Kappeln : Energiepark statt Hotel?

Seit 2011 steht die „Alte Schiffsgalerie“ leer. Mehrere Anläufe, das zu ändern, scheiterten. Jetzt folgt der vierte Versuch.
Seit 2011 steht die „Alte Schiffsgalerie“ leer. Mehrere Anläufe, das zu ändern, scheiterten. Jetzt folgt der vierte Versuch.

Die „Alte Schiffsgalerie“ könnte Platz für Gewerbe und Wohnen machen – wenn genug Investoren zusammenkommen.

shz.de von
04. August 2018, 07:30 Uhr

Ein bisschen scheint die „Alte Schiffsgalerie“ das Potenzial einer unendlichen Geschichte in sich zu tragen. Seitdem das Hotel-Restaurant an der Ecke Flensburger Straße / B 199 Ende 2011 seinen Betrieb eingestellt hat, sollte an selber Stelle mal eine Seniorenwohnanlage, mal Einzelhandel, mal Wohnungsbau realisiert werden. Allerdings: Über den Soll-Status hat es nichts davon geschafft. Jetzt also Anlauf Nummer 4: Ein Energiepark soll es werden. Diese Idee präsentierte der Kappelner Projektentwickler Bernhard Gummert dem Bauausschuss in dieser Woche – und hoffte dabei auf mehr, als der Ausschuss ihm bereit war zu geben.

„Arbeiten und Wohnen“ nannte Gummert das Modell, das er im Auftrag eines Kappelner Sanitär- und Heizungsbetriebes entwickelt hatte. Demnach hegt dieser Betrieb ein Interesse, auf dem „Schiffsgalerie“-Gelände Bürogebäude und Lagerhalle zu errichten. Dafür benötigt er 2000 Quadratmeter. Insgesamt umfasst das Areal aber 7000 Quadratmeter, die der Eigentümer auch nur in Gänze verkaufen will. Gummert: „Aus dieser Notwendigkeit ist die Idee erwachsen, andere Betriebe mit einem ähnlichen Interessenschwerpunkt dazuzuholen.“ Als Beispiele nannte er etwa Planer oder Energieberater, die dann ihre eigenen Bürogebäude errichten und in einem zweiten Schritt ihren Mitarbeitern auf dem Gelände Wohnmöglichkeiten zur Verfügung stellen könnten. „Und so entstand das Projekt eines Energie- und Zukunftsparks“, sagte Gummert.

Und obwohl er aus mehreren Fraktionen Lob für die Idee erhielt, reichte ihm der Beschlussvorschlag nicht aus. Dort war von einer „grundsätzlichen Zustimmung“ des Ausschusses die Rede, um die erforderliche Bauleitplanung anzugehen. Knackpunkt: Aufgrund zahlreicher parallel laufender Verfahren (etwa zum Südhafen oder zum Gewerbegebiet) prognostizierte die Verwaltung den Beginn dieses neuen Verfahrens auf Herbst 2019. Gummert: „Das bremst die Entwicklung aus.“ Er führte an, mit diesem Beschluss keine Sicherheiten in der Hand zu haben, die er anderen möglichen Investoren anbieten könne, um sie für das Projekt zu begeistern. Ginge es nach Gummert, hätte er den Sitzungssaal am liebsten mit einem Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan verlassen.

Dieser Wunsch fiel im Bauausschuss jedoch nicht auf fruchtbaren Boden. Vorsitzender Lars Braack (SPD) begann vorsichtig, als er deutlich machte, dass die Planung „sicherlich an der ein oder anderen Stelle noch etwas justiert werden muss“. Michael Arendt (LWG) wurde etwas genauer: „Die Konturen des Projekts sind noch nicht so scharf, als dass wir heute mehr als eine Absichtserklärung abgeben können.“ Und auch Rainer Moll (SPD) fand, man solle „nicht vorauseilend agieren“. Einzig Christian Andresen (SSW) sprach sich dafür aus, dem Planer und Investor „etwas mitzugeben, das signalisiert, dass das Projekt erhöhte Aussicht auf Erfolg hat“. Genau das aber tat – nach Ansicht der Mehrheit – eben der vorformulierte Beschlussvorschlag.

Gegen die zwei Stimmen der Grünen stimmte der Bauausschuss danach grundsätzlich zu, die notwendige Bauleitplanung für einen Energie- und Zukunftspark zu verwirklichen. Für Bernhard Gummert soll diese Zustimmung der Startschuss sein, weitere Investoren zu finden. Und für die „Alte Schiffsgalerie“ womöglich das Ende der unendlichen Geschichte.

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