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Ellenberg: Vorerst keine weiteren Einfamilienhäuser

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Soll Ellenberg mehr Einfamilienhäuser bekommen? Diese Frage beschäftigte jetzt den Bauausschuss. Es geht dabei um zwei große Grundstücke in der Nähe des Sky- sowie des Aldi-Marktes, die beide noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehören. Für das knapp 20 000 Quadratmeter große Flurstück 214 in der Borkumer Straße sowie für das 14 000 Quadratmeter große Flurstück 199/5 an der Glücksburger Straße gibt es nun offenbar Interessenten.

Dazu gehört auch die Immobilienwert Sachsen AG, die auf den beiden Grundstücken gerne ein- bis zweigeschossige Einfamilienhäuser errichten würde. Das Problem: An dieser Stelle sind laut B-Plan nur Mehrfamilienhäuser mit zwei, drei und acht Etagen vorgesehen. Also hat die Firma eine städtebauliche Anfrage zwecks B-Plan-Änderung an die Stadt gerichtet. Die Verwaltung in Person des Bauamtsleiters Erich Reuter hielt dazu mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. „Wir können eine B-Plan-Änderung nicht empfehlen“, sagte Reuter. „Es handelt sich hierbei um die letzten Flächen für Geschosswohnungsbau in Kappeln. Zudem befürchten wir eine Gefährdung oder Konkurrenz zu dem, was später in der Marinewaffenschule entstehen soll.“


Seitenhieb in Richtung Schleiterrassen


Dirk Langenstein (LWG) wandte ein: „Wir haben doch erheblichen Bedarf an Einfamilienhäusern, während in Ellenberg die Hochhäuser leer stehen.“ Dies konnte Bürgermeister Heiko Traulsen so nicht bestätigen: „Bei dem einen Träger gibt es fünf Prozent Leerstand, bei dem anderen liegt der Wert höher“, sagte der Bürgermeister. Michael Arendt (LWG) forderte, dass die Stadt mehr mit Baugebieten werben sollte. „Wir müssen die alten Einwohnerzahlen wieder erreichen, weil unser Dienstleistungsangebot nach diesem Stand ausgerichtet ist“, fand Arendt. Eine Konkurrenzsituation zu den Schlei-Terrassen auf dem Gelände der ehemaligen Marinewaffenschule erkannte er nicht – wegen der Qualitätsunterschiede und weil er bei der Marinewaffenschule ohnehin keine Entwicklung sehe. Und dann teilte der LWG-Stadtvertreter noch einen weiteren Seitenhieb Richtung Schleiterrassen und Verwaltung aus: „Die Probleme lösen wir nicht durch Planungen, sondern durch den Bestand“, sagte Arendt und sprach sich dafür aus, den Kontakt mit den Investoren aufzunehmen.

Das brachte nun Reuter auf den Plan. „Ich höre von Ihnen immer wieder, dass wir uns von den Investoren nicht treiben lassen sollen“, sagte er. Die Entwicklung in der Marinewaffenschule dauert auch dem Bauamtsleiter zu lange. Aber schließlich hätte die Verwaltung den Auftrag, dass die Stadt bei der Planung nicht ins Hintertreffen gerate. Reuter: „Im Übrigen reden wir hier von 35 Wohneinheiten, und Sie reden vom Zensus.“

Arendt bezweifelte, dass auch bei dem derzeit gültigen B-Plan sehr viel mehr Wohneinheiten entstünden. „Wir müssen uns bewegen, auch bei Gewerbegebieten, sonst laufen uns die Bauwilligen weg in die Nachbargemeinden. Daher sollten wir uns dem Planungsgedanken zuwenden.“

Der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Lars Braack (SPD), der die Sitzung in Abwesenheit Volker Ramges leitete, teilte die Ansicht, dass Kappeln Baugebiete benötigt. „Ich glaube aber nicht, dass wir das mit diesem B-Plan hinkriegen.“

Manches Ausschussmitglied störte sich an der Vorgehensweise der Firma. Christian Andresen (SSW) sprach von einer leichten Erpressung der Stadt nach dem Motto „Entweder ihr ändert den B-Plan oder wir investieren nicht“. Corinna Graunke (CDU) wiederum fand daran nichts Anrüchiges. „Es ist doch normal, dass ein möglicher Erwerber wissen will, was mit dem Grundstück geschieht.“ Am Ende stimmten sechs Ausschussmitglieder dafür, dass der B-Plan Nr.1 „Ellenberg“ zurzeit nicht geändert werden soll, Langenstein stimmte dagegen, Harald Stührwoldt (SSW) enthielt sich.

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erstellt am 24.Sep.2014 | 12:11 Uhr

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