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45 Jahre Gorch-Fock-Schule : Eine zweite Brücke über die Schlei

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Gorch-Fock-Schule feierte am Wochenende ihr 45-jähriges Bestehen mit einem Empfang. Die Grundschule bereitet derzeit ein schulinternes Förderkonzept vor.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 07:30 Uhr

Wieso eigentlich 45 ? Wieso nicht warten bis zur 50 ? Die Frage, die Olaf Peters in den Raum warf, war durchaus berechtigt, denn 45 Jahre sind eigentlich kein richtiges Jubiläum. Allerdings lieferte der ehemalige Leiter der Gorch-Fock-Schule den Grund dafür, weshalb die Schule am Sonnabendvormittag eben doch ihren 45. Geburtstag mit einem liebevoll gestalteten Empfang feierte, gleich hinterher. Immerhin waren im Sommer die letzten Hauptschüler entlassen worden, immerhin hat die Schule vor allem in den jüngsten Jahren viele Veränderungen nicht nur ausgehalten, sondern auch aktiv mitgeformt, immerhin ist sie erst in jüngster Vergangenheit zu Kappelns einziger Anlaufstelle für Grundschüler geworden. „45 Jahre sind ein guter Zeitpunkt zum Feiern“, resümierte Peters. Davon, dass die rund 70 geladenen Gäste das genauso sahen, ist auszugehen.

Sie erlebten zwei erste und vierte Klassen, die mit einem Tüchertanz und zwei sehr gelungenen Musikstücken auf die Feier einstimmten. Zur Melodie von „Eine Insel mit zwei Bergen“ aus der Augsburger Puppenkiste sangen sie den Text „Eine Schule an zwei Orten“ und schickten mit dem Lied „Unsere Schule ist wie ein großes Schiff“ einen der Viertklässler ausgerüstet mit Kapitänsmütze und als Schiff verkleidet durch das Publikum. Dazu passte das Geburtstagsgeschenk, das Britta Pichatzek, Leiterin der Gemeinschaftsschule, im Namen aller Nachbarschulen überreichte. Ihre Gorch-Fock-Schul-Kollegin Barbara Scheufler erhielt für ihr „Schulschiff“ eine eigene Schiffsglocke – allerdings nicht, bevor Pichatzek die – trotz der natürlichen Konkurrenz der Schulformen untereinander – große Gemeinsamkeit hervorgehoben hatte. „Unsere Schullandschaft lebt durch eine intensive Zusammenarbeit“, sagte sie. „Und was uns alle verbindet, ist das Wohl des Kindes und des Jugendlichen.“

Für die Gorch-Fock-Schule gilt genau dieses seit 1968. Nach einem Höchststand von 731 Schülern Mitte der 1970er-Jahre besuchen derzeit rund 280 Schüler die Grundschule. Sie profitieren von so unterschiedlichen Aspekten wie dem Gesundheitsprojekt „Klasse 2000“, Lauftagen, einem Schulhund, Forschertagen, Gewaltpräventionstraining oder Schulsozialarbeit. Die stellvertretende Schulleiterin Claudia Höschen und die Leiterin der Außenstelle Habertwedt Wiebke Christiansen-Hansen stellten das Schulprogramm vor und kündigten für die Zukunft ein schulinternes Förderkonzept an.

Eine sehr persönliche Ansprache hielt Schulverbandsvorsteherin Marta Kraft, die sich der Schule seit fast drei Jahrzehnten verbunden fühlt – „erst als große Schwester, dann als Mutter, nun im Schulverband“. Lob sprach sie der Schule dafür aus, dass sie nach zwei vergeblichen Anläufen zur Regionalschule nicht resigniert, sondern in Aufbruchstimmung nach vorne geblickt habe. Und als Grundschulzentrum habe die Schule etwas Bemerkenswertes geleistet. „Die Gorch-Fock-Schule hat es geschafft, eine zweite, eine gesellschaftliche Brücke zu schlagen“, sagte Kraft. Den Kindern nämlich sei es gleichgültig, ob ihre Mitschüler auf Schwansener oder Angeliter Seite zu Hause seien. Bürgermeister Heiko Traulsen dankte als Schirmherr des Projektes „Spendwert“ dem nimmermüden Einsatz der Schüler, an ihren Lauftagen Geldspenden zu ersprinten. Und das Angebot des stellvertretenden Bürgervorstehers Christian Andresen, an der Schule als Plattsnacker zu fungieren, um die Kinder für das Niederdeutsche zu erwärmen, wurde begeistert aufgenommen. Und so hatte es am Ende den Anschein, als hätte die Gorch-Fock-Schule dieser Stadt ihren nicht ganz unbedeutenden Stempel aufgedrückt. Und als sei man gerüstet für die nächsten 45 Jahre. Mindestens.

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