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Schlei-Bote

21. Oktober 2017 | 07:49 Uhr

Eine Brücke über die Schlei schlagen

vom

SPD-Spitzenkandidat Rainer Moll baebsichtigt Ellenberg stärker mit Kappeln zu verbinden / Sozialdemokraten wollen wieder Direktmandate holen

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Die Vorgabe ist klar: Das Ergebnis 2013 soll besser werden als 2008. Das sagt Rainer Moll gleich zu Beginn. Die Kappelner SPD schickt ihn als Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl ins Rennen, und Moll ist zuversichtlich, mit seiner Mannschaft auch "das ein oder andere Direktmandat" zu holen - etwas, das vor fünf Jahren nicht ein einziges Mal funktioniert hat.

Treffpunkt Schleibrücke, so hat es sich Rainer Moll gewünscht. Für ihn ein Ort mit Symbolcharakter. "Es ist nicht nur die Schlei, die Kappeln und Ellenberg trennt. Dieser Gedanke steckt vor allem in den Köpfen", sagt der SPD-Politiker. Ihm ist es wichtig, nicht das Trennende, sondern das Verbindende herauszustellen, gleichzeitig das Potenzial, das in den Menschen und in der Natur auf Schwansener Seite schlummert, auszuschöpfen. "Deshalb haben wir uns auch so stark dafür gemacht, dass sich Aldi und Sky in Ellenberg ansiedeln: um dem Ortsteil zu einem Aufschwung zu verhelfen." Ein Ziel, zu dem auch die Entwicklung der Marinewaffenschule beitragen soll - "die macht mir sehr viel Hoffnung", sagt Rainer Moll. Die Gefahr einer möglichen Insolvenz wie bei Port Olpenitz sieht er nicht, allerdings spüre er bereits jetzt gewisse Vorbehalte seitens der Umweltverbände. "Ich hoffe, sie finden einen Kompromiss." Zuversichtlich macht ihn derweil der Aspekt, dass das Gelände nicht als "elitäre Insel" enden, sondern offen und für alle zugänglich gestaltet werde.

Eine zukunftsweisende Gestaltung wünscht sich Moll auch für den Südhafen. Über die von der CDU ausgerichtete Veranstaltung im März, bei der erste Anregungen laut geworden waren, sagt er: "Das hätte uns auch einfallen können." Inhaltlich erwartet er jedoch ein nicht zu unterschätzendes Spannungsfeld und glaubt: "Eine Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe zur Museumsbahn geht zum Beispiel nicht." Ohnehin sei die Bahn kein leichtes Thema. Zwar sei sie ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für den Tourismus, gleichzeitig seien die Nachteile allerdings nicht von der Hand zu weisen. "Allein der Erhalt der Strecke erfordert immense Kosten", sagt Moll, spricht außerdem vom Ruß, der etwa Spuren auf den benachbarten Segelyachten hinterlässt. "Ich würde die Bahn sehr gerne erhalten", resümiert er. "Aber nicht um alles Geld der Welt." Euphorie sei daher unangebracht - übrigens auch beim Schwimmbad. "Es fällt uns immer schwerer, das Bad zu halten", sagt der SPD-Kandidat. Grund für die fehlende Euphorie ist ein äußerst defizitärer Haushalt, vom dem Rainer Moll nicht glaubt, ihn aus eigener Kraft wieder in die schwarzen Zahlen hieven zu können. Die Stadt sei lediglich in der Lage, kleine Schritte selber zu machen, grundlegend ändern müssten sich vielmehr andere Dinge, die von einer Kommune nicht zu beeinflussen seien, wie etwa das Finanzausgleichsgesetz.

Mit Blick auf die zurückliegenden fünf Jahre glaubt Rainer Moll, in Partei und Fraktion "ganz vernünftige Arbeit" geleistet zu haben. Immer habe man dabei im Blick gehabt, was richtig oder falsch für die Stadt sei - "und es gibt Menschen, die diesen Ansatz honorieren", sagt Moll. Dass innerhalb der SPD - im Gegensatz zur CDU - der große personelle Umbruch ausgeblieben ist, liege an der "viel zu dünnen Personaldecke". Vor allem habe man es nicht geschafft, junge Frauen für die Partei zu begeistern, das räumt Moll unumwunden ein. Er führt dies auf eine allgemeine Politikverdrossenheit zurück und den Umstand, dass es nicht gelinge, junge engagierte Menschen vor Resignation zu schützen. "Viele Ideen, die junge Menschen haben, werden schnell von Sachzwängen niedergemacht", sagt Moll. "Das hält man vielleicht ein paar Mal aus, aber irgendwann resigniert man."

Sich selber hält der Kappelner für wenig ideologisch, sieht in sich eher den Pragmatiker. Deshalb ist im die Frage, wie sich etwa SPD und CDU voneinander unterscheiden, wenig wichtig. "Es geht um gesunden Menschenverstand und um Sachverstand - und zwar auf allen Seiten", sagt der Politiker. "Alles andere ist mir zu ideologisch." Daher gelte es auch, Entscheidungen, sind sie einmal gefallen, zu akzeptieren und nicht auf Krampf Basisopposition zu betreiben. Ohnehin ist Moll davon überzeugt, dass alle Mitglieder der Stadtvertretung bemüht seien, das Richtige zu tun. Und dann appelliert er an die Bürger, unbedingt von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, denn: "Woanders kämpfen sie darum, überhaupt wählen zu dürfen."

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