zur Navigation springen

Eckernförde : Erste Ideen für die Nooröffnung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

In Eckernförde bringt ein Workshop mit Vertretern der Öffentlichkeit erste Ansätze für die Gestaltung der Innenstadtfläche.

Die Nooröffnung in Eckernförde kommt. Doch wann die Neugestaltung des Areals zwischen Reeperbahn, Bahnschienen, Noorstraße und Schulweg soweit ist, konnten auch die Mitglieder des Workshops vom vergangenen Wochenende nicht sagen. 26 Bürger hatten sich drei Stunden lang in Klausur gesetzt, um Vorstellungen von der möglichen Ausgestaltung der Nooröffnung zu entwickeln. Darunter waren Politiker, Vertreter von Beiräten, Vereinen und der Kirche, von Wirtschaftsverbänden und Wohnungsunternehmen, Stadtwerken, Eckernförder Verwaltung, Architekten und der Bürgerinitiative. Am Nachmittag präsentierten sie die Ergebnisse ihrer Arbeit im Rathaus vor rund 50 Bürgern. Sie dienen jetzt als Grundlage weiterer Besprechungen.

Die Arbeitsgruppe „Städtebau/Gestaltung“ plädierte laut Sprecherin Katharina Heldt dafür, die Hafenpromenade um den Steindamm herum und an der Borbyer Seite ohne Unterbrechung fortzuführen. Die Bebauung der Borbyer Seite ab Parkplatz Vogelsang Richtung Siegfried-Werft will die Gruppe dagegen ad acta legen. Ob das Baufeld an der Gaehtjestraße/Ecke Steindamm bebaut werden soll, müsse verkehrsplanerisch noch geklärt werden. Dazwischen jedoch sollen nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe zweigeschossige Gebäude mit einer Traufhöhe von sechs Metern plus Satteldach entstehen – mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss und Wohnen im Obergeschoss.

An dem neu entstehenden Gewässer sollen am Südostufer Reihenhäuser für Privatleute entstehen – zweigeschossig plus Satteldach. In der zweiten Reihe dahinter sprach sich die Gruppe für Geschosswohnungsbau aus – dreigeschossig mit Satteldach. Dort soll auch sozialer Wohnungsbau entstehen. Der Einzelhandel soll am Schulweg platziert werden. Tiefgaragen sollen den ruhenden Verkehr aufnehmen.

Ein Kino hätte nur eingeschränkt Platz an der Nooröffnung: „Nur mit deutlich weniger als 700 Sitzplätzen“, so Katharina Heldt. Eine Alternative wäre das Gelände des Skaterparks. Als Ausweichfläche für die Jugendlichen könnte eventuell die Grünfläche auf der Nordwestseite dienen.

Die Arbeitsgruppe „Wirtschaft/ Ökonomie“ hat sich ebenfalls mit der Ansiedlung eines Kinos beschäftigt. Sprecherin Karin Himstedt sagte: „Dabei ist uns aufgefallen, wie klein das Gebiet ist, über das wir reden. Das würde die weitere Nutzung sehr einschränken.“ So tendiert auch ihre Gruppe dazu, das Kino auf dem Gelände der Skaterbahn anzusiedeln. Auch ohne Kino bliebe nur Platz für 50 bis 70 Wohneinheiten. Den Fokus legte die Gruppe dabei auf den Mietwohnungsbau in einem Mix aus frei finanzierten und geförderten Wohnungen. Ein Wanderweg müsse am neu entstehenden Gewässer entlangführen – frei zugänglich.

Der Gruppe „Soziales/ Gesellschaftliches“ um Sprecher Michael Kornath war es wichtig, Mehrgenerationenwohnen zu ermöglichen – in Form von Wohngemeinschaften und Gemeinschaftshäusern. Auch kleinere Wohneinheiten für Singles müssten entstehen, sozialer Wohnungsbau und ein Treffpunkt als Jugendangebot. Eine Badestelle und eine wassersportliche Nutzung seien selbstverständlich.

Die Gruppe „Ökologie“ forderte, das Zusammenspiel von Noor und Ostsee sichtbar zu machen. Das Wasser müsse „erlebbar und erfahrbar“ werden, so Sprecher Martin Klimach-Dreger. Es müsse sichtbare Verbindungen und einen direkten Weg an der Wasserkante geben, der keine
„B-Seite“ werden dürfe, an der die Mülltonnen der Wohnhäuser stünden. Dabei bedürfe es einer harten Wasserkante auf der Südost-Seite, während auf der gegenüberliegenden Seite ein Schilfgürtel entstehen könnte.

Der im Vorfeld immer wieder genannte geplante „Investorenwettbewerb“ irritierte den Vorsitzende des Altstadtvereins, Günter Haß. „Wir brauchen Entwürfe von Gestaltern und Architekten, die unsere Stadt verschönern“, sagte er. „Das muss ein Architektenwettbewerb sein.“ Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel beruhigte: „Wir denken bei dem Investorenwettbewerb an regionale Bietergemeinschaften, die auch auf architektonische, soziale und ökologische Aspekte Rücksicht nehmen und mit denen wir unsere Vorstellungen besprechen können. Wir wollen gerade nicht mit dem Wettbewerb alles an Kompetenzen aus der Hand geben. Die letzten Entscheidungen werden im Rathaus getroffen.“

zur Startseite

von
erstellt am 27.Apr.2015 | 18:40 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen