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Steinbergkirche : Eine Mühle namens „Quern“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Aus Liebe zu seiner Heimat baut Albrecht Wittkuhns eine Grützmühle für den Handbetrieb.

Beim Aufräumen entdeckte Albrecht Wittkuhn vor langer Zeit zwei Mühlsteine und eine Welle. Die Fundstücke legte er gut weg – schließlich wisse man ja nie, wofür man so etwas noch gebrauchen kann. Bei einem Besuch im ehemaligen Volkskundemuseum in Schleswig sichtete Wittkuhn dann eine Mühle, zu der seine Mühlsteine passen könnten. Dieser Erkenntnis ließ ihn nicht mehr los. Er fuhr abermals nach Schleswig, fotografierte besagte Mühle und nahm Maß. Sein Plan: eine Handmühle bauen. Zu Ehren seiner neuen Heimat Quern, denn das bedeutet so viel wie „Grützmühle für den Handbetrieb“.

Geboren in Bad Godesberg, gearbeitet als Lehrer in Wilster bei Itzehoe, übersiedelte Wittkuhn zusammen mit seiner Ehefrau Annegret mit Beginn des Ruhestandes vor zehn Jahren nach Quern. Doch dass es den Ortsnamen Quern nach der Zusammenlegung mit Steinbergkirche nicht mehr gibt, wurmte ihn. So entstand die Idee, sich Quern in Form besagter Grützmühle nach Hause zu holen.

In der Wittkuhnschen Werkstatt, in der die Mühlsteine lagerten, nahm das Werk allmählich Gestalt an. Das Gestell für die Mühle fertigte der handwerklich geschickte Ex-Pädagoge aus Eichenholz aus dem eigenen Wald. Dort hatte ein Sturm vor langer Zeit Bäume zu Fall gebracht, das Holz war im Laufe der Zeit gut durchgetrocknet. Es wurde in der Werkstatt zurecht geschnitten und gehobelt – entsprechend dem fotografierten und vermessenen Vorbild. In das Gestell hievte Albrecht Wittkuhn die Mühlsteine und machte sich mit einer Kurbel auch gleich ans Werk – mit Weizenkörnern. Allerdings: Mehr als Schrot kam beim ersten Mahlen nicht heraus. „Das muss noch verfeinert werden, damit aus den Körnern Mehl wird“, stellte Wittkuhn fest. Nun will er auch noch einen Trichter gegen das Stauben in seine Konstruktion einbauen.

Noch ist seine Handmühle „unvollendet“, aber Albrecht Wittkuhn tüftelt weiter. Auf alle Fälle hat seine „Quern“ schon mal einen Ehrenplatz im seinem Haus erhalten und findet viel Beachtung.

So hat beispielsweise der Besitzer eines Dorfmuseums in Gintoft seinen Besuch avisiert: „Ich weiß, dass es Quern geben soll, aber gesehen habe ich die noch nicht.“


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