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Rettungshunde Südschleswig : „Emma“ hat den richtigen Riecher

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Rettungshundestaffel Südschleswig übt mit ihren Tieren an der Kappelner Margarethen-Residenz das Auffinden vermisster Personen.

„Emma“, die schwarze Labradorhündin, ist furchtbar aufgeregt. Kurz schnuppert sie an dem zerknüllten Taschentuch, das Frauchen ihr vor die Nase hält. „Arbeiten“ heißt dann das kurze Kommando, mit dem Susann Voß ihrem Hund signalisiert, dass er eine vermisste Person suchen soll. Die feuchte Nase dicht über dem Boden läuft „Emma“ sofort los.

Susann Voß hat ihren Hund fest an einer langen Leine. Nach einigem Hin- und Herschnüffeln hat „Emma“ den richtigen Riecher, läuft zügig die Straße entlang und biegt ohne zu zögern an einer Ecke ab. Da steht Gisela Domnowsky, eine kleine alte Dame. „Emma“ geht zielstrebig auf sie zu, und obwohl noch mehrere andere Personen in der Nähe sind, bleibt sie vor der Dame stehen. Sie weiß, dass nur sie die Gesuchte sein kann.

Diese Suche war heute nur eine Übung. Die Leiterin der Margaretenresidenz in Kappeln, Petra Heide, hat den Verein „Rettungshunde Südschleswig“ eingeladen, eine Notfallübung im Haus und auf dem Gelände der Einrichtung durchzuführen. Nach erfolgreicher Suche gibt es für „Emma“ erstmal ausgiebiges Lob und eine Handvoll Wurststückchen als Belohnung für die gute Arbeit. Voß, die die Vorsitzende des Vereins ist, ist zufrieden mit ihrem Hund und Domnowsky, die in der Margarethen-Residenz wohnt, hat die Sache sichtlich Spaß gemacht.

Die Rettungshunde Südschleswig wird bei Notfällen von der Polizei oder den Johannitern angefordert. Dann ist das Team mit den Suchhunden innerhalb von 45 Minuten zur Stelle. „Angefangen hat alles als Hobby. Aber das war uns bald nicht mehr genug“, sagt Susann Voß. Der Verein hat 18 Mitglieder, von denen einige mehrere Hunde haben. „Jeder Hund ist prinzipiell als Suchhund geeignet. Wir haben Schäferhunde, Labrador, Mischlinge, kleine und große Hunde. Wichtig ist, dass der Hund Ausdauer hat und Nase und natürlich einen ausgeprägten Suchwillen“, erläutert Voß.

Susi Kreische, Ausbildungsleiterin für die Flächensuche, ist jetzt mit ihrem Schäferhund „Rex“ im Wald hinter der Margarethen-Residenz im Einsatz. Sie geht nach links, den Hang hinunter, aber „Rex“ hat beschlossen, in die andere Richtung zu gehen. „Das ist gewollter Ungehorsam“, erklärt Kreische später. „Der Hund darf selber entscheidet, wo er suchen will.“ Natürlich hat „Rex“ in Windeseile die unter einer Plane versteckte Dörte Jessen gefunden. „Das Ganze soll für die Hunde immer Spaß und Freude sein. Und sie müssen Erfolg haben. Wenn sie bei einer längeren Suchaktion nichts finden, dann legt sich mal ein Helfer irgendwohin. Den kann der Hund dann finden, damit er sich freut“, sagt Kreische. Dass sie Spaß an der Arbeit haben, merkt man allen Hunden an. Und das, obwohl die Einsätze oft sehr anstrengend sind. Manchmal dauern sie zwölf Stunden oder mehr. Dann wechseln sich bis zu acht Hunde mit ihren Führern ab.

Im Durchschnitt gibt es zwei bis drei Notfalleinsätze pro Monat, so Voß. „Die meisten Einsätze finden nachts statt. Außerdem treffen wir uns noch zweimal in der Woche für das normale Training. Das ist schon sehr anstrengend, und man muss körperlich fit sein.“ Der Verein bildet alle Hunde selber aus. Dafür müssen sich auch die Hundehalter ständig weiterqualifizieren.

Und das alles bezahlen sie auch noch vorwiegend aus eigener Tasche. Die Spenden reichen nur für das Nötigste. „Wir fahren mit unseren Privatwagen zu den Einsätzen und bezahlen das Benzin selbst. Die Einsätze machen wir kostenlos“, erläutert Voß. Übungen wie in der Margarethen-Residenz seien sehr wichtig, um sich auf reale Notsituationen vorzubereiten. Heimleiterin Petra Heide freut sich über den Kontakt und hat mit dem Verein jetzt regelmäßige Übungen vereinbart.

> Wer für den Verein spenden möchte, kann dies noch bis zum 20. März auf der durch die Nord-Ostsee-Sparkasse unterstützten Spendenplattform www.wir-bewegen.sh/project/sprnasen-finden-menschen. Zurzeit fehlt vor allem Funktions- und Schutzkleidung für die kalte Jahreszeit, die über diese Aktion finanziert werden soll.




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