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Schlei-Bote

17. August 2017 | 04:08 Uhr

Gelting : Einhelliges Lob fürs Ehrenamt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Beim „Treffen der Kulturen“ fordert Finanzministerin Monika Heinold, den „Soli“ für Flüchtlinge einzusetzen.

Sichtlich beeindruckt war Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold von dem, was sie beim „Treffen der Kulturen“ in Gelting erlebte. Ein Helferkreis von rund 60 Personen engagiert sich ehrenamtlich, um im Amt Geltinger Bucht Asylsuchende zu betreuen und zu unterstützen, damit diese sich Schritt für Schritt integrieren können. Derzeit leben im Amtsbereich rund 120 Flüchtlinge, und laut Dirk Petersen vom Ordnungsamt wird noch in diesem Jahr eine gleiche Anzahl hinzukommen. Die Ministerin ließ es sich nicht nehmen, den Betreuern zu danken. Sie seien es, die vor Ort die Flüchtlingssituation managen. Sie wünschte ihnen gutes Gelingen. Das alles hatte Monika Heinold wegen der Flüchtlinge auf Englisch gesagt und seufzte dann doch: „Oh, mein Englisch.“ Flugs wechselte sie ins Deutsche und fügte hinzu, dass das zwanglose Miteinander im Begegnungscafé zeige, wie es funktionieren könne.

Am Rande der vielen Gespräche betonte die Ministerin, dass es ihr wichtig sei, vor Ort zu schauen, wie man miteinander umgehe. „Für mich als Finanzverwalterin ist es wichtig, dass hinter den trockenen Zahlen Menschen stehen“, so Heinold. Sie betonte, dass der Landeshaushalt für 2016 im November „nachgesteuert“ werde. Dabei sei klar, dass die Kosten für die Flüchtlinge deutlich steigen werden. Das an den Tag gelegte ehrenamtliche Engagement im Amt Geltinger Bucht mache deutlich, dass die Situation ohne freiwilligen Einsatz nicht zu bewältigen sei. Die Gelder der öffentlichen Hand seien ohne Frage notwendig. „Aber ohne Ehrenamtler ist die Betreuung nicht zu leisten“, so Heinold. Was sie an herzlicher und tatkräftiger Hilfe beim „Treffen der Kulturen“ erlebt habe, sei für sie ein guter Grund, Dank zu sagen.

In diesem Zusammenhang schnitt die Kieler Finanzministerin gegenüber unserer Zeitung auch das Thema „Solidaritätsbeitrag“ an. Dieses Geld sei nicht dazu da, damit der Staat „schwarze Zahlen“ schreibe. Vielmehr sollte jener Teil des Geldes, das für den Aufbau Ost nicht benötigt werde, in einen Bildungs- und Integrationsfonds, der allen Menschen zugute komme, fließen. Man müsse die Herausforderungen, denen man gegenüber stehe, bewältigen.

Gekommen zu dem Treffen der Kulturen war neben einer großer Zahl von Flüchtlingen auch eine Phalanx von Bürgermeistern aus dem Amtsbereich, allen voran Amtsvorsteher Thomas Johannsen. „Diese regelmäßig stattfindenden Begegnung sind“, sagte er, „Teil des großen Integrations-Puzzles“. Auch er lobte die Bemühungen des Helferkreises: „Ich ziehe meinen Hut vor denen, die sich derart engagieren.“ Noch sei man in der Lage, Wohnraum für die Asylsuchenden zu beschaffen.

Wolfgang Buschmann, Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg nannte die ehrenamtliche Betreuungsarbeit im Amt Geltinger Bucht beispielhaft. Dann setzte sich Buschmann mit Jürgen Klose vom Helferkreis und Heinold in die Hocke, um der seit elf Monaten in Gelting lebenden Sellam aus Eritrea bei ihrer Zeremonie des Kaffee-Röstens und -Kochens zuzuschauen. Nach Ansicht des Landrats ist die Arbeit rund um die Flüchtlinge ohne Ehrenamtler nicht zu stemmen. „Es ist ein Segen, dass es solche Menschen gibt“, sagte Buschmann. Er wünschte sich, dass die angestrebte Integration gelingt. „Ein Dach über dem Kopf ist wichtig, aber es gehört mehr dazu – vor allem Sprachkenntnisse.“ Geltings stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Sörensen reagierte sofort, setzte sich mit einigen Flüchtlingen an einen Tisch und erklärte ihnen, wie Geschirr und Besteck auf Deutsch heißen.  

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