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Interkulturelles Fest : Eine Stadt zeigt ihren Reichtum

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Am Freitagnachmittag feierte Kappeln das Interkulturelle Fest auf dem Deekelsenplatz – und zeigte sich von seiner vielfältigen Seite. Ein ökumenischer Gottesdienst und der Tag der Vereine mit mehr als 30 Organisationen gehörten ebenfalls zum Programm.

Es war tatsächlich eine besondere Stimmung, die da gestern bis zum späten Nachmittag auf dem Deekelsenplatz herrschte. Die Interkulturelle Woche fand mit dem Interkulturellen Fest ihren Höhepunkt, und gepaart mit dem Tag der Vereine wurde daraus ein quirliges Miteinander, das die Stadt von ihrer vielfältigsten Seite zeigte. Organisator Jürgen van Schöll, gleichzeitig Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH, formulierte es mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht so: „Hier ist ja richtig Leben in der Bude.“ Recht hatte er. Und weil Leben im besten Falle reichhaltig an Inspiration und Abwechslung ist, präsentierte sich der gestrige Nachmittag genau so.

Den Anfang machte ein ökumenischer Gottesdienst, den Propst Helgo Jacobs, Pater George von der katholischen Kirchengemeinde Flensburg-Kappeln und Claudia Niklas-Reeps vom Evangelischen Frauenwerk gestalteten. Und getragen vom Motto der Interkulturellen Woche „Wer offen ist, kann mehr erleben“, brachte Jacobs schnell ein gerade für Kappeln vielsagendes Bild ins Spiel. Der Propst sprach von der Schleibrücke, die dann, wenn sie offen für Segelboote ist, gleichzeitig geschlossen für Autos ist und umgekehrt. „Es braucht also Zeit und Geduld, wenn man für alle offen sein will“, sagte Jacobs. Pater George sprach ein kurzes Gebet, in dem er um Toleranz bat: „Wo du bist, Gott, verlieren Angst, Vorurteile und Hochmut ihre Macht, zählen Geschlecht, Hautfarbe und Herkunft nicht mehr.“ In einem kleinen Schauspiel veranschaulichten Claudia Niklas-Reeps und Helgo Jacobs im Anschluss, dass Glaube auch Veränderung bedeutet und Auseinandersetzung provoziert, vor allem aber, dass im Umgang mit dem Anderen nichts so sehr gefragt ist wie Mitmenschlichkeit und Rücksicht.

Die wünschte sich auch Bahri Kaya, das religiös-politische Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft. Mit Hilfe seiner Übersetzerin Muazzez Demiryürek betonte der Imam, dass es Ziel des Islam sei, dass alle Menschen in Frieden leben und dass Angst vor dem Islam unbegründet sei. Als Schirmherr der Veranstaltung forderte Bürgermeister Heiko Traulsen die Kappelner schließlich zu einer besonderen Haltung auf. „Machen Sie Kappeln zu einer weltoffenen Stadt, denn die Chancen, die in der Vielfalt stecken, sind riesengroß“, sagte Traulsen.

Genau das offenbarte sich auf dem gesamten Deekelsenplatz. Während die Einrad-Truppe des TSV Kappeln zu Musik ihre Formationen fuhr, tobten sich nebenan zwei Kinder in dunkelblauen Sumo-Ringer-Anzügen aus. Die Volkstanz- und Trachtengruppe präsentierte sich ebenso wie der Schwimmhallen-Förderverein, die Parkinson-Vereinigung und der Nabu – der übrigens gleich doppelt mit der Schwansener und der Ostangelner Ortsgruppe. Als gelungen kann zudem die Moderation von Ronny Schneider gelten. Schneider bewegte sich von Stand zu Stand, gab den Vereinen Gelegenheit, sich über Mikro und Lautsprecher vorzustellen und forderte immer wieder dazu auf, den direkten Draht zu suchen.

Und je weiter der Nachmittag voranschritt, desto eher wurde offenbar, dass auf dem Deekelsenplatz keine Spur war von Angst oder Vorurteilen. Viel zu groß war die ehrliche Neugier und Freude an dem, was andere zu bieten hatten. Dieses Empfinden weiterzutragen, sollte für eine weltoffene Stadt ein Leichtes sein.

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erstellt am 28.Sep.2013 | 08:00 Uhr

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