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Schlei-Bote

23. August 2017 | 06:58 Uhr

Ende der Illusionen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zum Aus für den Schwimmbad-Neubau

Kappeln ist um eine Illusion ärmer. Es wird vorläufig keinen Neubau der Schwimmhalle geben. Und man sollte sich keiner weiteren Illusion hingeben: „Vorläufig“ meint in diesem Fall wohl eher endgültig. Dieses Ergebnis war abzusehen. Hieß es zunächst immer, der Bau sei nicht das eigentliche Problem, doch der Betrieb des Bades, mussten die Verantwortlichen jetzt feststellen, dass sowohl das eine wie das andere für Kappeln eine Nummer zu groß ist. Denn ohne Förderkulisse ist auch der Bau einer Schwimmhalle von einer Stadt wie Kappeln nicht zu stemmen. Selbst wenn die Stadtvertreter das Vorhaben beschlossen hätten, die Kommunalaufsicht hätte es sofort kassiert.

Es mutet eigenartig an, dass das Land für die Schulen Schwimmunterricht im Lehrplan vorschreibt und ein Spaßbad in Damp fördert, aber nicht ein Lehrschwimmbad in Kappeln. Doch ändern lässt sich daran nichts. Der Plan eines interkommunalen Bades hatte Charme, aber er kam auch zur falschen Zeit, in der die Kommunen mit dem Ergebnis des neues Zensus oder der Novelle des Kommunalen Finanzausgleichs zu kämpfen haben. Die Badproblematik ist mit dieser Entscheidung wahrlich nicht erledigt. Nun heißt es Alternativen zu erarbeiten, um Unterrichtsstunden für die Schwimmschüler und auch Übungsstunden der DLRG sicherzustellen.

Was wurde die LWG kritisiert, als sie es 2009 wagte, einen Haushaltskonsolidierungsausschuss anzuregen. Heute ist er Realität und wird von allen Fraktionen mitgetragen. Das zeigte auch das nahezu einstimmige Abstimmungsergebnis in der Stadtvertretung. Die Entscheidung gegen einen Schwimmbadneubau ist das bislang deutlichste Zeichen, dass die Haushaltskonsolidierung in Kappeln angekommen ist. Und keiner sollte sich der Illusion hingeben, dass damit das Sparen ein Ende hätte. Es werden noch weitere Signale folgen. Wie so manche Medizin ist auch der eingeschlagene Sanierungskurs bitter, doch andernfalls wären die Folgen wie Zwangsverwaltung noch viel bitterer.

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von
erstellt am 20.Feb.2014 | 17:08 Uhr

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