini-Phänomenta“ : Experimente der Marke Eigenbau

Lorenz (7, links)  hilft beim Zusammenbau der Magnetfeld-Station.
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Lorenz (7, links) hilft beim Zusammenbau der Magnetfeld-Station.

Am vergangenen Sonnabend haben die Gorch-Fock-Schüler zu Säge und Leim gegriffen und Experimentier-Stationen der „Mini-Phänomenta“ nachgebaut.

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03. Februar 2014, 07:30 Uhr

Im vergangenen September hatte die Gorch-Fock-Schule die „Mini-Phänomenta“ der Universität Flensburg im Rahmen des Schuljubiläums zu Gast. Während dieser Zeit durften die rund 270 Grundschulkinder ausgiebig die Gelegenheit nutzen, an den 52 leihweise zur Verfügung gestellten Stationen Erfahrungen mit der Physik zu machen und nach Herzenslust frei und unterrichtsbegleitend experimentieren. Dabei kam heraus, dass die Kinder nicht nur über das staunten, was sie dabei erlebten. Sie versuchten das Geschehen auch mit ihren Vorkenntnissen zu erklären. Und das war gewollt. Denn bei der Suche nach Erklärungen in der Gruppe, so der Leitgedanke, sollten sich „vielfältige Kompetenzen entwickeln, die den Lebensweg der Kinder nachweisliche positiv beeinflussen“. So lautete die These des „Mini-Phänomenta“-Chefs Professor Dr. Lutz Fiesser.

Das wiederum hat bei Schulleitung, Lehrkräften, Eltern und Kindern den Wunsch gestärkt, einige der Station dauerhaft in der Schule zu haben, um sie jederzeit einsetzen zu können. Deshalb entstand unter der Regie der Fachleiterin Heimat-, Welt- und Sachunterricht, Wiebke Christiansen-Hansen, und ihrer Kollegin Ute Jackisch eine Aktionsgruppe mit dem Ziel, einige „Mini-Phänomenta“-Exponate nachzubauen. Die Baupläne stellte die „Mini-Phänomenta“ zur Verfügung. Bei den Finanzen, Material und Fachkenntnis kam die Kappelner Handwerkerrunde „Handwerk – eine runde Sache“ ins Spiel. Sie veranstaltete im September ihre Handwerker-Messe, und bei dieser Gelegenheit wurden nicht nur Geld, Material und Mitarbeit gespendet, sondern auch die notwendigen Arbeitsgeräte und der Platz zum Bau der Experimentierstationen zur Verfügung gestellt. Mit fachlicher Unterstützung der Tischlerei Mau, sie stiftete auch das Baumaterial, bauten Eltern, Kinder und Lehrkräfte vor den Augen der Messebesucher an den Messetagen gemeinsam die ersten neun „Mini-Phänomenta“-Stationen.

Und am vergangenen Wochenende folgte die Fortsetzung. Dank finanzieller Unterstützung durch die Kappelner Unternehmer Ralf Nissen, Matthias Mau, Rainer Koslowski und Uwe Raub entstanden weitere acht Stationen. Dafür hatte Matthias Mau am vergangenen Sonnabend seine Tischlerwerkstatt zur Verfügung gestellt, das notwendige Holz gespendet und mit Susanne Gronau und Peter Jansen den Kindern zwei fachkundige Mitarbeiter an die Seite gestellt. Sie berieten beim Zusammenbau und legte auch mit Hand an. Die drei anderen Firmen hatten Geld gespendet, mit dem das noch fehlende Baumaterial, insbesondere Holzlack, gekauft werden konnte. Zusätzlich standen für die Aktiven Kaffee, Getränke, heiße Würstchen und Brötchen zur Stärkung bereit.


„Schwarzlicht-Kabine“ und „Solarmühle“


Zu dieser ganztägigen Gemeinschaftsveranstaltung aller Interessierten begrüßte Wiebke Christiansen-Hansen rund 40 Teilnehmer aller Altersgruppen, darunter auch viele Fachleute. Sie machten sich daran, mit viel Eifer und Einsatzwillen, handwerklich perfekt zu arbeiten. Und was sie geschaffen hatten, zeigten sie am Schluss. Da präsentierten sie die acht neuen „Mini-Phänomenta“-Stationen, darunter eine „Schwarzlicht-Kabine“ mit UV-Licht, eine Magnetfeldstation zur Darstellung von Magnetfeldern und deren Störungen, das „Kinorad“ zur mechanischen Erzeugung bewegter Bilder, den „Tubaklang“ zur Darstellung unterschiedlicher Tonhöhen, die „Solarmühle“, die Licht in Bewegung umwandelt, sowie Experimentierstationen zu den Themen „Wasserberg“, dort läuft Wasser sogar über einen Berg, „Starke Luft“ und „Elektromagnetismus“. Mit diesen neuen Stationen wird der Bestand der Schule auf insgesamt 17 aufgestockt. Und, so hofft Schulleiterin Barbara Scheufler-Lembcke, diese sollen nun bei den Grundschulkindern die „naturwissenschaftliche Neugier“ wecken.

Wiebke Christiansen-Hansen ergänzte, dass das Ziel ist, 20 bis 22 Stationen zu bauen. Derzeit werden drei weitere von Eltern in Heimarbeit zusammengebaut. Wenn alle fertig sind, sollen sie in unterschiedlicher Anzahl und Zusammenstellung in der Pausenhalle aufgestellt werden, damit die Kinder dann mit ihnen experimentieren und naturwissenschaftliche Erfahrungen sammeln können.

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