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Schlei-Bote

25. November 2017 | 01:23 Uhr

Erfolgsmodell für Integration

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

66 Kinder und Jugendliche aus zehn Ländern im interkulturellen Ferienlager des Kreisjugendrings in Neukirchen

Yannik ist ein echtes Lagerkind. Er ist nicht in einem Flüchtlingslagern groß geworden, sondern ein typisches „Neukirchen-Kind“, das bereits von klein an die Sommerlager des Kreisjugendringes besucht hat, viel Spaß, Freude und vor allem Freunde fand und heute als 23-jähriger Betreuer (Teamer) mit Rika und Sosan die Leitung des siebten Interkulturellen Ferienlagers bildet.

Neukirchen – das steht für viele Jugendliche für unbeschwerte Ferientage und für Toleranz. Ein Grund, warum der in Ruanda geborene Yannik, der mit drei Jahren nach Deutschland kam, sich in Neukirchen so wohl fühlt. Hier wird er nicht wegen seiner Hautfarbe mit blöden Sprüchen bedacht. „Kinder sind nicht intolerant, Kinder sind nur neugierig“, hebt Jugendbildungsreferent Wulf Dallmeyer hervor. Yannik hat noch einen weiteren Grund, sich in der Jugendarbeit zu engagieren. „Ich möchte ein wenig von dem zurückgeben, was ich als Kind in Neukirchen geboten bekommen habe.“

Nicht nur in Yanniks positiven Erfahrungen spiegelt sich der Erfolg der Arbeit des Kreisjugendringes wider. Das interkulturelle Zeltlager ist inzwischen längst über die Grenzen der Region hinaus ein Begriff – als Erfolgsmodell für Integration. Die Akteure des KjR haben schon sehr frühzeitig gemerkt, dass es nicht reicht, wenn Politiker schöne Worte über Integration finden. Wer den Erfolg der Integration will, muss die Kulturen zusammenführen und vor allem bei den Kindern anfangen. Kein einfaches Unterfangen, weiß die 22-jährige Kurdin Sosan aus Schleswig. Von einem Diakonie-Mitarbeiter hatte sie vom interkulturellen Ferienlager des KjR gehört und war neugierig geworden. Die Familie war zunächst skeptisch, hat sich dann aber im Rahmen des Eltern-Informationstages überzeugen lassen. In diesem Jahr sind 66 Kinder und Jugendliche aus zehn Ländern und Kulturkreisen in Neukirchen vertreten, erstmals auch ein Kind aus der Dominikanischen Republik.

Toll, sagen viele Kinder, sei nicht nur das Programm. Ebenfalls viel Lob gibt es für die fünf neuen Zeltdachhäuser, die der Kreis im Winterhalbjahr hat errichten lassen. „Für Kinder ist es unwahrscheinlich spannend, von den anderen etwas über ihr Leben, ihre Andersartigkeit zu erfahren“, weiß die 18-jährige Schülerin Rika. Einen hohen Stellenwert hat auch die „Zeltzeit“, in der eine Zeltbesatzung alleine mit den zwei Betreuern, einer Deutscher, einer Migrant, das Programm täglich für zwei Stunden bestreitet. Highlight sind die abendlichen Veranstaltungen, draußen am liebsten, aber auch im Saal. Und immer wieder steht das Ferienlager Neukirchen für überraschend Neues. In diesem Jahr wird ein Lehrgang Gebärdensprache angeboten, um Neukirchen auch für Menschen mit Behinderung zu einem Erlebnis werden zu lassen.

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