Kappeln : Einmal Pribram und zurück

Bei dem Ausflug der Gruppe nach Prag regnete es stark. Hier stehen die insgesamt 56 Schüler vor dem Portal des Veitsdoms in der Prager Burg.
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Bei dem Ausflug der Gruppe nach Prag regnete es stark. Hier stehen die insgesamt 56 Schüler vor dem Portal des Veitsdoms in der Prager Burg.

26 Schüler der Klaus-Harms-Schule waren bei Familien in Tschechien zu Gast. Der Gegenbesuch im kommenden Jahr geplant.

shz.de von
24. Mai 2018, 06:35 Uhr

Kappeln | Viele neue Eindrücke, einen erweiterten englischen Wortschatz und Vorfreude auf ein Wiedersehen – das brachten die meisten der 26 Kappelner Schüler von ihrer Reise aus Tschechien mit zurück. Die Klasse 7 b der Klaus-Harms-Schule hat an einem EU-geförderten Bildungsprojekt teilgenommen. Der Austausch wird über das Programm Erasmus Plus organisiert und als „strategische Schulpartnerschaft“ mit einem tschechischen Gymnasium bezeichnet.

„Mir hat der Ausflug nach Prag am besten gefallen“, erklärt Marie, der Veitsdom in der Prager Burg hatte die 13-Jährige beeindruckt. Greta stimmt zu und ergänzt: „Wir sind mit dem Boot auf der Moldau gefahren. Über Kopfhörer haben wir Infos zu den Sehenswürdigkeiten und der Karlsbrücke erhalten.“ Aber die Schüler haben vor allem die Stadt Pribram und ihre Umgebung kennengelernt, und sie besuchten die Marienwallfahrtskirche auf dem Heiligen Berg – „die älteste Wallfahrtskirche des Landes“, verrät Klassenlehrerin Annelene Pinn, die die Tour gemeinsam mit ihrem Kollegen Erik Wulf begleitete. Spannend wurde es im Bergbaumuseum. „Wir sind mit einer Art Zug in die Mine gefahren und dann mit einem Fahrstuhl in den Schacht. Da waren viele enge Gänge – eigentlich ganz cool, aber auch ein bisschen gruselig“, findet Nina. Eine Druckerei wurde besichtigt, und die Kinder erhielten Einblick in eine Geflügelfarm, einem Mastbetrieb mit 10 000 Küken. Pinn: „Die Reise stand insgesamt unter einem geografischen Aspekt. Die Geflügelfarm stand als landwirtschaftlicher Betrieb für den Primärsektor der Wirtschaftsgeografie, die Druckerei als Industriebetrieb für den Sekundärsektor.“

Als Vorbereitung auf die einwöchige Bildungsreise unter dem Motto „Neighbours – yet different“ hatten die Gymnasiasten die Aufgabe, eine Broschüre für die tschechischen Schüler zu erstellen. Die Schlei, die Ost- und die Nordsee, die Eiszeit in Schleswig-Holstein, Tiere und Pflanzen in der Region und die Geltinger Birk hatten sie als Themen so aufzuarbeiten, dass sie für die Schüler des Nachbarlandes kurz und anschaulich dargestellt wurden – alles auf Englisch. Durch die Unterbringung in Gastfamilien und die EU-Förderung des bilingualen Projekts konnte die Fahrt für die Schüler kostenlos organisiert werden. Die strategische Partnerschaft kam auf Initiative der Klassenlehrerin zustande, die Koordination hat die tschechische Lehrerin Hana Malátková übernommen. Im nächsten Jahr kommen die Austauschschüler nach Kappeln, und die Klasse wird den Aufenthalt vorbereiten.

Annelene Pinn freut sich als Englischlehrerin, wie gut die Siebtklässler sich verständigen und sich teilweise durch Fachvokabular schlagen konnten. Einige der Kappelner Schüler hatten Heimweh, aber den meisten hat es gefallen. Lars: „Mir hat es Spaß gemacht, und ich freue mich schon auf den Gegenbesuch.“

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