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Nabu Ostangeln : Empörung über Frevel an Greifvögeln

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Nabu-Ortsgruppe Ostangeln sammelt Spenden für einen neuen Seeadler-Horst.

Der Habicht muss qualvoll gelitten haben, denn seine Klauen waren abgetrennt. Und nach Ansicht des Nabu Ostangeln war dies alles andere als ein unglücklicher Zufall. Vielmehr soll der vor Kurzem im Kappelner Hüholz gefundene Greifvogel Opfer einer widerrechtlich aufgestellten Schlagfalle gewesen sein. Es wird vermutet, dass der Habicht nicht zufällig, sondern ganz gezielt bejagt wurde, unter anderem deshalb, weil diese Spezies im Stadtgebiet häufig den Brieftauben und bisweilen sogar freilaufenden Hühnern den Garaus macht. Doch die vorsätzliche Tötung eines gesetzlich geschützten Greifvogels stellt eine strafbare Handlung dar.

Um einen weiteren Greifvogel ging es beim nächsten Thema der Jahresversammlung Nabu-Ortsgruppe Ostangeln im Geltinger „Landkrog“. Gemeint ist das heimliche Fällen einer Eiche mit einer Seeadlerbrutstätte. „Menschen, die eine solche strafbare Handlung begehen, haben meine tiefste Verachtung.“ Mit diesen Worten nahm Edmund Link aus Schafflund, Naturschutzbeauftragter des Kreises Schleswig-Flensburg, zu dem Mitte Februar in einem Stanghecker Wald vernichteten Seeadler-Horst Stellung. Nabu-Vorsitzende Dagmar Struß aus Kappeln erklärte, sie wolle nun Spenden anwerben, um für das verwaiste Adlerpaar einen festen Aufsatz anzuschaffen und ihm so eine neue Bleibe zu bieten. Die Nabu-Mitglieder vermuten, dass die Greifvögel bereits in dem zerstörten Horst ihre Eier bebrüteten. Offensichtlich haben sie nicht ihr Revier verlassen, wie die Beobachter feststellten. Unter Umständen verfügen die Altvögel in der Nähe noch über einen früher benutzten „Ersatz-Horst“. Wie Link berichtete, gibt es im Kreisgebiet derzeit vier weitere bewohnte Seeadler-Horste. Was den Standort Stangheck betrifft, wird nach Auffassung des Nabu durch dieses Vergehen der Weg für den Bau von Windkraftanlage nicht frei. Doch warnte die Vorsitzende davor, irgendwelche Personen als Täter zu verdächtigen.

Die als Verein eingetragene Gruppe stärkt dem Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) für Hochwasserschutz in Gelting den Rücken. Deren Vorsitzender Peter Buchholz, der zugleich Sitz und Stimme im Ausschuss des Wasser- und Bodenverbandes Geltinger-Stenderuper hat, bezeichnete die vorgesehene Polderlösung als technisch nicht ausgereift und sogar gefährlich, weil bei schweren Regenmassen die Wälle überschwemmt und das Rohrsystem unter der Nordstraße die Fluten nicht aufnehmen könne. Die von der IG favorisierte Graben-Umleitung um Gelting werde von den Polder-Befürwortern inzwischen herablassend als „kanalähnliches Bauvorhaben“ bezeichnet. „Wir werden mit unserem Vorschlag, der mit den europäischen Wasserrichtlinien in Einklang steht, ausgebremst“, sagte Buchholz. Mit Blick auf die personellen Veränderungen im Verbandsausschuss fügte er hinzu: „Aber es ist noch nicht aller Tage Abend.“

Im weiteren Verlauf der Versammlung bestätigten die Mitglieder die Vorsitzende Dagmar Struß einmütig in ihren Amt. Neuer Beisitzer ist Karl-Heinz Althammer aus Neukirchen. Holger Tüxen aus Steinbergkirche wurde in Abwesenheit als Vorstandsmitglied ebenfalls bestätigt. Neuer Revisor ist Bertold Surm aus Kattrott. Als frischgebackene Vogelwartin der Nabu-Station Geltinger Birk tritt in Kürze Daniela Vollmers (28) aus Stade ihren Bundesfreiwilligendienst an.

Mit einem umfangreichen Arbeitsprogramm will die 322 Mitglieder starke Ortsgruppe in diesem Jahr aufwarten. Dabei wird auf Bewährtes zurückgegriffen: Vogeltouren und Birk-Exkursionen für jedermann, Vorträge über Wölfe, Wildpferde, Schweinswale, Fledermäuse und Amphibien. Mit der Naturschutzjugend plant der Nabu unter anderem den Bau von Nistkästen und Beobachtungen des Vogelzugs. Bei vielen Aktionen ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzgruppen in Kappeln, Flensburg und Süderbrarup vorgesehen. Auch mit der Bürgerinitiative „Schönes Angeln“ ist längst ein Schulterschluss vollzogen.

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