Schleswig-Holstein Musik Festival : Exotische Klänge im Jahr des Drachen

Die Sängerin Dawada vereint in ihrer Show die Gesänge, Tänze und Melodien der chinesischen Minderheiten. Foto: SHMF
Die Sängerin Dawada vereint in ihrer Show die Gesänge, Tänze und Melodien der chinesischen Minderheiten. Foto: SHMF

In China ist er der Inbegriff für Glück und Stärke schlechthin: der Drache. Und auch beim Schleswig-Holstein Musik Festival wird alles im Zeichen des mächtigen Fabelwesens stehen.

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11. März 2012, 03:20 Uhr

Hamburg/Lübeck | 5000 Jahre Kulturgeschichte gilt es vom 7. Juli bis zum 25. August beim Schleswig-Holstein-Musikfestival mit dem Länderschwerpunkt China zu entdecken. Einen nach eigenen Angaben "repräsentativen Querschnitt" will das SHMF liefern. Und tatsächlich verspricht das am Freitag vorgestellte Programm eine kulturelle Reise, die von Schattenspielen über klassische Musik bis zur modernen Performance-Kunst führt.
Insgesamt sind 138 Konzerte geplant - sieben mehr als noch im vergangenen Jahr. In 49 Orten in Norddeutschland und Dänemark wird an 77 Spielstätten musiziert, rezitiert und aufgeführt. Dann locken Namen wie jener der 24-jährigen Pianistin Wang Yuja, deren Spiel die "New York Times" vergangenes Jahr bei ihrem Debüt in der Carnegie-Hall "Zartheit, poetischen Anmut und Verständnis für die musikalischen Details" bescheinigte. Oder der Name des Komponisten Tan Dun, der extra für das diesjährige SHMF dem Schlagzeuger Martin Grubinger ein Konzert auf den Leib geschrieben hat. Erst im vergangenen Jahr wurde Tan Dun mit dem Hamburger Bach-Preis ausgezeichnet. Oder jener des Folklore-Stars Dawada, die oft mit der irischen Musikerin Enya verglichen wird. Mit bürgerlichem Namen heißt sie Zhu Zheqin und vereint in ihrer Show die Gesänge, Tänze und Melodien der chinesischen Minderheiten - von den muslimischen Uiguren im Nordwesten bis hin zum Thai-Volk der Miao im tiefen Süden.
Schattenspiel, Gesang und Musik
Höhepunkte sind auch die Auftritte der großen Ensemble der Volksrepublik. Mit dem 1879 gegründeten Shanghai Symphony Orchestra wird Chinas älteste Klassik-Formation am 14. Juli in Kiel den Länderschwerpunkt eröffnen. Die China National Peking Opera Company bringt mit der traditionellen Peking-Oper die vom Hörensagen her wahrscheinlich bekannteste Musikgattung aus Fernost nach Schleswig-Holstein.
Das Laoqiang-Schattenspielensemble wiederum präsentiert eine ganz besondere Kunst. Die Laoqiang - die alte Melodie - gilt als eine der archaischsten Formen chinesischer Opernkunst. Ihre Geschichte reicht über 2000 Jahre zurück bis in die Han-Dynastie. Mit Schattenspiel, Gesang und Musik werden in ihr Erzählungen aus der grauen Vorzeit zum Leben erweckt. Heute ist diese Kulturform im wahrsten Sinne vom Aussterben bedroht. Peking hat die Laoqing daher als "immaterielles Kulturgut" unter besonderen staatlichen Schutz gestellt.
Ein Name darf nicht fehlen
Abgerundet wird das SHMF-Programm 2012 von international etablierten Künstlern und Ensembles wie dem Pianisten Tzimon Barto, dem Schauspieler Klaus Maria Brandauer, dem französischen Cellisten Gautier Capuçon oder auch dem Israel Philharmonic Orchestra.
Ein Name darf gerade angesichts des Länderschwerpunkts natürlich nicht fehlen: der von Lang Lang. Gemeinsam mit dem NDR Sinfonieorchester und Beethovens 5. Klavierkonzert wird er am 25. August die diesjährige Ausgabe des SHMF in Kiel verabschieden. Noch vor dem Festival-Start wird Lang Lang am 15. Juni zusammen mit dem Festivalorchester in Berlin auftreten - und so seinen 30. Geburtstag feiern.

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