Endgültig: Kreis übergibt Gymnasium an die Stadt

Eingerüstet: Das Dach der Sporthalle wird saniert.
Eingerüstet: Das Dach der Sporthalle wird saniert.

Der Kreistag hat die Schulträgerschaft für das Gymnasium auf Kappeln übertragen. Damit ist die Stadt endgültig Eigentümer der Immobilie. Der Schulausschuss informierte sich vor Ort über die Einzelheiten und die Sanierungsmaßnahmen.

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02. Oktober 2009, 10:09 Uhr

Kappeln | "Willkommen in Ihrer Schule!" Es waren ganz neue Töne, mit denen Dietmar Hilscher, kommissarischer Leiter der Klaus-Harms-Schule, die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Schulen begrüßte. Für die Mitglieder klang das noch etwas ungewohnt, "Ja das ist jetzt wirklich Ihre Schule", bestätigte Thomas Johannsen von der Stadtverwaltung.

Erstmals tagte der Ausschuss in der Klaus-Harms-Schule. Das Datum war wohl gewählt, denn nahezu zeitgleich billigte der Kreistag in Schleswig den Vertrag zur Übertragung der Schule in die Trägerschaft der Stadt. Damit ist Kappeln jetzt endgültig Eigentümerin des Gymnasiums.

Dabei hat die Stadt in den Verhandlungen mit dem Kreis in vielen Punkten einen Interessenausgleich geschafft. Denn ursprünglich strebte der Kreis für sich ein Nullsummenspiel an. Doch jetzt werden die notwendigen Sanierungsarbeiten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro vom Kreis über das Konjunkturpaket II durchgeführt, so dass der Kreis auch für den Eigenanteil der Kosten zuständig ist. Zu diesen Maßnahmen gehören laut Verwaltung die Erneuerung der Fenster und Außentüren an Schulgebäude und Sporthalle für 519 000 Euro, die Dachsanierung und Wärmedämmung der Sporthalle in Höhe von 306 000 Euro, der Austausch der Heizkörper für 165 000 Euro sowie der Einbau von Brandschutzdecken für 185 000 Euro. Auch Reinigungsgeräte, die der Kreis ursprünglich für sich reklamiert hatte, überlässt er jetzt der Schule. Und die auf dem Grundstück noch lastenden Restschulden übernimmt der Kreis ebenfalls.

"Unterm Strich haben wir keinen schlechten Schnitt gemacht" so Johannsen, der das Ergebnis auch auf das gute Verhandlungsklima zwischen Stadt und Kreis zurückführte. Und für die Aufstellung der Klassenpavillons in der Hindenburgstraße zahlt der Kreis 250 000 Euro, als Ausgleich dafür, dass er nicht in neue Räumlichkeiten investieren muss, wie Ausschussvorsitzende Dagmar Ungethüm-Ancker berichtete. Denn in der Zwischenzeit habe die Klaus-Harms-Schule fünf Räume von der Gemeinschaftsschule übernommen. "Das hat zu einer großen Entlastung geführt" sagte Hilscher.

So konnten die achten und zehnten Jahrgänge gemeinsam im neuen Westflügel untergebracht werden, und die gesamte Oberstufe befindet sich erstmals im Ostflügel. Doch da die Sanierung noch die nächsten Monate andauert, müssen manche Räume wieder aus dem Schulbetrieb genommen werden. Damit der Unterrichtsbetrieb nicht zu sehr gestört wird, hat man sich auch schon auf eine spezielle Vorgehensweise verständigt, wie Hilscher erläuterte. "Für die Sanierung werden wir die Klassenräume stückweise stilllegen."

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