Kappeln : Eine wertvolle Plakette für Weidefeld

Nicht zu übersehen ist die neue Plakette, die am Eingangstor zum Tierheim Weidefeld prangt. Sie signalisiert eine qualitativ untadelige Tierhaltung. Foto: Nordmann
Nicht zu übersehen ist die neue Plakette, die am Eingangstor zum Tierheim Weidefeld prangt. Sie signalisiert eine qualitativ untadelige Tierhaltung. Foto: Nordmann

Tierheim erhält Auszeichnung des Tierschutzbundes für artgerechtes Arbeiten / Trägerverein und Leitung wollen Einrichtung weiter verbessern

shz.de von
28. Juli 2012, 08:27 Uhr

Kappeln | Das Tierheim Weidefeld kann sich ab sofort mit einer neuen Plakette schmücken. Der Deutsche Tierschutzbund hat der vom Tierschutzverein Angeln-Schwansen getragenen Einrichtung nämlich ein großes Lob gemacht - und zwar eines, das mit einer weithin sichtbaren Auszeichnung verbunden ist. Am Eingangstor zum Tierheim prangt seit Kurzem die Tierschutzplakette. Sie zeugt davon, dass hinter dem Tor nach den Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes gearbeitet wird.

Rund 700 Tierschutzvereine sind dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen, von ihnen betreiben etwa 500 ein eigenes Tierheim. Alle dieser 500 Tierheime will der Tierschutzbund nach und nach unter die Lupe nehmen. Das Ziel umreißt Katja Dubberstein, Fachreferentin für Tierheimberatung: "Es dient dazu, langfristig einen einheitlichen Qualitätsstandard durchzusetzen." Und ganz nebenbei will der Tierschutzbund auf diesem Wege enger an seine Vereine heranrücken.

Es liegt schon eine Weile zurück, dass Katja Dubberstein und ihre Kollegin Dr. Caroline Hartmann besonders eng an Weidefeld herangerückt waren. Im Oktober vergangenen Jahres sind die beiden Expertinnen vorstellig geworden. Und einen halben Tag lang sind sie geblieben. Christel Grube, Vorsitzende des Tierschutzvereins Angeln-Schwansen, erinnert sich. "Sie haben das Tierheim von oben bis unten inspiziert." Außerdem haben sie viele Fragen gestellt, alles protokolliert und fotografiert, am Ende ein ausführliches Gespräch geführt. An erster Stelle steht allerdings nie eine knallharte Überprüfung, sondern immer eine Bestandsaufnahme und der Wunsch, den Tierheimen Ratschläge und Unterstützung zuteil werden zu lassen. Katja Dubberstein betont: "Wir gehen nach objektiven Richtlinien an die Sache heran, bewerten Grundsätzliches. Es muss nicht alles perfekt sein, es muss einfach ein gutes Tierheim sein."

Zu den Faktoren, die der Deutsche Tierschutzbund beurteilt, zählt beispielsweise der Umstand, ob für jede betreute Tierart eine eigene Kranken- und Quarantänestation vorhanden ist, ob die Grünflächen angemessen sind, wie die aktuelle Belegungssituation aussieht, wie ausgeprägt die Sachkunde der Mitarbeiter und die interne Organisation sind. In ihrer schriftlichen Beurteilung über das Tierheim Weidefeld formuliert Katja Dubberstein unter anderem: "Grundsätzlich ist die Tierhaltung im Tierheim Weidefeld - mit nur kleinen Einschränkungen - lobenswert. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Tiere in ihren Zimmern einen ausgesprochen gesunden und zufriedenen Eindruck machten, der hygienische Zustand des Tierheims am Tage unseres Besuches war vorbildlich." Vor allem die Strukturierung im Katzenbereich mit vielen Freiflächen und viel Gelegenheit für sowohl Rückzug als auch spielerische Beschäftigung mit den Tieren hat die Expertin in guter Erinnerung. "Und dass in Weidefeld bei den Hunden die Gruppenhaltung angestrebt wird, begrüßen wir sehr", sagt Dubberstein.

Einen Mangel allerdings galt es zu beheben, ehe der Tierschutzbund die begehrte Plakette herausgeben wollte: Die Haltungsbedingungen der Freigängerkatzen mussten verbessert werden. Eine Situation, die bereits bekannt war in Weidefeld und an deren Korrektur gearbeitet wurde. Tierheimleiterin Sabine Hegemann erklärt dazu: "Wir wussten um diesen Zustand und haben unser früheres Kleintierhaus schon teilisoliert. Die übrigen Arbeiten erledigen jetzt Ehrenamtler." Auch für die etwas unglücklich gelagerte Hunde-Quarantänestation, die räumlich mitten in der Katzen-Quarantänestation angesiedelt ist, hat das Tierheim ein neues Konzept erarbeitet. Offenbar eines, das überzeugt, denn Katja Dubberstein betont: "Wir werden die Umsetzung fachlich und finanziell unterstützen."

Genau das erhofft sich das Weidefelder Tierheim von der engeren Verbindung zum Tierschutzbund. Vereinsvorsitzende Christel Grube baut darauf, dass die Expertin das Team mit Tipps zur qualitativ einwandfreien Tierhaltung ausstatten wird. "Schließlich erleben sie ja bei ihrer Rundreise durch die Tierheime, wie es andere machen", sagt Grube. "Da können wir uns sicher Hinweise holen."

Nötig hat diese das Tierheim allerdings kaum, wenn man Katja Dubberstein hört. "Die Lage dort in Weidefeld ist toll. Das Tierheim ist eine kleine Perle und wird sehr liebevoll geführt", sagt die Vertreterin des Deutschen Tierschutzbundes, die der Leiterin Sabine Hegemann eine hohe Fachkompetenz attestiert. Alles Worte, die erkennen lassen, dass eine Aberkennung der Tierschutzplakette in der Zukunft obwohl theoretisch möglich kaum zu erwarten ist.

Christel Grube jedenfalls hat den Wert der Plakette klar definiert - zumal ihres Wissens nach mit der Weidefelder Einrichtung erst das 35. Tierheim bundesweit mit der Plakette ausgezeichnet worden. "Für uns ist das Ansporn, die Qualität zu halten", sagt die Vereinsvorsitzende und verspricht: "Wir werden uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen