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Schlei-Bote

21. Oktober 2017 | 16:32 Uhr

„Endlich Naturschutz in Olpenitz“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

IGU fordert überfälligen Bau eines Zauns am Nordhaken im Ostsee-Resort / Wachsende Sorge um sinkende Zahlen bei Schwalben

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Umweltschutz Kappeln und Umgebung (IGU) müssen künftig ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Einstimmig sprachen sich die Anwesenden auf der Jahresversammlung des Vereins für eine Beitragserhöhung aus, sodass Einzelpersonen ab sofort 12 Euro, Familien 20 Euro, sowie Studenten und Arbeitslose 6 Euro im Jahr bezahlen.

Mit diesem Geld möchte die IGU mindestens genauso aktiv weiterarbeiten wie im vergangenen Jahr. Vorsitzender Dieter Rackow erinnerte an das zentrale Thema, das die IGU im Jahr 2013 beschäftigt hat, nämlich die Radwege in Kappeln. Sie seien wichtig, nicht nur für Gesundheit und Ökologie, sondern weil „Investitionen in breite und sichere Radwege mehr für die Attraktivität der Innenstadt bringen als Investitionen in Parkflächen“, sagte Rackow. Entsprechende Pläne wurden bereits zwei Mal in Gremien der Stadt vorgestellt.

In Sachen Olpenitz forderte die IGU von der neuen Investorengruppe, dass jetzt „endlich die vertraglich übernommenen Verpflichtungen zum Naturschutz erfüllt“ werden. Bis heute fehle der Schutzzaun gegen Füchse und Marder am Nordhaken. Rackow: „Der hätte bereits vor Baubeginn stehen müssen.“

Auf dem Gelände der Schlei-Terrassen sieht die IGU eine 2,5 Hektar große, als Sportboothafen eingetragene Fläche „äußerst kritisch“, weil die Fläche in einem „streng geschützten Bereich“ liege. Eine entsprechende Stellungnahme habe man abgegeben. Ohnehin sei der Sportboothafen überflüssig, da es schon in Olpenitz entsprechende Anlagen gebe.

Die IGU hat darüber hinaus den Nabu Ostangeln mit 500 Euro unterstützt. Dadurch konnten zwei Jugendliche für ein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ eingestellt werden. Sie sollen der IGU bei Arbeiten auf dem vereinseigenen Gelände in Faulückfeld zur Hand gehen und haben bereits wucherndes Holz zurückgeschnitten und einen vom Sturm „Christian“ umgeknickten Baum beseitigt.

Die von der IGU aufgehängten Sommerquartiere für Fledermäuse wurden nach Rackows Worten gut angenommen. In den Bunkern im Hüholz überwinterten 27 Fledermäuse. Bei einer Begehung wurde ein Zugang entdeckt, den vermutlich ein Fuchs oder Marder gegraben hatte. Der wurde mit Steinen verschlossen.

In Roest und im Rückeberg wurden Amphibienzäune mit Hinweisschildern aufgestellt, um den wandernden Kröten, Grasfröschen und Molchen das Überleben zu sichern. Zusätzlich werden die Tiere nachts eingesammelt und über die Straße gebracht.

Sorgen macht sich die IGU über die Situation von Schwalben und Mauerseglern. Ihre Nester würden in der Fußgängerzone nicht mehr geduldet. Außerdem fehle ein ausreichendes Insektenangebot, sodass nur wenige Jungtiere flügge würden.

Den Kassenbericht stellte Annemie Dick vor. Einnahmen von 2475 Euro standen Ausgaben von 3437,50 Euro gegenüber – unproblematisch bei einem Vereinsvermögen von gut 6400 Euro.

Bei den Vorstandswahlen wurden Dieter Rackow und Annemie Dick sowie die Beisitzer Michael-Sven Schattka und Jens Danger in ihren Ämtern bestätigt. Neuer Beisitzer wurde Ralf Prölss, weil Dr. Rainer Hoßfeld nach 17 Jahren nicht wieder kandidierte. Er wurde mit einem Geschenk und Blumen verabschiedet.

Zum Schluss setzte sich Dieter Rackow in seinem Vortrag „Hausgärten als Refugien für bedrohte Pflanzen und Tiere“ mit den Möglichkeiten auseinander, den eigenen Garten für den Erhalt einer intakten Natur zu nutzen.

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