zur Navigation springen

Pfadfinder in Kappeln : Einsatz mit Zollstock, Säge und Pinsel

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Sankt-Christophorus-Pfadfinder der Kirchengemeinde Ellenberg trafen sich zum Wochenendworkshop.

Kappeln | Sie bilden eine fröhliche Gemeinschaft, die 25 Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 15 Jahren, die zu den Sankt-Christophorus-Pfadfindern der Kirchengemeinde Kappeln-Ellenberg gehören. Sie treffen sich jeden Freitag von 16 bis 17.30 Uhr im Birger-Forell-Haus und jetzt am Wochenende kam zusätzlich ein Workshop hinzu. Dabei bewiesen sie viel handwerkliches Geschick, bauten sich Schweden-Stühle, die sie im nächsten Jahr mit in den Harz zum nächsten großen Zeltlager mitnehmen wollen. Auf dem Bauprogramm standen aber auch Futterglocken und Vogelhäuser. Die sollen in der Adventszeit nach den Gottesdiensten verkauft werden, um eine zweite Jurte anzuschaffen – zum Schlafen und sich versammeln. Doch jetzt wurde erstmal abgemessen, zugeschnitten, gesägt, geschraubt und gehämmert. Und über allem lag der Geruch von Farbe.

„Die Pfadfinderei macht Spaß“, sind sich die jungen Leute einig. Besagte Gruppe wurde auf Initiative von Pastor Jörg Jackisch, der im Februar 2016 von Norderbrarup nach Ellenberg wechselte, gemeinsam mit Malte Dallmeyer wieder belebt. Den beiden zur Seite steht die Frau des Seelsorgers, Ute Jackisch. Die Christophorus-Pfadfinder hatte es schon zuvor gegeben, doch waren deren Aktivitäten zum Erliegen gekommen. Wie Phönix aus der Asche: Seit März 2016 gibt es sie wieder und sie sind quicklebendig. Alle 25 Mitglieder – viele von ihnen sind von Anfang dabei, und es gibt eine Warteliste – haben das Pfadfinder-Versprechen abgegeben: „Ich verspreche, Gott zu dienen, dem Nächsten zu helfen und das Pfadfindergesetz zu erfüllen.“ Dabei beziehen sie sich auf den Engländer Baden P. Powell, der in England vor über hundert Jahren die Pfadfinderei unter dem Motto „learning by doing“ gründete. Und dazu gehört, ritterlich, höflich und ehrlich zu sein, die Gemeinschaft zu pflegen, füreinander Verantwortung zu übernehmen.

Die Vermittlung christlicher Werte gehört zu den Regeln ebenso dazu wie das „know how“ – also wie man etwas macht – und die Überwindung sozialer Unterschiede. Zu denen, die sich dem Pfadfinder-Versprechen verschrieben haben und viel Spaß während der wöchentlichen Treffen haben, gehören als „Wölflinge“ die elfährige Ina und die ein Jahr jüngere Emma. Sie erleben Gemeinschaft und fühlen sich sichtlich wohl. Stolz tragen sie die Christophorus-Kluft – grünes Hemd mit dem Stammeszeichen. Der offene Kreis mit dem Kreuz in der Mitte symbolisiert, dass bei den Pfadfindern jeder willkommen ist. Der Kappeln-Ellenberger Stamm gehört zum Ring der evangelischen Gemeindepfadfinder, und damit zu den 5000 Pfadfindern, die es in 116 Kirchengemeinden im Land gibt. Und zur Kluft gehört auch ein rot-weißes Dreieckstuch.

Aus den Reihen der Gruppe haben sich bereits drei der Mitglieder zu Teamern ausbilden lassen: Tina, Lukas und Kilian. Und natürlich werden auch Prüfungen abgelegt, dazu gehört beispielsweise der „blaue Wolfskopf“. Angelehnt daran wird sich auf Fährtensuche begeben, werden Rudel gebildet. Unter dem Stichwort „Natur ist unser Lebensraum“ gilt es, Feuer zu machen, sich in der Wildnis zu orientieren, Unterschlupf zu finden, mit Messern zu hantieren. Und was neben Flora und Fauna auch angesagt ist, ist „Erste Hilfe“. Da kennen sich auch Ina und Emma bestens aus: Die eine gehört zur Sippe der Füchse, die andere zu der der Pumas. Und wenn sich die Pfadfinder unter das Dach des Birger-Forell-Hauses zurückziehen, dann steht Bibelkunde und gemeinsames Singen auf dem Programm. Das alles macht ihnen Spaß, schweißt sie zusammen – zur Freude des Stammesleiters „Jay-Jay“ alias Jörg Jackisch und „Dalli“ alias Malte Dallmeyer. Sie lassen sich von der Fröhlichkeit ihrer Pfadfinder, die am Wochenende Besuch von Gleichgesinnten aus Klausdorf hatten, anstecken. Nachzutragen bleibt, dass Jörg Jackisch, der bereits in Norderbrarup eine Pfadfinder-Gruppe ins Leben rief, selbst nie Pfadfinder war. Aber schon vor seinem Vikariat in Neumünster-Wittorf machte er die Bekanntschaft mit der Pfadfinderei. Das habe ihn, wie er sagt, derart fasziniert, dass er einen Vorsatz fasste: „Wenn ich als Pastor in einer Gemeinde tätig bin, dann will ich Pfadfinder haben.“ Gedacht – und erst in Norderbrarup sowie anschließend in Kappeln-Ellenberg – getan.




Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen