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Integration : Erster Flüchtling in der Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kappelns Brandschützer nehmen vier Neuzugänge auf – darunter Tachir Kadyrov aus Kasachstan. Wehrführer Hauke Marten im Amt bestätigt.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 07:15 Uhr

Der Punkt „Neuaufnahmen“ hatte dieses Mal einen besonderen Stellenwert in der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kappeln. Neu aufgenommen wurden neben Phil Wilke von der Freiwilligen Feuerwehr Kiel als Aktiver und nach erfolgreich durchlaufenem Probejahr, Frank Losigkeit und Bernd Jochimsen auch Tachir Kadyrov. Damit ist Kadyrov der erste Flüchtling in einer Kappelner Wehr. Neue Anwärter wurden Janin Breitbeil und Timm Wendt.

Bürgermeister Heiko Traulsen, der die Grüße der Stadt überbrachte, freute sich darüber, dass die Wehr mit Janin Breitbeil eine weitere Frau dazugewonnen hat und mit Tachir Kadyrov aus Kasachstan „international“ geworden ist. Es kämen immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland und auch nach Kappeln. Für sie müsse die Stadt offen sein. Deshalb sei die Neuaufnahme von Tachir Kadyrov ein gutes Zeichen. Auch der stellvertretende Bürgervorsteher Helmut Schulz gab zu verstehen, dass in „Sachen Flüchtlinge die Hilfe aus der Bevölkerung wichtig ist“. Diese Meinung tat auch Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt kund: „Wir sind offen für Menschen aus anderen Ländern.“ An die Feuerwehr gewandt erklärte er, dass der Digitalfunk in diesem Jahr eingeführt werde und Motorola den Zuschlag erhalten hat. Um damit umgehen zu können, seien intensive Schulungen und Übungen nötig.

Für weitere sechs Jahre in seinem Amt wurde Hauke Marten als Wehrführer bestätigt. Er erhielt in geheimer Wahl 14 Ja- und vier Neinstimmen der insgesamt 18 stimmberechtigten Anwesenden. Er war der einzige vorgeschlagene Kandidat. Ferner wurde in offener Wahl Christian Bolte zum neuen Atemschutzbeauftragten gewählt. Die Kasse prüft künftig Frank Losigkeit. Als Wahlleiter fungierte Simon Gieselmann.

Zuvor hatte Wehrführer Hauke Marten seinen Jahresbericht abgegeben und von einem aktiven Jahr für die Kappelner Ortswehr berichtet, die derzeit aus 27 Aktiven, darunter zwei Frauen sowie zehn Mitgliedern der Ehrenabteilung besteht. Ausgerüstet ist die Wehr mit einem Löschfahrzeug (LF 10/6), einem Wasser führenden Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF/W) und einer ausziehbaren Leiter (AL 16-4). Letztere ist das Sorgenkind der Wehr, weil bei Einsätzen am Tag die Aktiven mit Anhänger-Führerschein fehlen. Mit acht Atemschutzgeräten ist die Wehr gut für Einsätze unter Atemschutz gerüstet.

Insgesamt 32 Mal wurde die Wehr im vergangenen Jahr alarmiert, zu 13 Brand- und drei Öleinsätzen, einem Gefahrguteinsatz, vier Türöffnungen, vier Tierrettungen und zu einem Verkehrsunfall. Vier Mal wurden die Aktiven auf der Cremilk unterwiesen, wie bei Ammoniak-Unfällen zu verfahren ist. Fünf Mal rückten die Kameraden wegen Fehlalarmen aus. In zwei Fällen hatte der Verursacher den Feuermelder mit einer Klingel verwechselt. „Das ist kaum zu verstehen“, sagte Wehrführer Marten, „schließlich ist vor dem Knopf eine Glasscheibe, die eingeschlagen werden muss.“

Zusätzlich wurde der größte Laternelauf der Stadt gesichert. Als Sieger des Jahres 2013 war die Wehr verpflichtet, den Feuerwehrwettkampf 2014 auszurichten. Beim Rapsblütenfest in Ellenberg stellte die Kappelner Wehr ihr Löschfahrzeug „De ole Richard“ für eine Oldtimer-Ausstellung zur Verfügung.

Für 20-jährigen aktiven Feuerwehrdienst wurden Arne Raub und Carsten Brendemühl mit entsprechenden Dienstzeitspangen ausgezeichnet. Frank Losigkeit wurde zum Hauptfeuerwehrmann befördert.

Für die Kappelner Polizei bedankte sich der stellvertretende Revierleiter Rainer Detlefsen für die gute Zusammenarbeit. „Die Feuerwehr ist unverzichtbar“, betonte er, „und immer ein verlässlicher Partner gewesen.“ Ähnlich äußerte sich der Kappelner Rettungsstellenleiter Hans-Dieter Nissen.

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