Kappeln : Eine Frau sucht einen Namen

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Die bronzene Fischerin wechselt in den Besitz der Stadt. Aber: Wie soll sie heißen?

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06. Februar 2018, 07:00 Uhr

Vor gut zwei Wochen schwebte die 500-Kilo-Dame ein, gestern nun wurde daraus ein Geschenk an die Stadt. Statt Schleifenband trug sie zwar eine Bratpfanne, trotzdem war die Freude kein bisschen weniger, als Werner J. Callsen seine Fischersfrau aus Bronze an Bürgermeister Heiko Traulsen und Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker übergab und damit ein gut zweieinhalb Jahre dauerndes Projekt zu einem gelungenen Abschluss brachte. Der Rotary-Fischer am Ufer der Altstadt hat nun sein Pendant auf Ellenberger Seite gefunden.

Mit Apfelpunsch stieß die Runde gestern Vormittag auf die Frau aus Bronze an. Werner J. Callsen erinnerte kurz an die Entstehungsgeschichte seiner Idee, die er ursprünglich mit Hilfe seines Lions-Clubs umsetzen wollte, dann aber gemeinsam mit seinem Sohn Johannes Claudius Callsen und dessen Partnerin Livia Zanella realisierte. „Papa, stell’ die Frau dahin“, hätten die beiden gesagt. „Also haben wir’s durchgezogen“, sagte Werner J. Callsen gestern. Nicht ganz unwichtig dabei: Jörg Plickat, Bildhauer aus Bredenbek, Erbauer des Rotary-Fischers und damit prädestiniert für das Gegenstück.

Schnelle Unterstützung hatte Callsen nach eigenen Worten der Bürgermeister signalisiert. Auch gestern zeigte sich Heiko Traulsen angetan vom jüngsten Zuwachs am Ellenberger Ufer. „Die Fischersfrau ist so etwas wie eine Brückenbauerin“, sagte er. Und Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker erkannte in der Figur „ein verbindendes Element“ zwischen den beiden Stadtteilen. Rotary-Mitglied Thies Kölln erinnerte an die Besonderheit des Standortes, der im 16. Jahrhundert noch eine Fährstelle war. „Für mich ist die Fischersfrau deshalb vielleicht auch die Frau des Fährmanns“, sagte Kölln. Sie nehme den Bezug zur Fährlinie auf und symbolisiere so den Wasserweg über die Schlei. Seitdem die Bronzestatue steht, hat Werner J. Callsen, auch das erzählte er gestern, jede Menge positive Resonanz erhalten. „Wir glauben, dass sie Bürger und Touristen gleichermaßen erfreut“, sagte er. „Und voller Freude übergeben wir sie daher der Stadt.“

Nur: Noch ist die Fischersfrau namenlos. Und unsere Leser können das ändern. Gemeinsam mit Familie Callsen fragt der Schlei Bote deshalb seine Leser: Wie soll die bronzene Dame am Schleiufer heißen? Senden Sie uns Ihre Vorschläge per E-Mail an redaktion.kappeln@shz.de. Wir sammeln die eingereichten Namen und legen sie Familie Callsen vor. Und wer weiß? Vielleicht steht ja dann demnächst ein Tauffest mit frischem Schleiwasser an.

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