Bundeswasserstrasse Schlei : Eine Sackkarre voller Protestkarten

Tausende  Postkarten  überreicht OFS-Geschäftsführer Max Triphaus (r.)    Staatssekretär  Frank Nägele (2.v.r.) im Beisein von   Sabine Sütterlin-Waack (MdB) und Moderator  Frederik Erdmann von der IHK.
Tausende Postkarten überreicht OFS-Geschäftsführer Max Triphaus (r.) Staatssekretär Frank Nägele (2.v.r.) im Beisein von Sabine Sütterlin-Waack (MdB) und Moderator Frederik Erdmann von der IHK.

14.000 Menschen haben für den Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße unterschrieben. Diese Unterschriften nahm jetzt die Landesregierung entgegen.

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10. Juli 2014, 07:30 Uhr

Auf einer Sackkarre stapeln sich fünf kleinere und zwei größere Kartons. Alle gefüllt mit unterschriebenen Postkarten für den Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße. Dazu kommen noch 7000 Unterschriften per Online-Petition. Insgesamt hat die Lenkungsgruppe zum Erhalt der Bundeswasserstraße Schlei in rund einem Jahr 14.000 Unterschriften gesammelt.

„Das Ergebnis ist großartig. Es haben sich bei Weitem nicht nur Menschen von der Schlei, sondern aus Schleswig-Holstein und ganz Deutschland an der Aktion beteiligt. Sogar Zuschriften aus Österreich, Schweiz, Australien, Ägypten, Mexiko und den USA haben uns erreicht“, sagt Stephan Jung von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wireg). Die Wireg, die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Ostseefjord-Schlei GmbH, die maritime Wirtschaft, Kommunen und andere sind in der Lenkungsgruppe zum Erhalt der Bundeswasserstraße Schlei vertreten. Nun wollen die Mitglieder dieser Interessengruppe – passend zum Anlass – die Unterschriften dem Kieler Staatssekretär im Wirtschafts- und Verkehrsministerium, Dr. Frank Nägele, auf einer Ausflugsfahrt an Bord der „Schlei Princess“ überreichen.

Max Triphaus, Geschäftsführer des lokalen Tourismusdienstleisters Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS), erläutert den rund 80 Gästen, dass die Gruppe nicht nur die Unterschriftenaktion gestartet, sondern Ende 2012 auch ein Gutachten in Auftrag gegeben habe, das auch das Bundesverkehrsministerium erhalten habe. Laut diesem Gutachten muss die hiesige Tourismuswirtschaft bei einer Herabstufung der Schlei allein im Tourismusgeschäft mit jährlichen Umsatzeinbußen von mindestens elf Millionen Euro und in der Sportboothafenwirtschaft von rund fünf Millionen Euro rechnen. Hinzu kommen jeweils noch der Verlust an Arbeitsplätzen und kommunalen Steuereinnahmen.

Doch soweit soll es nun nicht kommen, heißt es. Staatssekretär Nägele sagt: „Der Bund wird den Unterhalt der Schlei nicht nur im Jahr 2014 fortführen, sondern selbstverständlich auch in den Folgejahren. Davon gehe ich aus.“ Nägele beruft sich dabei auf eine Zusicherung des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt. Zudem werde das Land einer Herabstufung der Schlei nicht zustimmen. „Die Schlei ist eine der für den Tourismus im Land wichtigsten Lebensadern“, so der Staatssekretär. Zudem sei die Schlei auch Wirtschaftsstandort etwa für die Fischer.

Die 14.000 Unterschriften nannte Nägele eine geballte Unterstützung für das Anliegen. „Die Schlei versteht sich als eigene Region, das hat mich besonders beeindruckt. Wo in Deutschland gelingt es, 40 Kilometer zu einem Raum zu organisieren? Hier ist das gelungen.“ Dieses Zusammenstehen sei der Schlüssel für den Erfolg. Dabei ließ er durchblicken, dass der Bund die im Frühjahr durchgeführten Ausbaggerungsarbeiten womöglich um ein Jahr verschoben hätte, wenn es keine Reaktion vor Ort gegeben hätte. „Doch jetzt ist der Bund in der Pflicht. Bei 14 000 Unterschriften kann sich der Bund nicht mehr wegducken“, so Nägele.

Ausbaggerungsarbeiten in der Schlei sind laut Thedje Ancker in gewissen Abständen nötig, weil manche Passagen zu Versandungen neigten. Obwohl es eine schriftliche Zusicherung weder aus Berlin noch aus Kiel gibt, haben die deutlichen Worte im öffentlichen Raum ihre Wirkung. „Die ganz große Angst ist jetzt weg“, sagt der Kappelner Unternehmer und Geschäftsführer der Ancker Yachting GmbH.

Auch Triphaus gibt sich zuversichtlich. „Das Land steht an unserer Seite, und es gibt positive Signale aus dem Bundesministerium“, sagt er. Diese Angelegenheit habe gezeigt, wie erfolgreich man regional ein Thema besetzen könne. Und wenn doch der Erhalt der Schlei gefährdet ist, habe man nun Strukturen geschaffen, um schnell auf Entwicklungen reagieren zu können. „Wir werden uns weiter für den Erhalt der Bundeswasserstraße Schlei einsetzen“, verspricht Triphaus. Notfalls könnte auch die Unterschriftenaktion wiederbelebt werden. In der OFS-Zentrale soll es noch jede Menge Flyer und Postkarten geben.

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