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Schlei-Bote

23. Oktober 2017 | 04:54 Uhr

Rieseby : Eine Rückkehr mit Hindernissen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Nach zweimonatiger Restaurierung bauten gestern Experten die Kirchturmglocke der St.-Petri-Kirche wieder ein.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 12:30 Uhr

Zwei Monate lang war es still in Rieseby. Seit Januar befand sich das Herzstück der St.-Petri-Kirche, die Glocke aus dem Jahr 1803, in Asten in den Niederlanden. Repariert und saniert durch die Firma Eijsbouts kehrte die 212 Jahre alte Dame gestern zurück in die Heimat nach Rieseby.

„Wir sind froh, dass wir die Glocke vor Ostern zurückhaben. Die Firma Eijsbouts ist damit im Zeitrahmen geblieben“, sagte Riesebys Pastor Jörg-Michael Schmidt erleichtert. In den Gottesdiensten entschied man sich in der Zwischenzeit für Glockengeläut aus dem CD-Player, um die Phase der Glocken-Abstinenz zu überbrücken. „Ganz ohne Glocken ging es nicht. Gerade in hochsensiblen Momenten, wie Trauerfeiern, erträgt man die Stille einfach nicht. Die Trauernden wollen abgeholt werden, das übernehmen sonst die Glocken“, erklärte Schmidt.

Ein Techniker hatte im Januar einen Einriss im äußeren Henkel der Kirchturmglocke festgestellt und empfohlen, diese aus Sicherheitsgründen stillzulegen. Das anschließende Gutachten eines Sachverständigen machte das Ausmaß der Schäden an der Glocke in Gänze deutlich: Der Einriss musste geschweißt, Schlagring und Klöppel mussten ausgetauscht werden. Und auch die Aufhängung der Glocke, das Eichenjoch, bedurfte der Restaurierung. Schmidts Kalkulation: „Wenn man alles zusammenrechnet, Restauration, Einrüstung des Kirchturms, zwei Krangestellungen und die Zimmerarbeiten, kommt man auf Kosten von nicht ganz 30.000 Euro.“ Umso glücklicher ist der Pastor gewesen, als die Förde-Sparkasse der St.-Petri-Gemeinde die Unterstützung in Form von 5000 Euro im Zuge der Aktion PS-Sparen und Gewinnen zusicherte.

Und Angela Hippert und Thomas Jahnke von der Förde-Sparkasse wollten jetzt auch dabei sein, wenn die Glocke nach ihrer langen Reise wieder in die St.-Petri-Kirche zurückkehrt. „Es ist jedes Mal wieder toll, das breite Spektrum der Ausschüttung im Zuge der Sparkassenlotterie mitzuerleben. Ob es der kleine Spielmannszug ist oder die Kirchturmglocke – wir unterstützen ehrenamtliche Vereine wie den Förderverein zum Erhalt der St.-Petri-Kirche sehr gern“, versicherte Thomas Jahnke.

Mit zweistündiger Verzögerung auf der A  7 erreichte die Kirchturmglocke schließlich ihr Ziel und wurde mit dem Kran auf das Baugerüst am Kirchtum befördert. Dort erwarteten die alte Dame bereits die Läutemaschinen-Monteure Michael Brieger und Jochen Peter. Um die 800 Kilogramm schwere Glocke in den Turm zu befördern, bedurfte es einer Konstruktion aus stabilen Holzplanken, Metallrohren und eines Kettenlastsystems. „Das wird auch heute noch gemacht wie vor 500 Jahren“, sagte Michael Brieger und lachte. Doch die kleine Öffnung im Turm der St.-Petri-Kirche war nicht hoch genug. Es fehlten sieben Zentimeter in der Höhe. Jochen Peter ergänzte: „Als wir die Glocke im Januar herausgeholt haben, hatten wir das Joch bereits im Turminneren abmontiert.“ Nachdem die Läutemaschinenmonteure mithilfe des Krans das schwere Eichenjoch der Glocke entfernt hatten, konnten sie diese endlich an ihrem angestammten Platz installieren. Heute wird Michael Brieger die restaurierte Glocke stimmen. Danach wird sie wieder in vollen Tönen erklingen und zum Gottesdienst rufen.

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