Gelting : Endlich Bewegung im Polder-Streit

Bürgermeister Uwe Linde zeigt, wo die Geltinger Au verrohrt unterhalb der Nordstraße verläuft: ein Engpass mit Rückstaugefahr.
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Bürgermeister Uwe Linde zeigt, wo die Geltinger Au verrohrt unterhalb der Nordstraße verläuft: ein Engpass mit Rückstaugefahr.

Die Pläne für den Hochwasserschutz in Gelting liegen jetzt vor.

shz.de von
30. Januar 2015, 12:30 Uhr

Langsam kommt der seit drei Jahren überfällige Hochwasserschutz im Kneippkurort in die Gänge. „Der Wasser- und Bodenverband Geltinger und Stenderuper Au hat jetzt die Unterlagen für das erforderliche Planfeststellungsverfahren vorgelegt,“ erklärte Geltings Bürgermeister Uwe Linde anlässlich der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Zugleich sei der endgültige Beschluss zum Bau eines Polders gefasst worden. Ein Lob sprach Linde den Verantwortlichen des Verbandes für ihr umsichtiges Handeln während der Überschwemmungsgefahr im vergangenen Dezember aus. „Sie haben ihre Hausaufgaben gut gemacht“, sagte er.

Ein letztes Mal stand die vereinfachte Änderung des Bebauungsplans Nr. 18 für den Bereich „südlich der Straße Wackerballig“ auf der Tagesordnung. Auf dieser Fläche neben dem Land-Domizil des Geltinger Yachtclubs sollen in diesem Jahr vier Ferienhäuser entstehen. Für eines dieser Gebäude ist auch der Bau einer Garage geplant. Allerdings war bei der ursprünglichen Antragsstellung dieses Detail vom Planer vergessen worden. Folglich musste das Planungspaket noch einmal eine „Ehrenrunde“ durch die Behördenstuben drehen – eine reine Formalie. Denn es zeigte sich, dass niemand aus den Reihen der öffentlichen Träger dazu Stellung nehmen wollte. So gaben die Mandatsträger mit ihrer einmütigen Billigung des Bebauungsplans nun „grünes Licht“ für den Investor. Er kann „jetzt loslegen“.

Im Geltinger Ortsteil Lehbeck wird künftig von den Hausbewohnern für die Abwasserbeseitigung eine Grundgebühr erhoben. Sie klettert von Null auf 54 Euro pro Jahr. Unverändert bleibt hingegen die Einleitungsgebühr von 4,45 Euro je Kubikmeter. Wie Bürgermeister Linde dazu erläuterte, hängt die neue Grundgebühr mit dem Trend zum zunehmenden Wassersparen zusammen. Die Berechnung der Abwassergebühren sei so kalkuliert, dass sie dem finanziellen Aufwand für den Betrieb der Kläranlagen entspreche.

Für das Dorf Gelting mit seiner zentralen Kanalisation gelten derzeit andere Gebühren: 3,52 Euro je Kubikmeter und 123 Euro Jahresgrundgebühr. Noch anders sieht es für den Ortsteil Stenderup aus: Laut Beschluss der Gemeindevertretung wird dort die Grundgebühr von 120 auf 168 Euro pro Jahr angehoben, während die Einleitungsgebühr mit 3,84 Euro konstant bleibt. Die Abwasseranlagen, darunter kleinere Klärteiche, sind nach Darlegung des Bürgermeisters so unterschiedlich strukturiert, dass eine – eigentlich wünschenswerte – Vereinheitlichung der drei Gebührensatzungen innerhalb der Kommune nicht möglich erscheint. Linde: „Insgesamt gesehen haben wir jetzt einen finanziellen Puffer im Abwasserhaushalt, aber es sind auch noch einige marode Abflussleitungen vorhanden.“

Weiteres in Kürze:

> Ornithologisch erfreulich ist die Ansiedlung eines Seeadler-Brutpaares im Holmkjär, einem naturnahen Bereich in Richtung Rabenholz. Dieses Areal steht nun für einige Jahre unter besonderem Schutz.

> Der gemeinsam mit dem Schwarzdecken-Verband Nord finanzierte Ausbau der Gemeindestraße nach Goldhöft zur Birk beginnt nach den Worten des Bürgermeisters Mitte März. Es wird eine neue Asphaltdecke aufgetragen.

> Rund 30 weitere große Sterne zum Stückpreis von 300 Euro sollen angeschafft werden, um im Norderholm, Süderholm und an der Nordstraße die Weihnachtsbeleuchtung zu komplettieren.

> Ausverkauft ist das Baugebiet Mühlenfeld III mit 19 Grundstücken. Das bedeutet: Die Geltinger Mandatsträger richten ihr Augenmerk auf „Neuland“ unweit der Birkhalle in Richtung Wackerballig.

> Die nächste Mitgliederversammlung des Wasser- und Bodenverbandes Geltinger und Stenderuper Au findet am Dienstag, 3. Februar, ab 10 Uhr im Gasthaus Gelting, Norderholm 28, statt. Alle über 700 Mitglieder des Verbandes dürfen an der Wahl des Verbandsausschusses teilnehmen. Des Weiteren werden die Mitglieder über Verbandsangelegenheiten unterrichtet.

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