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Schlei-Bote

14. Dezember 2017 | 04:01 Uhr

Eiswette belebt die Nachbarschaft

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Der Hang zur Spekulation scheint bei den Anliegern des Waschdieck in Mohrkirch hoch im Kurs zu stehen. Das zeigte jetzt die Auflösung der traditionellen Eiswette: Obwohl Zeremonienmeister Horst Kähler schon in den vergangenen zwei Jahren feststellen musste, dass der kleine Teich am Waschdieck am ersten Wochenende im neuen Jahr eisfrei war, wetteten zwölf von 22 Nachbarn in diesem Jahr wieder auf eine zugefrorene Oberfläche. Aber natürlich kann am
26. Oktober, dem Tag der Festlegung, niemand prognostizieren, wie der Winter wird und ob der Jahreswechsel ins Wasser fällt.

Im Wettbuch, das Willi Kruse penibel seit 31 Jahren führt, wird jede einzelne Wette eingetragen. Im Oktober wird viel orakelt im Waschdieck. Verbindliche Vorhersagen gibt es nicht, und Wetter-Kenner der Region wissen, dass um Weihnachten schon so manche schöne Schnee- und Eisdecke von milden Westwinden weggefegt wurde. So ist es dann für die Anlieger immer wieder ein mit vielen fröhlichen Sprüchen gepaartes Vergnügen, sich auf Wasser oder Eis festzulegen.

Obwohl für die Eis-Wetter ihre Niederlage in diesem Jahr schon seit Tagen abzusehen war, nahm der Zeremonienmeister seine Aufgabe wieder ernst und ließ es sich nicht nehmen, den Zustand des Teiches persönlich in Augenschein zu nehmen. Nur wenige Mit-Wetter folgten ihm – das Ergebnis war bei sechs Grad absehbar. Kähler ließ sich auch durch Einwürfe, die von den Eis-Wettern kamen und irgendwo ein Stückchen Eis vermuteten, nicht beeindrucken. Das Ergebnis war klar.

Als jüngste in der Runde durfte Lina Reuter aus dem Pott „Verlierer“ den Eisprinz, oder die Eisprinzessin ziehen. Es traf Elke Ogiolda. Sie darf nun das nächste Sommerfest organisieren. „Ich freue mich“, war ihre spontane Reaktion. Für die Waschdieck-Anwohner ist die Eiswette nicht nur ein Riesen-Spaß, sondern auch Beweis gelebter Nachbarschaft, wie sie selbst in den Dörfern immer seltener wird.

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