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Schlei-Bote

21. Oktober 2017 | 22:03 Uhr

Twedt : Es grummelt in Grumby

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die geplante Verbreiterung einer Durchgangsstraße sorgt bei Anwohnern für Ärger. Die Gemeinde will notfalls vor Gericht ziehen.

Es grummelt im Twedter Ortsteil Grumby. Mehrere Bürger fühlen sich von der Gemeindevertretung ungerecht behandelt. An der Straße „Grumby“ (früher Katenstraße) gibt es sieben Anlieger. Gleichzeitig ist sie Zufahrt zu einer im Hinterland liegenden Hühnerfarm. „Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wollten wir einen geradlinigen Verlauf der Grundstücksgrenzen, durch den auch die Straße verbreitert wird“, erklärte dazu Bürgermeister Alexander Schmidt. Deshalb habe man in der Gemeindevertretung einstimmig am 24. September beschlossen, die Straße auf beiden Seiten zu befestigen, um damit auch Ausweichmanöver von Lieferfahrzeugen möglich zu machen. Das hätte unter anderem zur Folge, dass einige Anlieger ihre Grundstückseinfassungen zurücksetzen müssten, die im Laufe der Jahre immer weiter auf Gemeindegebiet hinausgeschoben wurden.

Die geplante Verbreiterung soll auf jeder Seite einen Meter über die bestehende Asphaltdecke der Straße hinausgehen. Gleichzeitig sollen die Grundstücksgrenzen nach Möglichkeit auf einer Linie, die vollständig auf Gemeindegebiet liegt, begradigt werden. Bei einem Grundstück wäre dazu ein Flächentausch notwendig. Beim Grundstück von Holger und Yvonne Schmidt würde es einen geringen Flächenverlust bedeuten. Deshalb wurde dort die alte Grenze beibehalten. Alle anderen Grundstücke machen dabei Flächengewinne in unterschiedlicher Größe. „Jeder Grundbesitzer hat aber die Möglichkeit, die Ursprungsgrenzen beizubehalten“, erklärte dazu Bürgermeister Schmidt – auch wenn dies nicht im Sinne der Gemeinde sei und sich wieder kein geradliniger Verlauf der Grenzen ergeben werde.

Familie Schmidt ist grundsätzlich gegen die neue Regelung. Denn ihrer Ansicht nach wäre bei den ursprünglichen Grundstücksgrenzen sogar mehr Platz für die Straßenverbreiterung, sagen sie in ihrem Widerspruch vom 2. Oktober. Sie begründen dies: Hätten sich alle Anwohner an die ursprünglichen Grenzen gehalten und nicht jedes Jahr eine „aktive Landgewinnung“ betrieben, hätte es diese Neuvermessung nicht geben. Dabei haben sie ihre Nachbarn auf der anderen Straßenseite im Visier, die teilweise Steine an den Straßenrand gelegt oder dort eine Hecke gepflanzt haben.

Mit der Neueinmessung hat die Gemeinde Twedt auch die Entfernung dieser sogenannten Überbauungen im Auge. Das betrifft unter anderem auch Mauern, die zu dicht an der Straße stehen, Hecken und Dachüberstände. Familie Schmidt müsste in diesem Zug selbst eine acht Meter lange Mauer zurücksetzen.

Doch am härtesten betroffen ist Bodo Greiner. Er müsste etwa 30 Meter Mauer entfernen. Aber er argumentiert er mit Bestandsschutz, den er auf einer offiziellen Benachrichtigung gründet: Er hat seine Mauer, die nur durch die Regenrinne von der Asphaltstraße getrennt ist, anstelle einer früher dort befindlichen Hecke gebaut. Für diese Hecke hat er vom Vermessungsbüro Bach und Paulsen die Mitteilung, dass sich „die örtlich noch vorhandene Hecke voll auf ihrem Grundstück befand“. Daraus leitet Greiner ab, dass sich auch die Mauer auf seinem Areal befindet. Er vertritt wie Familie Schmidt die Meinung, dass im Zuge der Gleichbehandlung alle Grundstückseigentümer auf die Ursprungsgrenzen zurückbauen sollen. Darüber hinaus schlägt er vor, die Ein-Meter-Regelung durch einen 70-Zentimeter-Streifen zu ersetzen.

Doch das widerspricht den Zielen der Gemeinde, die nach etlichen Gesprächen – auch in der Amtsverwaltung – die Verhandlungen einem Rechtsanwalt überlässt. „Wir werden die Überbauungen in dieser Straße entfernen lassen“, stellte Schmidt unmissverständlich klar– auch wenn man dazu vor Gericht ziehen müsse.

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