zur Navigation springen

„Langsamzeit“ : Entschleunigung statt Halligalli

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Natur, Radfahren, Wandern, Erholung am Strand: Die Ostseefjord-Schlei GmbH setzt bei ihrem neuen Marketingkonzept auf die Idylle der Region.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2014 | 07:30 Uhr

In der Region Ostseefjord Schlei weiß man ziemlich genau, was man nicht kann: „Wer sieben Tage in der Woche am Strand liegen will oder Halligalli sucht, der ist hier falsch“, sagte Ingwer Hansen, Vorsitzender des Tourismusvereins Kappeln. Stattdessen setzt man jetzt im Tourismus-Marketing auf Entschleunigung. „Langsamzeit“ lautet das Schlagwort, das sich die Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS) mit den Tourismusvereinen Kappeln und Geltinger Bucht dazu ausgedacht hat.

Dabei geht es um das Erleben der Natur, um Radfahren, Wandern, Erholung am Strand und auf dem Wasser sowie das Genießen regionaler Produkte – kurz gesagt: Die Region erfindet sich nicht neu, aber sie inszeniert sich auf eine neue Weise. „Unser Konzept passt in die moderne Zeit“, erklärt Max Triphaus, OFS-Geschäftsführer. „Heutzutage wird ständig über den steigenden Stress, über die Informationsflut und Burnout gesprochen. Die Menschen suchen nach der Flucht in eine heile Welt, eine ruhige Idylle – und die wollen wir ihnen bieten.“ Für die Präsentation dieses Konzepts hat sich Triphaus den perfekten Ort ausgesucht: Vom Garten des Cafés Krog in Ulsnis hat man einen guten Blick auf Felder, Wiesen, im Hintergrund glitzert die Schlei in der Sonne. „Genauso stellen wir uns unsere Langsamzeit vor“, sagt Triphaus. „Ein ruhiger Ort mitten in der Natur mit einem tollen Ausblick.“

Konkret will die OFS in Zukunft weniger auf Pauschalangebote setzen. Vielmehr will man den Gästen Ferienwohnungen vermitteln und ihnen Empfehlungen geben, anhand derer sie die Region selber entdecken können. Als Zielgruppe sieht Max Triphaus dabei Familien, Best-Ager, vor allem die sogenannten „Slowies“, also diejenigen, die im Beruf schwer gefordert sind und im Urlaub gezielt Entspannung suchen. Er weiß aber auch, dass er mit Entschleunigung nicht jeden glücklich machen kann. „Wer im Urlaub Party machen will, kommt aber ohnehin nicht zu uns.“

Stattdessen will Triphaus, dass die 74 Gemeinden und zwei Städte in der Region ihre Potenziale nutzen. Als Beispiel nennt er dafür die Steinstrände, die nicht genug geschätzt würden. „Viele sehen es als Nachteil, dass wir kaum Sandstrände haben“, glaubt Triphaus. „Aber Stein ist ein authentisches Produkt. Wenn ich mit meiner Familie an den Strand komme, dann laufen die Kinder als erstes los und sammeln Steine. Für sie sind das echte Schätze.“ Für die neue Kampagne soll der mit einem Slogan versehene Stein deshalb auch zu einem Symbol werden, das an die Touristen als Mitbringsel verteilt werden kann. Andere Ideen sind ein eigener Internetauftritt mit interaktiver Karte der Region (www.langsamzeit.de), eine Plakatkampagne, für die ein Fotowettbewerb ausgerufen werden soll, und eine Kooperation mit Unternehmen, die sich mit dem Slogan identifizieren können. Demnächst soll die „Langsamzeit“ an Bussen, auf Postkarten und auf Plakatwänden an der Autobahn prangen.

Insgesamt nimmt die Ostseefjord-Schlei GmbH für das ganze Projekt 54.000 Euro in die Hand. Losgehen soll es innerhalb der Schleiregion schon in den kommenden Tagen, nach außen hin wird die Kampagne ab September bekannt gemacht – zusammen mit dem Erscheinungstermin des neuen Urlaubsmagazins.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen