Kappeln : Ellenberger Kita wird abgerissen

Arbeiten gut zusammen und blicken positiv in die Zukunft: Jörg Jackisch, Thomas Johannsen, Gerd Nielsen und Helmut Schulz (v.li.).
Arbeiten gut zusammen und blicken positiv in die Zukunft: Jörg Jackisch, Thomas Johannsen, Gerd Nielsen und Helmut Schulz (v.li.).

Der Schimmelbefall betrifft auch das Gemeinde- und Küsterhaus . Die Planungen für einen Neubau laufen.

shz.de von
23. Juni 2018, 07:00 Uhr

Die gute Nachricht zuerst: Die Auferstehungskirche in Ellenberg und das Pastorat bleiben stehen. Anders sieht es mit der evangelischen Kindertagesstätte, dem Birger-Forell-Haus und dem Küsterhaus aus – sie alle werden noch in diesem Jahr abgerissen.

Im Mai musste das Kita-Werk, Träger der evangelischen Kita in Ellenberg, die Einrichtung wegen des Verdachts auf Schimmelbefall schließen (wir berichteten). „Es war eine Sicherheitsmaßnahme“, sagt Kita-Werk-Leiter Gerd Nielsen. Ein drastischer Schritt, denn alle fünf Gruppen mit insgesamt 80 Kindern mussten anderweitig untergebracht werden. Aber die Entscheidung hat sich als richtig erwiesen. In der vergangenen Woche bestätigte ein Gutachten: Nicht nur die Kita, auch das angrenzende Gemeinde- sowie das Küsterhaus sind von der Feuchtigkeit betroffen – wenn auch in geringerem Ausmaß. Darüber hinaus wurde bei den Untersuchungen eine marode Bausubstanz festgestellt. „Die Ursache ist das nicht funktionierende Drainage-System“, erklärt Pastor Jörg Jackisch von der Kirchengemeinde Ellenberg. Das Oberflächenwasser sei nicht mehr genügend abgeleitet worden und in die Gebäude gezogen, sagt er weiter. „Die Kosten für eine Sanierung liegen höher als neu zu bauen.“ Deshalb hat der Kirchengemeinderat in Ellenberg den Abriss des Gebäudekomplexes beschlossen. Nun muss noch das Landeskirchenamt in Kiel zustimmen. „Ganz wichtig“, stellt Jackisch fest, „sowohl der Kita-Betrieb als auch das Gemeindeleben werden weitergehen“.

Es sei ohnehin eine Vergrößerung der Kindertagesstätte geplant gewesen, sagt Gerd Nielsen. Gemeinsam mit der Stadt Kappeln war eine Erweiterung der fünf auf sieben Gruppen vorgesehen. Deshalb habe man sich aufgrund der neuen Situation sofort mit Mitarbeitern der Stadt zusammengesetzt und nach Lösungen gesucht.

„Wir sehen das auch als Chance“, sagt der Pastor. Der Kindergarten wird größer und kann demnächst rund 100 Kinder aufnehmen, die Gemeinderäume sollen barrierefrei entstehen, das Außengelände für generationsübergreifende Begegnungen und gemeinsame Feste nutzbar sein. Jackisch: „Die Planungen sind bereits angelaufen.“ Das genaue Entwurfs- und Finanzierungskonzept werde zwischen der Stadt Kappeln, der Kirchengemeinde Ellenberg und dem Kirchenkreis Schleswig-Flensburg abgestimmt und soll im Herbst vorgestellt werden, teilt Helmut Schulz, stellvertretender Sozialausschussvorsitzender, mit. Die Partner rechnen mit Baukosten von rund 2,5 Millionen Euro. Darin ist der Baugrund, den die Kirchengemeinde stellt, nicht eingerechnet. Zur Finanzierung der Gemeinderäume hofft die Kirchengemeinde auf Förderungen und Spenden.

Bis zum Abriss des Birger-Forell-Hauses können alle Gruppen die Räume wie gewohnt nutzen, und bis nicht für alle ein neuer Platz gefunden ist, wird auch nicht abgerissen. Jackisch arbeitet an einer Lösung. Der Abriss ist frühestens im September vorgesehen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt er.

Auch für die Kindertagesstätte muss für die geschätzte Bauzeit von anderthalb bis zwei Jahren eine Lösung her, denn die fünf Gruppen sollen so schnell wie möglich wieder an einem Standort betreut werden. Angedacht war ein Containerdorf auf dem Gelände der Gorch-Fock-Schule. „Für Aufstellung, Miete, Ver- und Entsorgung würden für 18 Monate rund 280 000 Euro Kosten entstehen“, rechnet Thomas Johannsen aus der Verwaltung vor. Deshalb sollen die fünf Gruppen umziehen in das „Bunte Haus“, die ehemalige Hans-Christian-Andersen-Schule, in der Hindenburgstraße. Dort gibt es genug Räume für die 80 Kinder, das ehemalige Lehrerzimmer kann als Sozialraum und der Pausenhof als Außengelände dienen. Die sanitären Anlagen müssen angepasst und die Sicherheitsstandards erfüllt werden, aber die Heimaufsicht der Kreises hat bereits grünes Licht gegeben. Die Kosten für den Umbau siedelt Johannsen „im unteren fünfstelligen Bereich“ an. Um den Eltern den weiteren Weg zu erleichtern, sollen Fahrgemeinschaften gebildet oder einen Fahrdienst eingerichtet werden – alles soll schnellstmöglich passieren, sind die Partner sich einig.

Dank für die konstruktive Zusammenarbeit sprechen die Parteien sich gegenseitig aus – aber auch vom Propst Helgo Jacobs, dessen Grüße Kirchenkreis-Sprecherin Anja Pfaff überbringt, gibt es Lob: „Mit wie viel Herz die Stadt Kappeln und deren Mitarbeiter sich für ihre Bürger, die jungen Familien in Ellenberg und die beteiligten Partner einsetzen, macht mich ungeheuer dankbar und ist keinesfalls selbstverständlich.“

Nach dem 11-Uhr-Gottesdienst am morgigen Sonntag in der Auferstehungskirche lädt Pastor Jörg Jackisch zum Kirchencafé ein. Dort soll die Neugestaltung von Kita und Gemeindehaus Thema sein. Alle, die Gesprächsbedarf haben, sind willkommen.

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