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„Wellcome“ in Kappeln : Engel im Haushalts-Allerlei

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Angebot der Evangelischen Familienbildungsstätte unterstützt Mütter von Neugeborenen mit einer ehrenamtlichen Helferin.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2015 | 08:30 Uhr

Ein Kind ist Freude und Glück. Aber auch Anstrengung. Das merken junge Mütter wie Uta Käding recht schnell, wenn nach der ersten Euphorie über den Nachwuchs der Alltag Einzug hält. Darum freute sich die Winnemarkerin umso mehr, als sie nach der Geburt ihres Sohnes Piet Unterstützung von der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS) mit dem Programm „Wellcome“ erhielt. „Antje Gloge und ich kannten uns schon. Sie hat mir damals von dem Angebot erzählt. Und ich bin sehr dankbar dafür“, sagt Käding rückblickend. Denn Antje Gloge, „Wellcome“-Koordinatorin in der FBS, vermittelte den Kontakt zwischen Uta Käding und einer der ehrenamtlichen Helferinnen des Programms. Die sogenannten „Wellcome-Engel“ bieten jungen Müttern während des ersten Lebensjahres des neugeborenen Kindes eine Chance, für wenige Stunden pro Woche „abzuschalten“ oder sich alltäglichen Kleinigkeiten widmen zu können.

Uta Käding erinnert sich: „Die Wellcome-Mama war mir sofort sympathisch. Und als Piet etwa zweieinhalb Monate alt war, ist sie ein Mal pro Woche zwei bis drei Stunden zu uns gekommen.“ Hintergrund von „Wellcome“, betont Antje Schümann als Leiterin der Familienbildungsstätte Kappeln und Schleswig, sei nicht, überforderten Müttern zu helfen. „Dafür gibt es andere Einrichtungen“, sagt Schümann. „Wellcome gibt Müttern für einen kurzen Zeitraum in der Woche die Möglichkeit, sich um sich selbst zu kümmern, während das Kind versorgt ist.“ Diese Unterstützung hat auch Uta Käding dankbar angenommen. „Es war ein entspanntes Gefühl. In der Zeit, als die Wellcome-Mama sich um Piet gekümmert hat, konnte ich in Ruhe duschen, einkaufen, zum Friseur gehen oder einfach mal einen Kaffee trinken“, sagt die Winnemarkerin.

Ihren Sohn das erste Mal der „Wellcome“-Helferin zu übergeben, habe die Zweifach-Mama allerdings schon Überwindung gekostet. „Aber ich habe aber sehr schnell Vertrauen gefasst und Piet sowieso“, sagt sie. „Der hat sich immer total gefreut, wenn sie da war.“ Uta Käding berichtet außerdem, die Ehrenamtlerin der FBS – selbst Mutter von drei Kindern – habe geschafft, dass der kleine Junge im Kinderwagen eingeschlafen sei. „Sie hat eine Weile mit Piet gespielt, danach haben sie einen Spaziergang gemacht, und er ist im Kinderwagen eingeschlafen. Das ist mir nie gelungen“, zeigt sich die Mutter noch heute verblüfft. Uta Käding hebt im Besonderen lobend hervor, dass sich die Ehrenamtlerin der FBS stets auf die Bedürfnisse der jungen Mutter eingestellt habe. „Wann sie die Flasche geben, wann sie mit dem Kleinen spazieren gehen soll – das hat sie alles vorher abgefragt. Es tat gut zu wissen, dass sie es so macht wie ich es möchte“, sagt Käding.

Uta Sigmund ist einer von derzeit acht „Wellcome-Engeln“ in Kappeln und betreute bis vor wenigen Monaten über ein Dreivierteljahr eine Familie mit Zwillingsnachwuchs. Die Mutter eines 14-jährigen Sohnes und drei erwachsenen Stiefsöhnen kann der ehrenamtlichen Tätigkeit im Rahmen des „Wellcome“-Angebotes nur Positives abgewinnen: „Es ist toll. Man wird immer freudig empfangen, zuerst von den Eltern, dann von den Babys.“ Insbesondere der Vertrauensaufbau mit der Familie sei für die Ehrenamtlerin eine eindrückliche Erfahrung gewesen. Für Uta Sigmund ist „Wellcome“ ein Gewinn für alle Beteiligten. Ihre Bilanz: „Man bekommt unheimlich viel zurück.“

Auch für Antje Schümann liegen die Vorteile des Programms klar auf der Hand. Denn so sei das Engagement für die Ehrenamtler mit der Betreuung einer Familie mit bis zu maximal einem Jahr zeitlich überschaubar. „Und“, so die Leiterin der FBS weiter, „Kinder sind toll, aber anstrengend. Die Wellcome-Engel bringen eine ganz andere Geduld mit, weil sie wissen, die Zeit mit den Kindern ist für sie begrenzt.“

Und obwohl das Engagement für „Wellcome“ nach Aussage von Koordinatorin Antje Gloge „eines der schönsten Ehrenämter“ ist, würde sich die FBS nicht nur über weitere Mütter und Väter freuen, die das Angebot in Anspruch nehmen, sondern auch gern mehr freiwillige Helferinnen im Team willkommen heißen. Für junge Mütter wie Uta Käding ist „Wellcome“ ein Wohlfühl-Angebot. „Ich hätte es auch ohne geschafft, aber so war es sehr viel entspannter“, sagt die zweifache Mutter. Antje Schümann gibt ihr Recht: „Meine Hebamme sagte schon vor 28 Jahren zu mir: Eine zufriedene Mutter ist eine gute Mutter – und das stimmt.“


> Wer sich gern ehrenamtlich für „Wellcome“ engagieren oder die Unterstützung eines „Wellcome-Engels“ in Anspruch nehmen möchte, wende sich an Antje Gloge in der evangelischen FBS, Wassermühlenstraße 12, unter Tel. 0  46  42  /  91  11  41 oder kappeln@wellcome-online.de. Weiteres unter www.wellcome-online.de.

 

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