Kappeln : Eine Chronik für die Heringstage

Angefangen haben sie: Martina und Werner Kinast sowie Dieter Clausen (v.li.) sind bereits dabei, Material für ihre Chronik zu sammeln.
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Angefangen haben sie: Martina und Werner Kinast sowie Dieter Clausen (v.li.) sind bereits dabei, Material für ihre Chronik zu sammeln.

Der Verschönerungsverein sammelt Erinnerungen aus 40 Jahren Heringstage.

shz.de von
11. Januar 2018, 07:00 Uhr

Es dauert noch vier Monate, dann ist Himmelfahrt. Man könnte also annehmen, dass es eigentlich noch ein bisschen früh ist, sich gedanklich schon so intensiv mit den Heringstagen zu befassen. Weil in diesem Jahr aber die 40. Auflage dieses Großereignisses ansteht, gibt es etliche, die sich schon jetzt, bei Wind und Minusgraden damit beschäftigen. Beispielsweise der Verschönerungsverein. Der Vorstand um den Vorsitzenden Dieter Clausen plant etwas Besonderes zum runden Geburtstag: Allen Teilnehmern der Heringswette soll eine Chronik überreicht werden, eine Broschüre, die Historisches, Anekdoten, vor allem aber Fotos eint und einen Rückblick auf 40 Jahre Heringstage erlauben soll. Und damit das gelingt, braucht der Verein die Hilfe der Kappelner.

Nicht weniger als „so viele Informationen wie möglich“ hat sich Werner Kinast vorgenommen. Die möchte der stellvertretende Vorsitzende des Veschönerungsvereins für die geplante Chronik sammeln, und er hat auch schon selber den Anfang gemacht. Im Stadtarchiv hat Kinast mit Hilfe von Archivar Peter Wengel gestöbert, kopiert, sortiert und so einiges zur Historie des größten Kappelner Festes zusammengetragen. Kinast zeigt Zeitungsberichte von 1978, als erste Überlegungen zum Fest formuliert wurden, dann 1979, als die ersten Heringstage stattfanden, damals auf dem Ellenberger Ufer in einem Festzelt. Nach zwei Jahren folgte der Umzug auf die Angelner Seite der Stadt, aus Platzgründen, weiß Kinast.

Nun soll die Chronik, die der Verein erstellen will, allerdings keine Aneinanderreihung von Daten und Fakten werden. Vorsitzender Dieter Clausen sagt: „Es geht um die Highlights, die Majestäten und eben Fotos.“ Um Besonderheiten, um das, was die Heringstage unterscheidet von anderen Festen. Werner Kinast erinnert sich beispielsweise lebhaft an die Bundeswehr, die sich früher rege beteiligt hat – sei es mit Absprüngen aus dem Hubschrauber in die Schlei oder mit dem Schlauchbootrennen. Er erinnert sich auch an ein Spektakel mit dem Titel „Das verrückte Zweirad“, hinter dem sich ein bemerkenswerter Versuch, die Schlei zu überqueren, verbarg. Seiner Ehefrau Martina ist derweil das Wetter im Kopf hängengeblieben. „Wir haben schon alles erlebt – Sonnenschein, Regen, sogar Frost“, sagt sie. „Und dann haben wir hinterher Grog getrunken.“ Mitten im Mai. Und Dieter Clausen blickt gerne auf die Entwicklung der Wett-Teilnehmer. „Angefangen haben wir mit 20, jetzt sind wir bei 100“, sagt er. Ein Umstand, der den Stellenwert des Heringszauns, dem die Wetteinnahmen von Beginn an zugute kommen, dokumentiert.

Von den Kappelner erhofft sich der Verein ähnliche Erinnerungen. Fotos, die vielleicht noch nie erschienen sind. Erlebnisse, die gut geteilt werden können. Berichte und Erzählungen, die vielleicht noch keiner gehört hat. Sämtliche Unterlagen, die dem Verein dafür zur Verfügung gestellt werden, erhalten die Besitzer zurück. Wer etwas zu erzählen oder abzugeben hat, kann sich mit Werner Kinast unter Tel. 0 46 42 / 91 04 35 oder wkinast@gmx.de in Verbindung setzen. Oder seine Fotos in der Redaktion des Schlei Boten abgeben (unter Angabe der Kontaktdaten). Möglich ist das bis Mitte Februar, danach beginnt die Arbeit des Verschönerungsvereins. Läuft alles wie geplant, könnte es sogar dazu kommen, dass nicht nur die Teilnehmer der Heringswette sondern auch alle anderen in den Genuss der Chronik kommen.

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