Rabenkirchen-Faulück : Erst Feuer bekämpft, dann Jubiläum gefeiert

Der stellvertretende Kreispräsident Holger Groteguth (li.) überreichte Wehrführer Norbert Clausen die Silberglocke des Landes.
Der stellvertretende Kreispräsident Holger Groteguth (li.) überreichte Wehrführer Norbert Clausen die Silberglocke des Landes.

Zum 125-Jahr-Festakt der Ortswehr Faulück kam das halbe Dorf zusammen.

shz.de von
16. Juni 2014, 07:30 Uhr

Es war wie verhext. Ausgerechnet eine Stunde vor dem Festakt zur 125-Jahr-Feier der Ortswehr Faulück, gab es Einsatzalarm. Da ließen die Aktiven – auch aus Rabenkirchen, Grödersby und Arnis – alles stehen und liegen und rückten aus. Auf einer Koppel an der Karschauer Straße war eine Rundballen-Presse heiß gelaufen und brannte. Nachdem das Feuer gelöscht war, ging es zurück zur Feier.

Dabei wurde die Wertschätzung, die die 26 Aktive starke Ortswehr – eine von zweien in der Gemeinde Rabenkirchen-Faulück – genießt, deutlich: Ganz Faulück feierte mit, nachdem bereits am Abend zuvor auf dem Hof von Bürgermeister Peter-Martin Dreyer alle fünf Wehren des Amtes Kappeln-Land eine Übung abgehalten haben. Davon zeigte sich Dreyer tief beeindruckt und zollte den Aktiven seine Anerkennung für den „mutigen Dienst“.

Zuvor hatte Brandmeister Norbert Clausen, seit Dezember Chef der Ortswehr Faulück das Wort ergriffen. Als, wie er sagte, „Vorsitzender des Vereins zur Brandbekämpfung“ – der war 1889 gegründet worden – warf er einen Blick in die Historie. Die Aufgaben für die damals reine Löschmannschaft mit 33 Mitgliedern haben sich im Laufe der Jahre erheblich ausgeweitet. Ob Brände, Unfälle, Unwetter, technische Hilfeleistungen, die Suche nach vermissten Personen – das Aufgabengebiet habe sich deutlich ausgeweitet und für die Wehr gelte nach wie vor: „Allzeit bereit“.

Bei alledem verhehlte Clausen nicht, dass der demographische Wandel der Wehr zu schaffen mache. Und so rief er dazu auf, sich in den Dienst der Hilfe für den Nächsten zu stellen. Großes Problem sei die Tagesverfügbarkeit besonders der außerorts Berufstätigen. Außerdem sei das Fahrzeug in die Jahre gekommen – da stehe eine Neuanschaffung auch für Rabenkirchen ins Haus: „Wir brauchen eine für alle akzeptable Lösung.“

Der stellvertretende Kreispräsident Holger Groteguth gratulierte er für den Kreis Schleswig-Flensburg wie auch für das Land Schleswig-Holstein und überreichte dem Wehrführer die Silberglocke, so wie es bei 125-Jahr-Feiern üblich ist.

Er bescheinigte der Wehr Faulück den Willen zur Selbsthilfe, gleichbedeutend mit der Hilfe für den Nächsten. Das ehrenamtliche Engagement verdiene den Dank von Kreis und Land, in den Groteguth auch die Arbeitgeber der Aktiven mit einschloss.

Für die Wehren im Amt Kappeln-Land gratulierte Amtswehrführer Dietmar Schlömer, für den Kreisfeuerwehrverband Vorstandsmitglied Ralf Hansen. In seiner Eigenschaft als Kreisjugendfeuerwehrwart sagte er: „Die Jugendfeuerwehren schaffen für euch den Nachwuchs.“ In den Reigen der Gratulanten reihte sich Amtsvorsteher Bernd Kugler aus Arnis ebenso ein wie für den TSV Rabenkirchen-Faulück dessen Vorsitzender Paul Scheidmann und für die Wehren des Amtes Süderbrarup deren stellvertretender Amtswehrführer Helmut Schwebel. Damit war die Gratulationsrunde beendet – es wurde gefeiert.

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