Flensburg : Europas Zentrum alter Yachten

Freie Fläche, große Pläne: Direkt im Anschluss an die Halle soll – quasi vor dem Schiffsrumpf – das Yachtzentrum entstehen.
Freie Fläche, große Pläne: Direkt im Anschluss an die Halle soll – quasi vor dem Schiffsrumpf – das Yachtzentrum entstehen.

Am Dienstag soll in Flensburg die Erweiterung der Classics-Werft die erste Hürde meistern.

shz.de von
03. Januar 2015, 14:00 Uhr

Für das geplante Robbe & Berking-Yachtmuseum am Flensburger Industriehafen wird es im neuen Jahr gleich spannend: Am kommenden Dienstag soll es die erste kommunalpolitische Hürde nehmen. Im städtischen Umwelt- und Planungsausschuss werden die Entwürfe erstmals öffentlich vorgestellt und diskutiert. Erst wenn der Ausschuss das gemeindliche Einvernehmen erteilt, gibt es grünes Licht für das Projekt. Allerdings – so will es das Gesetz – hat der Bauherr mangels eines Bebauungsplans für das Gebiet einen Rechtsanspruch auf dieses grüne Licht, sofern sein Bauprojekt sich in die Umgebung einpasst.

Und das tut es aus Sicht der Stadtplaner. Bleibt die Frage, ob die Kommunalpolitiker im Ausschuss das genau so sehen. Oliver Berking, Gründer und Betreiber der Robbe & Berking-Yachtwerft am Industriehafen, plant eine weitere Halle, die sich im rechten Winkel an die bestehende Halle anschließt – und zwar so, dass das große Schaufenster nicht verdeckt wird. Dieser Anbau wird zirka 34 mal 27 Meter groß und zweigeschossig sein. Der First des Satteldaches zeigt Richtung Hafen, an der Südostseite schließt sich ein kleiner Anbau mit Dachterrasse an.

Dort plant Berking etwas, das zumindest in Europa seinesgleichen sucht. Nach Fertigstellung soll in der Halle das europäische Herz für Yachtsportgeschichte schlagen. Im Mittelpunkt steht die mit 8500 Bänden weltweit größte Sammlung an Büchern zur Geschichte des Yachtsports, die sogenannte Christmann-Sammlung. Im Erdgeschoss der Halle plant Berking Ausstellungsflächen und einen Museumsshop, die Bücher finden im Obergeschoss neben weiteren Ausstellungsflächen ihren Platz. Dazu soll das „Ristorante Italia“, das seit Anfang Oktober im frei geräumten Verwaltungstrakt residiert, in das Obergeschoss ziehen und kann dort im Sommer auch die Außenterrasse bewirtschaften.

Aus Sicht der Stadtplanung ist das, was Oliver Berking da am Industriehafen plant, zulässig. Das gilt auch für den Museumsshop, obwohl der in die Sparte Einzelhandel fällt, der in einem Gewerbegebiet eigentlich nicht erlaubt ist. Er nimmt aber weniger als 20 Prozent der gesamten Nutzfläche ein und ist damit untergeordnet. Im Shop soll Yachtsportbedarf, aber vor allem Bücher, Fotos und Kalender zum Thema Yachtsport sowie Produkte aus der Silberschmiede von Robbe & Berking an der Bleiche angeboten werden. „Dieser untergeordnete Einzelhandel stellt somit eine Ergänzung zu dem maritimen Gewerbe- und Dienstleistungszentrum da“, heißt es in der Beschlussvorlage, die Grundlage der Diskussion am Dienstag sein wird.

Die hat jedoch nicht nur das Zentrum für Yachtsportgeschichte zum Inhalt, sondern auch eine weitere Bootshalle, die in einem zweiten Schritt in der nordwestlichen Ecke des Grundstücks gebaut werden soll. Sie stellt die Verbindung zum kleinen Backsteingebäude der früheren Fahrzeugwaage des Hafenamtes her und ist 35 mal 19 Meter groß und eingeschossig; es schließt sich ein dreigeschossiger Personal- und Bürotrakt an. Mit dieser Halle möchte Berking die seit 2008 am Industriehafen bestehende Bootswerft für historische Yachten erweitern.

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