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Einwohner verweigern Infos für Chronik

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Erklärtes Ziel des Kirchspielchronik-Vereins Steinberg ist, die aus den Jahren 1986 (Allgemeines) und 1995 (Familien) stammenden Chroniken fortzuschreiben. Doch das gestaltet sich schwierig. Von den vor geraumer Zeit verteilten 800 Fragebögen sind bis dato lediglich die Hälfte zurückgegeben worden. Das bedeutet, dass mehr als 400 Haushalte Angaben über die Besitzverhältnisse verweigern. Das hat zur Folge, dass in der Chronik-Fortschreibung viele Seiten weiß bleiben würden.

Das kann es nicht sein, sind sich die Mitglieder des Vereins, der sich jeden Mittwoch ab 19.30 Uhr in der alten Schule Norgaardholz trifft, mit ihrem Vorsitzenden Bernhard Asmussen einig. 1995 war es gerade mal eine Handvoll Bürger, die keine Angaben machten. Obwohl die Chronisten immer wieder nachhakten, blieben sie erfolglos. Es sind vor allem Neubürger, die keine Angaben machen – sei es aus Gründen des Datenschutzes oder weil sie nicht einschätzen können, was eine Chronik für das Dorf bedeutet. Notgedrungen lassen die Chronisten nun diese Arbeit ruhen.

Erfreulicher hingegen gestaltet sich die Restaurierung der ramponierten hölzernen Vereinstafel des Steinberger Kampfgenossen-Vereins von 1874, dessen Statuten und Mitglieder-Stammrollen noch vollständig erhalten sind. Die Holztafel wurde 1984 von Chronikmitarbeitern auf dem Dachboden des ehemaligen Vereinslokals, dem „Gasthaus Steinbergkirche“, entdeckt und steht seit 1987 im Eingangsbereich der alten Schule in Norgaardholz. Besonders gelitten hat ein Foto der Kampfgenossen. Mitarbeiter Uwe Borg hat das alte Foto für die Holztafel aufbereitet, so dass sie demnächst wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Längst ist das gut sortierte Archiv des rund 70 Mitglieder zählenden Vereins zu einer Fundgrube für Heimatforscher geworden. Ob Vorfahren des Namens Norgaard gesucht werden, oder ob sich jemand über den deutsch-dänischen Sprachenwechsel Mitte des 19. Jahrhundert schlau machen möchte: Im Archiv findet er, was er sucht.

Jüngst wandte sich Professor Gerhard Paul, Leiter des Instituts für Geschichte und Geschichtsdidaktik in Flensburg, an den Steinberger Chronikverein. Er erinnerte sich daran, dass dieser im Rahmen der Buch-Vorstellung „Regenbogen über der Geltinger Bucht“ 1995 eine Ausstellung mit Fundstücken aus der Ostsee aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs initiiert hatte. Eine vergleichbare Ausstellung plant der Professor für 2015: 70 Jahre nach Kriegsende. Er bittet alle, die damals ihre Funde in Norgaardholz präsentierten, ihm diese leihweise zur Verfügung zu stellen – vom Anker bis zur Schiffsglocke. Wer helfen kann, wird gebeten, sich bei Bernhard Asmussen zu melden.

Steinsammlungen – das gehörte einst in Schulen zu den Lernmitteln. Das, was in Norgaardholz und Bredegatt vorhanden war, wurde bei der Schließung der dortigen Schule an die Grundschule Steinbergkirche abgegeben und ist dort in Form von Gebrauchsgegenständen aus der Steinzeit nach wie vor vorhanden. Der Chronikverein startet zusammen mit Dr. Sönke Hartz vom Archäologischen Landesamt in Schleswig einen Aufruf und bittet alle, die über Stein-Funde verfügen, sich zwecks Katalogisierung zu melden. Vielleicht lässt sich anhand der Funde – so schwebt es Asmussen vor – ein Buch mit dem Titel „Steinberg in der Steinzeit“ verfassen und auch eine Ausstellung organisieren. Angepeilter Termin für ein Gespräch und Steinbestimmung mit Dr. Sönke Hartz wird im Frühjahr 2014 sein.

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erstellt am 11.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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