Kappeln : Es bleibt bei zwei Gastgeberverzeichnissen

Gut gefüllt war der große Saal des Hotels Stadt Kappeln auf der Jahreshauptversammlung des Touristikvereins Kappeln.
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Gut gefüllt war der große Saal des Hotels Stadt Kappeln auf der Jahreshauptversammlung des Touristikvereins Kappeln.

Der Vorsitzende des Touristikvereins spricht auf der Jahreshauptversammlung von einer Annäherung zur Ostseefjord Schlei GmbH. Kritik wird am Verhalten der Stadt Kappeln geäußert.

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28. März 2014, 07:30 Uhr

Seit August vergangenen Jahres sitzen Ostseefjord Schlei GmbH (OFS) und die Touristikvereine aus Kappeln und Gelting wieder an einem Tisch. Doch ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis wird es auch im kommenden Jahr noch nicht geben. Das machte der Vorsitzende des Touristikvereins Kappeln, Ingwer Hansen, auf der Jahreshauptversammlung der Kappelner Touristiker deutlich und übte harsche Kritik am Verhalten der Stadt.

Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker hatte in ihrem Grußwort den Beitrag des Touristikvereins für Vermieter wie Mieter gelobt. „Sie runden das touristische Angebot ab“, so Ungethüm-Ancker. Doch betonte die Bürgervorsteherin auch: „Der Tourismus in dieser Stadt muss einheitlich mit einer Stimme sprechen, Doppelstrukturen verwirren nur.“ Daher sei sehr erfreut darüber, dass die Gespräche mit der OFS wieder aufgelebt seien, um eine einzige touristische Plattform zu schaffen.

Bevor Hansen in seiner Erwiderung auf das Verhältnis zur OFS einging, übte er Kritik am Verhalten der Stadt. „Das Verhältnis zur OFS ist nie so schlecht gewesen wie das zur Stadt“, sagte Hansen, meinte dabei sowohl Politik wie Verwaltung. Seit ein bis eineinhalb Jahren habe es keine Gespräche mehr mit dem Bürgermeister gegeben. Bei der Renovierung des Grillplatzes habe man mehr Behinderung erfahren, obwohl der Verein bereit gewesen war, das Vorhaben zu bezuschussen. Erst als man mit der Politik gesprochen habe, sei die Sache in Schwung gekommen.

Obwohl die Ostseefjord Schlei GmbH und der Kappelner Touristikverein gegenseitig auf die Internetseite der jeweils anderen Organisation hinweisen, könne man auf den Seiten der Stadt noch heute nicht das Gastgeberverzeichnis abrufen. „Wir werden immer noch als Konkurrent angesehen.“ Bei der OFS könnte er das noch verstehen, nicht aber bei der Stadt. „Wir sorgen dafür, dass Gäste in die Stadt kommen und die Betten voll werden, dass Umsatz gemacht wird“, sagte der Vereinsvorsitzende.

Zur Wiederaufnahme der Gespräche mit der Ostseefjord Schlei GmbH sagte der Vereinsvorsitzende, dass es beim Marketing eine enge Zusammenarbeit gibt. Gemeinsam setze man auf Slow-Tourism mit Radfahren, Wandern und Wassersport sowie der Betonung regionaler Produkte. „Weitere Schritte sind geplant, wir müssen aber sehen, ob sie sich verwirklichen lassen“, so Hansen.

Beim gemeinsamen Gastgeberverzeichnis stecke der Teufel im Detail, etwa wie alle Unterkünfte von einer Stelle zu vermitteln seien und wer Ansprechpartner sei. Dazu hätten die Vereine ein anderes Buchungssystem als die OFS. „Es ist nicht einfach das alles hinzu bekommen. Wir kriegen das auch nicht sofort erledigt, daher gibt es 2015 kein gemeinsames Gastgeberverzeichnis“, so Hansen. Insgesamt sei das Verhältnis zur OFS besser geworden, auch wenn noch nicht alles gut sei.

Für die Zukunft regte Hansen an, die Fahrradfahrer stärker in den Vordergrund zu rücken. „Fahrradfahren ist der zweithäufigste Grund für einen Besuch unserer Region.“ Zum Thema Ostseeküstenradweg, der auch über Kappeln geht, schlug Hansen vor, Kappeln zum fahrradfreundlichsten Ort an der Ostseeküste auszubauen. „Dann hätten wir ein Alleinstellungsmerkmal und mit dem Tourismuskonzept der OFS ist das auch vereinbar“, meinte der ehemalige Stadtvertreter.

Das abgelaufene Jahr bezeichnete Hansen als ein gutes Jahr für den Kappelner Touristikverein. Allerding s habe der Verein 23 aktive und ein förderndes Mitglied verloren. „Sechs sind zur OFS gegangen, 13 haben die Vermietung aufgegeben oder ihr Haus verkauft“, erläuterte Hansen. Dafür habe der Verein aber zehn aktive und zwei fördernde Mitglieder hinzugewonnen.

Die Zahl der Übernachtungen habe um 0,7 Prozent zugenommen. In einer Stichprobe von 70 Vermietern mit 120 Übernachtungen ermittelte man durchschnittlich 126 Übernachtungen. Dagegen ist landesweit die Zahl der Übernachtungen in Ferienhäusern 1,2 Prozent zurückgegangen. „Kein schlechtes Ergebnis“, befand Hansen und kam zu dem Schluss, dass 2013 ein gutes und erfolgreiches Jahr war. Und zum Schluss konnte er sich eine Spitze Richtung OFS nicht verkneifen. „Ich sage das auch, weil wir ja nicht die Profis sind.“

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